Vielseitig und ökologisch

Wundermittel für den Garten: So bekämpfen Sie Unkraut, Schädlinge und Schmutz mit Natron

Unkraut jätet man am besten, solange das Beet noch frei ist.

Die Gartenarbeit beginnt wieder – und damit auch das Jäten von Unkraut. Hilfreich kann dabei Natron sein.

Sie sind die unschönen Begleiter der Gartenarbeit: Unkraut und Schädlinge. Schon jetzt im Frühjahr machen sich unbeliebte Gewächse breit, denen am besten direkt der Garaus gemacht wird. Und auch Läuse, Spinnmilben und Co. lassen oft nicht lange auf sich warten. Die gute Nachricht ist: Es gibt einfache und günstige Hilfe.

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Natron, auch bekannt als Back- oder Speisesoda, ist fester Bestandteil vieler Haushalte. In der Küche dient es vor allem zur Auflockerung von Teigen, beim Putzen ist es unter anderem in Form von selbstgemachtem Scheuermittel beliebt. Und im Garten? Hier kann das weiße Pulver vielfältig als wahres Wundermittel eingesetzt werden.

Natronlauge als effektive Waffe gegen Schädlinge

Wer kennt es nicht: Die Pflänzchen sind gerade erst aus der Erde gesprossen, da kündigen sich auch schon die ersten Schädlinge an – allen voran Blattläuse. Bekämpfungsmittel gibt es allerlei zu kaufen. Wer die chemische Keule jedoch vermeiden und dabei noch Geld sparen möchte, kann zu Natron greifen. Aufgelöst in Wasser, lässt es sich einfach auf die befallenen Stellen sprühen. Wichtig ist dabei allerdings, auf die richtige Dosierung zu achten.

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„Auf einen Liter Wasser sollten maximal fünf Gramm Natron gegeben werden. Das entspricht etwas einem Teelöffel“, sagt Maren Brennig, Pflanzenschutzberaterin der Landwirtschaftskammer Saarland (LWK). „Viel hilft viel“ gelte im Falle von Natriumhydrogencarbonat – so der Fachbegriff des weißen Pulvers – nicht. „Es handelt sich um eine Lauge, die man hier anwendet. Zu hoch konzentriert kann sie den Pflanzen eher schaden und zu Blattverbrennungen führen“, erklärt die Expertin. Den Blattläusen – oder anderen Schädlingen – schade sie aber eben auch: Sie werden durch die Lösung verätzt.

Wer das Risiko nicht eingehen möchte, seiner Pflanze zu schaden, könne als Alternative auch eine milde Spülmittellösung verwenden. Die umweltfreundlichste Lösung aber sei laut Brennig die Förderung von Nützlingen im Garten: „Durch einen abwechslungsreichen Anbau, insbesondere den von insektenfreundlichen Pflanzen, lockt man zum Beispiel Marienkäfer an. Vor allem deren Larven sind unglaublich fleißig, was das Verschlingen von Läusen angeht.“

Natron-Wasser-Gemisch zur Vorbeugung von Pilzerkrankungen

Neben den Schädlingen sind Pilzerkrankungen ein großes Ärgernis für alle (Hobby-)Gärtnerinnen und Gärtner. Auch hier kann die Natronlauge helfen. „Sie verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche und schafft damit ein ungünstiges Milieu für Pilze“, sagt die Pflanzenschutzberaterin. Sie mahnt jedoch an, dass Natron keine heilende Wirkung habe. Sei die Pflanze einmal befallen, helfe es kaum noch.

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Vorbeugend wirken könne das Besprühen der Pflanze mit verdünntem Natron vor allem bei einfachen Pilzerkrankungen, wie dem echten Mehltau. Weniger bringe es hingegen bei komplizierteren Erkrankungen wie der Krautfäule, die besonders gern bei Tomatenpflanzen auftritt. „Natriumhydrogencarbonat kann vorbeugend verwendet werden. Wenn die Pflanze einmal befallen ist, hilft es kaum noch.“ Problematisch werde Pilzbefall ab Juni, wenn das Klima feuchtwarm ist. Anwenden könne man die Behandlung dann einmal wöchentlich.

Generell empfiehlt die Expertin, die Pflanzen nur an trüben Tagen oder in den Abendstunden zu besprühen, da die Sonneneinwirkung sonst zu Blattverbrennungen führe. Zur besseren Benetzung könne man einen Tropfen Spülmittel ins Wasser geben. Als Alternative zu Natron könne man außerdem das weniger aggressive Backpulver nehmen. „Hier entfällt das Natrium, der pH-Wert der Blätter wird aber dennoch hochgesetzt“, sagt Brennig.

