Störung bei der Kartenzahlung – was Kundinnen und Kunden wissen müssen

Einkaufswagen voll, keine Kartenzahlung möglich – und jetzt?

Die Probleme mit Kartenzahlungen in vielen Geschäften halten an. Hintergrund ist eine Störung eines weit verbreiteten Bezahlterminals Verifone, das mehrere Zahlungsdienstleister in Deutschland verwenden.

Die Probleme mit Kartenzahlungen in vielen Geschäften halten an. Hintergrund ist eine Störung eines weit verbreiteten Bezahlterminals Verifone, das mehrere Zahlungsdienstleister in Deutschland verwenden.

Hannover. Bei der EC-Kartenzahlung gibt es weiterhin Probleme. Seit Tagen fallen bundesweit bestimmte Zahlungsterminals wegen eines Softwarefehlers aus. Die Störungen sorgen vor allem im Einzelhandel für Ärger.

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Was genau ist das Problem?

„Der Grund ist ein Softwareproblem in dem weit verbreiteten Verifone-Gerät H5000, über das die Zahlungen abgewickelt werden“, erklärt Jörg Stahl, Vorsitzender des Bundesverbandes der „electronic cash“-Netzbetreiber (BecN) gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Der Hersteller ist dabei, den Fehler zu beheben.“ Mittlerweile soll es ein Update geben, das sich derzeit noch im Test befindet. Stahl: „Das muss zum aktuellen Zeitpunkt an dem Kartenleseterminal vor Ort eingespielt werden.“

Die Version sei nicht stabil genug, um sie flächendeckend einzusetzen, teilte der Frankfurter Dienstleister Payone am Wochenende mit. „Dennoch gehen wir davon aus, dass dieser Vorgang nicht ad hoc in der Fläche ausgeführt werden kann, sondern vermutlich einige Tage in Anspruch nehmen wird“, erklärte eine Payone-Sprecherin.

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Am Montag bestätigte die Sprecherin dem RND, dass die bestehenden Einschränkungen durch Verifone bei der Verarbeitung von Transaktionen weiter andauern würden. Deshalb wolle Payone kurzfristig Alternativen ermöglichen: zum einen den Tausch von Terminals, zum anderen die Umstellung auf lastschriftbasierte Bezahlverfahren.

Welche Karten funktionieren nicht?

Hier handelt es sich um ein Missverständnis. „Das hat nichts mit den Karten an sich zu tun, sondern nur mit dem Verifone-Gerät H5000. Damit gibt es derzeit Probleme – das betrifft dann Giro-, Kredit- und andere Bankkarten“, erklärt Stahl. Das heißt auch: „Am Bankautomaten kann man wie gewohnt Geld abheben.“

Welche Händler und Betreiber sind betroffen?

Betroffen von der Störung sind vor allem Filialen von Aldi Nord, Edeka, Netto, Rossmann und DM. Auch bei Gastronomiebetrieben, Büchereien, Boutiquen, Friseuren und Nagelstudios kann es in Einzelfällen zu Problemen kommen. Aldi Nord und Netto melden allerdings auch bereits, das Problem selbst gelöst zu haben. Dort ist die Kartenzahlung wieder möglich.

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Nach Angaben des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG) sei der entsprechende Gerätetyp an Tankstellen nicht so verbreitet. „Probleme sind bisher nur bei Esso aufgetreten“, sagte ein ZTG-Sprecher. Er schließt aber nicht aus, dass auch freie Tankstellen Schwierigkeiten haben.

Wie erkennt man, ob in den Filialen, Geschäften oder Tankstellen derzeit mit Karte gezahlt werden kann?

„Gibt es mit der Kartenzahlung Probleme, müssen die Geschäfte am Eingang, die Tankstellen an den Tanksäulen darauf hinweisen“, sagt David Riechmann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dem RND. Etwa mit Aushängen oder Aufstellern. An der Kasse würden Kundinnen und Kunden oft ebenfalls die entsprechenden Hinweise finden.

Was passiert, wenn man das zu spät bemerkt und mit seinen Einkäufen schon an der Kasse steht?

„Dann muss man mit Bargeld bezahlen“, sagt Anwalt Riechmann. „Und wenn das Geld im Portemonnaie dafür nicht reicht, müssen die Einkäufe im Laden bleiben.“ Denn: „Ohne Bezahlung kommt rein rechtlich kein Kaufvertrag zustande. Die Ware gehört weiterhin dem Händler.“

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Und wenn man schon getankt und kein Bargeld dabei hat?

„Wer bereits weiß, dass er nicht mehr genug Sprit, aber auch kein Geld dabei hat, sollte auf jeden Fall vor dem Tanken mit dem Tankstellenpersonal sprechen“, rät Anwalt Riechmann „In der Regel finden die Pächter eine Lösung.“ Zum Beispiel, indem sie eine Rechnung ausstellen. „Das Recht ist auf Seiten des Tankstellenbetreibers: Wer wegfährt, ohne zu bezahlen, begeht Tankbetrug oder Unterschlagung – und muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.“

Kann der Händler oder Betreiber meinen Personalausweis als Pfand fordern?

„Nein“, sagt der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. „Händler dürfen den Personalausweis nicht als Pfand einfordern.“ Kopien der Vorderseite und der Rückseite mit einem Kopierer anzufertigen sei allerdings möglich und biete eine gute Alternative, um Personalien sicherzustellen. Ausweisdaten, die nicht zur Identifizierung benötigt werden, können und sollten auf der Kopie von der Ausweisinhaberin und dem -inhaber geschwärzt werden.

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