Lebensraum bedroht

Bienensterben: So gestalten Sie Ihren Garten bienenfreundlich

Es gibt zahlreiche Blumen und Pflanzen, die bei Bienen besonders beliebt sind. Und diese sehen auch noch hübsch aus.

Es gibt zahlreiche Blumen und Pflanzen, die bei Bienen besonders beliebt sind. Und diese sehen auch noch hübsch aus.

Sie gelten als fleißig und perfekt organisiert – vor allem sind sie aber wichtig für unser Ökosystem: Honigbienen. Wohl kaum ein anderes Insekt hat ein so gutes Image und fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Und trotzdem ist der Lebensraum der Bienen zunehmend durch den Menschen bedroht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen fehlt es den Bienen an Nahrung. Zum anderen erschweren Parasiten, Krankheiten und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln das Überleben der wichtigen Insekten.

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Ein Großteil der heimischen Pflanzenarten, die wir für unsere Nahrungsversorgung benötigen, werden von Bienen bestäubt. Je mehr der fleißigen Helfer wegfallen, desto größer und kostspieliger der Aufwand, der betrieben werden muss, um sie zu ersetzen. Hobbygärtnerinnen und -gärtner können einen Beitrag dazu leisten, dass Bienen und andere Insekten ausreichend Nahrung und einen sicheren Lebensraum finden. Wie das geht, erklärt Garten- und Landschaftsarchitektin Simone Kern, die mit ihrem Ratgeber „Mein Garten summt – ein Platz für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln” 2017 den Deutschen Gartenbuchpreis gewonnen hat.

Bienenfreundlicher Garten mit vielfältigem Pflanzenangebot

„Bienen und Hummeln brauchen Pollen und Nektar – und zwar das ganze Jahr über”, erklärt die Expertin, die sich auf die naturnahe Planung und Gestaltung von kommunalen Freiflächen, Schulgeländen und Privatgärten spezialisiert hat. Für die Pflanzenwahl im Garten und auf dem Balkon sollten heimische nektar- oder pollenreiche Pflanzen berücksichtigt werden. Das sind zum Beispiel:

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Krokusse

Akelei

Salbei

Winterlinge

Astern

Lauch

Fetthenne

Heilziest

Weiden

Kern: „Sie bieten vor allem Wildbienenarten Nahrung. Idealerweise sollte die Pflanzenzusammenstellung so sein, dass vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein ein Nahrungsangebot vorhanden ist. Absolute Bienenmagneten sind auch Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Borretsch, die problemlos auf dem sonnigen Balkon oder auf der Fensterbank im Topf gezogen werden können.” Verzichten sollten Bienenfreunde stattdessen auf beliebte Klassiker wie Geranien oder Forsythien. „Die sehen vielleicht schön aus, sind ökologisch jedoch völlig wertlos.” Überhaupt seien bei vielen unserer üppigen und herrlich duftenden Zierpflanzen die Blütenblätter züchterisch vermehrt. Landschaftsarchitektin Kern: „Dabei spricht man von gefüllten Blüten. Entweder haben diese gar keine Staubbeutel mehr, oder sie sind so dicht, dass sie den Tieren den Zugang zur Nahrungsquelle verwehren.”

Der Nabu rät ergänzend noch zu folgenden bienenfreundlichen Gewächsen:

  • Blumenbeet: Schafgarbe, Lupine, Wilde Malve, ungefüllte Dahliensorten
  • Bäume und Sträucher: Schlehe, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Weißdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu, ungefüllte Kletterrosen
  • Gemüsebeet: Ackerbohnen, Kleearten, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren
  • Balkon: Goldlack, Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen, Pfefferminze (und andere Küchenkräuter)

Paradies für Bienen: Teil des Gartens naturnah gestalten

Gartenbesitzer können neben dem Kauf passender Pflanzen noch mehr für die wichtigen Nützlinge tun. Eine Wildstrauchhecke, beispielsweise aus Kornelkirsche oder Weiden, bietet Schutz und Nahrung. Und natürlich schaffen auch Apfel-, Birnen- oder Kirschbäume eine reich gedeckte „Bienentafel” im privaten Paradies.

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Wer über eine nicht ganz ordentliche, naturnahe Ecke im Garten hinwegsehen kann, lässt einen Teil des Grundstücks verwildern, sorgt beispielsweise mit einem Stapel Totholz im Schatten für Unterschlupf. Auch eine Wildblumenwiese oder Trockenmauern seien ideal. Anstatt aus Beton und Asphalt sollten Gartenwege aus Kies oder Sand gestaltet werden.

Kern: „Weil in den Hohlräumen der Stängel zahlreiche Larven von Wildbienen überwintern, sollten Gärtner darauf verzichten, im Herbst alle Pflanzen herunterzuschneiden. Bei vielen Stauden ist das nicht notwendig und kann problemlos Ende Februar nachgeholt werden.”

Wer den Nützlingen ein geeignetes Quartier schaffen will, baut ihnen ein „Insektenhotel“.

Wer den Nützlingen ein geeignetes Quartier schaffen will, baut ihnen ein „Insektenhotel“.

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Bei uns bekommen Sie alle Infos, die Sie zum Bau eines Insektenhotels brauchen. Weitere Anleitungen für ein Insektenhotel finden sich im Internet beispielsweise auf den Seiten des Naturschutzbund Deutschland e. V. oder unter bienenretter.de.

Bienensterben: Pestizide schaden Nützlingen

Aus dem Schuppen verbannen sollten Naturfreunde zwingend auch Pflanzenschutzmittel und Insektizide. Kern: „Ihr Einsatz – sowohl in der Landwirtschaft, aber auch im Privatgarten – hat mit zum weltweiten Bienensterben beigetragen. Viele Menschen wissen beispielsweise noch immer nicht, dass Mittel wie Glyphosat die Gehirnprozesse der Tiere stören und ihre Kommunikation, Navigation und Pollensammelfähigkeit einschränken. Sie verlieren die Orientierung, finden schlimmstenfalls nicht zurück in den Bienenstock und verenden.”

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Wen Unkraut im Beet wirklich stört, sollte stattdessen zu ökologisch unbedenklichen Mitteln wie Brennnesseljauche greifen oder klassisch per Hand jäten. Und noch einen Tipp gibt die Garten- und Landschaftsarchitektin: „Auch Bienen haben Durst. Um ihnen zu helfen, kann man im Garten oder auf dem Balkon eine Vogeltränke aufstellen, in die einige flache, herausragende Steine gelegt werden. So können sie leichter an das Wasser kommen, laufen nicht Gefahr zu ertrinken.”

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