Mit Natron Schnecken und Ameisen bekämpfen

Auch Schnecken sind unliebsame Gäste im Garten, denen man mit Natron zu Leibe rücken kann. Die Weichtiere überleben den Kontakt mit dem Natriumsalz in der Regel nicht. Streut man es also im Garten aus, sollte man Nacktschnecken und auch Kohlraupen erfolgreich bekämpfen können.

Selbiges gilt für Ameisen. Zwar sind diese Insekten nützlich, doch werden es zu viele, können sie lästig sein. Gelingt ihnen gar der Weg nach drinnen, sind sie nur schwer wieder loszuwerden. Die beste Lösung ist, Natron entlang der Ameisenstraße auszustreuen, denn es ist giftig für die kleinen Krabbeltiere. Damit sie das weiße Pulver verlockend finden, sollte Puderzucker hinzugemischt werden, raten die Expertinnen und Experten vom Onlinegartenmagazin „Plantopedia“.

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Unkrautvernichtung durch Natron

Weg von den unliebsamen Lebewesen, hin zu den unerwünschten Pflanzen: Unkraut jäten ist wohl eine Gartenarbeit, die kaum jemandem Freude bereitet. Selbst wenn die Wurzeln, wie jetzt im Frühjahr, noch schwach sind, ist es müßig, die Unkräuter zu entfernen. Natron könnte hier die Rettung sein, denn es vernichtet sie relativ effektiv. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man streut das Pulver direkt auf die Unkräuter oder aber man greift erneut zu einem diesmal höher dosierten Natron-Wasser-Gemisch.

Pflanzenschutzberaterin Brennig warnt allerdings vor der Benutzung auf gepflasterten oder versiegelten Wegen und Plätzen. „Die Verwendung von Natron, ebenso wie die von Essig und Salz, ist dort per Pflanzenschutzgesetz verboten und wird sogar mit einem Bußgeld geahndet“, sagt sie. Damit gehören die Hausmittel in dieselbe Kategorie wie glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel. Grund ist der Umweltschutz, denn von versiegelten Flächen können die Mittel abgewaschen werden und anschließend ins Grundwasser gelangen.

Zur privaten Nutzung auf Rasenflächen und in Beeten ist der Einsatz von Natron hingegen erlaubt. Doch auch hier rät die Expertin zur Vorsicht: „Natron kann sehr wirksam gegen Unkräuter sein, aber ebenso benachbarte Pflanzen angreifen, wenn es zu hoch konzentriert ist.“ Sie empfiehlt in Sachen Unkraut generell lieber, auf das altbewährte Kehren, Raushacken oder Abflammen zurückzugreifen.

Natron zum Reinigen von Blumentöpfen und Händen

Tatsächlich sehr praktisch ist Natron in Sachen Reinigung – das ist aus dem Haushalt bekannt. Doch auch im Garten kann es wunderbar als Putzmittel eingesetzt werden. Hier kommen Blumentöpfe, insbesondere Tontöpfe, ins Spiel. Meist weisen sie bereits nach einjährigem Gebrauch unschöne weiße Kalkränder auf. Um diese leicht zu entfernen, die Töpfe in warmes Wasser stellen, pro Liter wieder einen Teelöffel Natron hinzugeben und einige Stunden einweichen lassen. Angewendet werden kann das Verfahren zum Beispiel auch bei Vogeltränken. Anschließend lassen sich die Verschmutzungen leicht entfernen.

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Die Gartenarbeit ist getan, aber nun sind die Hände dreckig, der Schmutz ist oft hartnäckig. Auch hier hilft Natron. Einfach die Hände anfeuchten, etwas von dem weißen Pulver darauf verreiben und gründlich abspülen. Der Vorteil im Gegensatz zu anderen Reinigungsmitteln: Es ist hautfreundlich.

Wer nun noch einen Splitter in der Haut entdeckt, kann erneut zum Natriumsalz greifen, anstatt umständlich mit Nadel und Pinzette zu versuchen, das kleine Holzstück herauszuholen. Dazu ein wenig Natron befeuchtet auf die entsprechende Stelle geben, mit einem Pflaster abdecken und einige Stunden warten. Die Haut sollte danach weicher und der Splitter ein Stück hervorgetreten sein, sodass er sich leichter entfernen lässt.

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