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Ungute Erinnerungen

Erinnerung an den Mittagsschlaf in Kitas - zu DDR Zeiten für viele ein Albtraum

Der gemeinsame Mittagsschlaf war in den Kitas und im Hort der Schulen in der DDR Alltag. Die Aufnahme entstand 1988 in Berlin.

Der gemeinsame Mittagsschlaf war in den Kitas und im Hort der Schulen in der DDR Alltag. Die Aufnahme entstand 1988 in Berlin.

Dresden. Mittagsschlaf in Kindergarten und Schule in der DDR? Für die meisten Kinder war das offenkundig die reinste Tortur. Ein Dresdner hatte vor wenigen Tagen bei Twitter zwei Fotos von den klappbaren Pritschen, wie sie landauf landab in Kitas und Schulhorten zu finden waren, gepostet – und damit eine Welle von Reaktionen ausgelöst. Viele schrieben sich mit ihren Kommentaren ihre unguten Erinnerungen von der Seele, bis hin zu Vorwürfen über Konsequenzen für Kinder, die nicht einschlafen konnten.

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Hinter dem auslösenden Tweet steckt der Dresdner Martin Walther. In einem Radiosender seien die Liegen wenige Tage zuvor Thema gewesen – was schon dort eine hohe Resonanz ausgelöst hatte, wie Martin Walther erklärt. Auch er fühlte sich sofort an seine Zeit in ei­ner Kita in Gera in den frühen 1980er Jahren erinnert und postete kurz darauf schließlich die Bilder der Pritschen, versehen mit dem Kommentar: „Auf den Dingern haben wir im DDR-Kindergarten übrigens Mittagsschlaf gehalten (oder wahlweise an die Decke gestarrt).“ Die Reaktionen auf diesen Tweet ließen dann nicht lange auf sich warten.

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„Ich hab’s gehasst!“, schrieb ein Twitternutzer kurz und schmerzlos und dürfte damit trefflich die Gefühlslage der anderen Kommentatoren zusammengefasst haben. Berichtet wird vor allem aber über Erfahrungen eines als angeord­ne­t empfundenen kollektiven Mittagsschlafs – und die Sanktionen für jene Kinder, die partout nicht auf Kommando die Augen schlossen.

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„Der Mittagsschlaf hat ja fast alle betroffen“

Ein Dresdner Reporter berichtet beispielsweise vom Privileg, einen Platz an der Wand ergattern zu können: „Da hat niemand gesehen, dass ich die Augen offen hatte“ – denn bereits Blinzeln sei mit Ärger verbunden gewesen. In anderen Kommentaren ist die Rede von Kindern, die sich neben die Liege stellen mussten und sich nicht hinsetzen durften, oder von einer Kindergärtnerin, „die dir die Hölle heiß gemacht hat, wenn du ... nicht schlafen konntest“. Berichtet wird auch von Tüchern und Zeitungen, die über den Kopf gelegt worden sind.

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Wie repräsentativ diese Aussagen tatsächlich sind, sei dahingestellt. In jedem Fall hat der Anblick der Liegen viele Reaktionen ausgelöst – was Martin Walther so nicht erwartet hätte. Andererseits waren diese prägend: „Der Mittagsschlaf hat ja fast alle betroffen.“ Und er war aus Sicht von Martin Walther, heute Mitglied der FDP in Dresden, auch Teil eines schon in der Kita und auch später im Schulhort stark auf Kollektivierung ausgelegten Systems, bei dem Kindern bereits in der Krippe beigebracht worden sei, auf Kommando auf den Topf zu gehen.

Von RND/Sebastian Kositz

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