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Usedom Zwischen Fußball, Brezel, Dirndl und Ostseestrand
Vorpommern Usedom Zwischen Fußball, Brezel, Dirndl und Ostseestrand
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00:00 22.05.2017
Viele Klischees bedienten Lena Haberer, Lisa Eckart, Jenny Lehmann und Hanna Freymuth (v.l.n.r.), um Mahault Regoršek (2.v.l.) ihr Heimatland Deutschland näher zu bringen. Quelle: Foto: Dietmar Pühler
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Heringsdorf

Schüler der Klasse 10 Gb der EGS Insel Usedom hatten dieser Tage einen Gast aus Südfrankreich zu Besuch. Die 15-jährige Mahault Regoršek ist im Rahmen eines Schüleraustausches für drei Monate zu Gast bei der Familie von Ulrike Friedrich in Gothen. Mit ihr besucht sie den Unterricht in der neunten Klasse. Da die Neuntklässler zurzeit ihr Schulpraktikum absolvieren, hospitiert Mahault in anderen Klassen der Europaschule in Ahlbeck.

Die Französischlehrerin Ilka Thoms hatte die Zehntklässler-Vorträge mit dem Thema „Unser Land und wir“ vorbereiten lassen. Jenny Lehmann und Hanna Freymuth stellten die politische Führung, die hiesigen Feiertage und typische Speisen – mit Verkostung von Schwarzwälder Kirsch, Laugenbrezel und Berliner – vor. Über Kunst und Musik kamen sie zu deutschen Sprichwörtern und zur Geografie des Landes mit einem abschließenden Städtequiz.

Typisch deutsche Klischees stellten Lena Haberer und Lisa Eckart vor, die im Dirndl unter anderem das Oktoberfest und Deutschland als Fußballland präsentierten. So lernte Mahault im Schnelldurchlauf Land und Leute kennen, so wie junge Deutsche ihre Heimat sehen.

Die aus Toulon am Mittelmeer stammende Schülerin ist seit einem guten Monat auf Usedom und hat sich schon ein eigenes Bild von der Insel gemacht. „Ich finde es wunderschön hier. Aber ich habe nicht wirklich Sonne gesehen. Es hat fast jeden Tag geregnet“, beschreibt sie ihre ersten Eindrücke.

Für Mahault sind die Landschaft und der Strand ein Traum. „Es ist total ruhig und alle Leute kennen sich“, findet sie. Obwohl die Französin auch am Meer lebt, ist es in ihrer Heimatstadt Toulon laut und die Luft in der Hafenstadt stickig. „Die Luft ist hier perfekt. Ich bin beeindruckt. Man kann hier atmen. Wenn man hier wohnt, kann man das nicht verstehen“, sagt sie.

Deutsch lernt die Südfranzösin seit fünf Jahren. „Meine Großeltern sprechen deutsch. Mein Großvater ist Slowene, meine Großmutter Deutsche“, verrät Mahault und bedauert, dass ihre Eltern nie deutsch mit ihr gesprochen haben, obwohl ihr Vater seine Muttersprache gut beherrsche.

Sie hingegen zeigt sich hoch motiviert, die Sprache ihrer Vorfahren „perfekt“ zu lernen. In ihrer Schule hat sie in neun Wochenstunden Unterricht in deutscher Sprache in den Fächern Geschichte, Deutsch und Literatur. „In zwei Jahren werde ich mein Abitur in Französisch und Deutsch ablegen“, erklärt die junge Dame, die schon klare Ziele vor Augen hat: „Danach möchte ich in Deutschland Kinderpsychologie studieren.“

Der Schüleraustausch mit dem Besuch der Europaschule ist ihr „sehr wichtig, um die Sprache richtig zu lernen“. „Ich entdecke eine neue Kultur“, strahlt die 15-Jährige, die gesteht, dass die deutsche Sprache in Frankreich nicht sehr beliebt ist. Das liege vor allem am unterschiedlichen Klang der Sprachen, meint Mahault: „Im Französischen sind alle Wörter verbunden, im Deutschen sehr klar.“

An uns Deutschen schätzt sie ganz, „dass sie sehr viel für die Umwelt tun, im Gegensatz zu den Franzosen“. Bis Juli ist Mahault auf Usedom. Nach den Sommerferien erwartet sie ihre Freundin Ulrike als Austauschschülerin in Toulon. Die Schülerin wird dann bis Anfang Dezember in Südfrankreich weilen.

Dietmar Pühler

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