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Vorpommern Vorpommerns Tourismuschef übergibt das Steuer
Vorpommern Vorpommerns Tourismuschef übergibt das Steuer
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15:18 12.07.2019
Mit einem Lachen geht Tilo Braune in den Ruhestand. Nachfolger ist Martin Schröter, der auch das Postel Wolgast führt. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Der Tourismusverband Vorpommern verabschiedete gestern seinen langjährigen Vorsitzenden Tilo Braune (64) in den Ruhestand. 17 Jahre lang leitete der SPD-Politiker und ehemaliger Staatssekretär den Verband, der für die Tourismusentwicklung des Festlandteils Vorpommerns zuständig ist. Einige Höhepunkte führte der sichtlich bewegte Braune in seiner Abschiedsrede auf. „Ein Beispiel ist die Veranstaltung KunstOffen, bei der Ateliers zu Pfingsten ihre Türen öffnen“, sagte er. „Diese Idee haben wir in Vorpommern eingeführt, bevor sie zum landesweiten Erfolg wurde.“ Auch die vorsichtige touristische Entwicklung des Peenetals, des „Amazonas des Nordens“, sieht er als großen Erfolg. „Dafür haben wir ja auch den Sonderpreis im Bundeswettbewerb nachhaltige Tourismusdestinationen bekommen.“ Insgesamt konnte Braune in seiner Amtszeit 3,35 Millionen Euro an Fördermitteln für die touristische Region Vorpommern gewinnen.

Braune setze sich unter anderem für das Ozeaneum ein

Lob für Tilo Braunes Arbeit gab es unter anderem auch vom Finanzminster Mecklenburg-Vorpommerns, Reinhard Meyer (SPD). Dabei ging es aber nicht um Sparbemühungen – Meyer war in seiner Funktion als Chef des Deutschen Tourismusverbands gekommen. „Tilo hat den großen Trend Gesundheitstourismus erst als Thema für Vorpommern gesetzt“, führt Meyer aus. „Auch als die Realisierung des Ozeaneums Spitz auf Knopf stand, hat Tilo sich eingesetzt und mit der Bundesregierung neue Wege gesucht. Das kann man angesichts der heutigen Leuchtturmwirkung des Ozeaneums gar nicht hoch genug wichten.“

Genau wie der Ehrenvorsitzende des Verbands, Marco Dorka, hob auch Meyer die überpolitische Arbeit des Verbandes hervor. „Der Tourismus hat sich auch deshalb gut entwickelt, weil es in der Vergangenheit Konsens über Parteigrenzen hinweg gab. Macht das weiterhin!“ Einen kleinen Seitenhieb gegen seine Partei konnte sich Meyer an dieser Stelle nicht verkneifen. „Meine Partei weigert sich aktuell eine Deutsche Kandidatin für den Posten der EU-Kommissarin zu unterstützen“,sagt Meyer. „Dabei wäre das eine große Chance für das Land. Manches verstehe ich auch nicht mehr.“

Martin Schröter will den ländlichen Raum besser vernetzen

Nachfolger von Tilo Braune wird Martin Schröter, Betreiber des Postel in Wolgast. Er hat sich einiges vorgenommen, großes Thema für ihn bleibe die Entwicklung des ländlichen Raumes, Tourismus müsse stärker als Wirtschaftsfaktor wahrgenommen werden. „Natürlich müssen wir Übernachtungsmöglichkeiten im ländlichen Raum schaffen“, sagt Schröter. „Das sehe ich aber nicht im Mittelpunkt. Wir müssen vielfältige Erlebnisse für die Gäste schaffen und zwar nicht jeder einzeln, sondern vernetzt. Wir müssen voneinander wissen.“

 Dabei könne es sich um die Verbindung von Veranstaltungen, Unterkünften oder aber Reisemöglichkeiten handeln. „Ich werde von unseren Gästen in Wolgast immer wieder darauf angesprochen, ob man nicht auch ganz bewusst zu uns reisen könnte“, so Schröter. „Also zum Beispiel eine Strecke durch die Uckermark mit dem Rad, dann in einer Scheune übernachten bevor es nach Wolgast geht und von dort aus später vielleicht noch eine Woche nach Usedom.“

Zukünftig sollen Gäste in Modulen buchen können

 Solche aufeinander abgestimmten Angebote will der Tourismusverband künftig mit dem Programm V.I.B.S (Vorpommers Informations- und Buchungssystem) anbieten.  „Mit dem Konzept haben wir den Bundeswettbewerb digital gewonnen“, so Schröter. „Der Gast soll sich seinen Urlaub individuell aus verschiedenen Modulen zusammenstellen können.“ Für die Einwohner könnte der Tourismus im ländlichen Raum auch eine Verbesserung der Infrastruktur bedeuten. „Gut möglich, dass der Tourismus das Zünglein an der Waage sein könnte, ob ein Bus mehrmals täglich fährt.“ Auch das Landgut Lüssow sei ein Thema, mit dem sich der Verband derzeit viel beschäftige. Dem Mitmachmuseum droht das Aus, weil sich der Trägerverein ASF auflöst. „Mit verschiedenen Interessenten und der Stadt Gützkow wollen wir ein neues Konzept für das Gut auf die Beine stellen“, so Schröter.

Anne Ziebarth

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