Eine Minute Chemie

Risiko: Wenn Kerzen plötzlich abfackeln

Rostock. Am besten jetzt Kerzen anzünden. Und Heiligabend sowieso. Der Schein lässt die Augen leuchten, macht die Stimmung heimelig und wohlig entspannt. Wenn es dann aber, was gottlob nicht so häufig vorkommt, zum sogenannten Wachsbrand kommt, sollte man bereits wissen, was zu tun ist, damit nicht Schlimmeres passiert. „Auf keinen Fall sollte ein Wachsbrand mit Wasser gelöscht werden“, warnt Juliana Zeidler. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie der Uni Rostock sagt: „Das Wachs, ob fest oder flüssig, brennt nicht.“ Aber Wachs im gasförmigen Zustand schon.

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Chemikerin Juliana Zeidler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock

Chemikerin Juliana Zeidler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock

Wachs, meist ist es Paraffin, seltener Stearin oder Bienenwachs, wird im Umfeld eines brennenden Dochtes flüssig. Diese flüssige Substanz wird vom Docht aufgesaugt und verdampft dort – deshalb brennt die Kerzenspitze. „Je mehr Kerzen dicht beieinander stehen, desto mehr Wachsdampf kann sich unter Umständen entzünden.“ Dann brennen etwa ganze Teelichter lichterloh. Wer jetzt versucht, mit Wasser den Brand zu löschen, wird mit einer Stichflamme überrascht. „Weil das Wasser aufgrund der Hitze sofort verdampft und der Wasserdampf beim Aufsteigen kleine Wachstropfen mit sich reißt.“ Die Wachstropfen werden wiederum sofort gasförmig und sorgen für die Stichflamme. Einen ähnlichen Effekt gibt es bei Fett- und Ölbränden.

Um die gefährliche Situation möglichst unter Kontrolle zu bekommen, hilft nur: „Die Flamme zum Beispiel mit einem Topfdeckel oder nassen Handtuch ersticken.“

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Von Klaus Amberger

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