Elektrischer Lieferwagen

BrightDrop Zevo 600: So liefert General Motors Pakete ohne Lärm und Abgase aus

BrightDrop Zevo 600.

BrightDrop Zevo 600.

Wer kennt sie nicht, die braunen Paketlaster, in denen der Fahrer, meist mit kurzen Hosen, aber noch häufiger mit offener Schiebetür, die Ware bis vor die Haustür bringt? Allein die Flotte von UPS (United Parcel Service) umfasst Zigtausende Fahrzeuge – alle mit Verbrennungsmotor. Gleiches gilt für Fedex, Amazon, Walmart oder die US-Post. Der sogenannte Delivery-Markt ist gigantisch. Darauf reagiert nun General Motors (GM). Der größte amerikanische Fahrzeugbauer hat exakt für dieses Gewerbe ein sogenanntes purpose-built vehicle, ein auf den Kunden zugeschnittenes Auto, entwickelt, den vollelektrischen BrightDrop Zevo 600. Denn viele Unternehmen wollen ihre Waren in Zukunft umweltfreundlicher liefern – setzen dafür konsequent auf Elektroantrieb.

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Zwar gibt es die eine oder andere Umbaulösung, doch so etwas ist auf Dauer nicht zufriedenstellend. General Motors hat daher während der Entwicklung des Zevo intensiv mit den Flottenkunden gesprochen, gefragt, was sie benötigen, wie ein perfekter „Last-mile delivery van“ auszusehen und zu sein hat. Die Komplettlösung hat viele Vorteile: bessere Raumausnutzung, mehr Nutzlast, mehr Reichweite, mehr Sicherheit und für den Kunden geringere Kosten.

Neu entwickelte Ultium-Elektroplattform

Der BrightDrop Zevo 600 steht auf der brandneuen GM-Elektroarchitektur Ultium. Sie ist so etwas wie bei VW die MEB-Plattform oder bei Hyundai der E-GMP. Ultium bildet in den kommenden Jahren das Rückgrat des Detroiter Autobauers und soll einer ganzen Palette an künftigen E-Modellen und über alle Konzernmarken hinweg zur Verfügung stehen. Die Bandbreite reicht vom Kleinwagen bis hin zum, in Amerika äußerst beliebten, Pick-up.

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150 BrightDrop Zevo 600s wurden allein für den Kurierdienstleister Fedex nach Kalifornien geliefert. Das ist derzeit eine der größten Elektroflotten in den USA.

150 BrightDrop Zevo 600s wurden allein für den Kurierdienstleister Fedex nach Kalifornien geliefert. Das ist derzeit eine der größten Elektroflotten in den USA.

Lasse ich während des kurzen Weges zwischen Auto und Haustür und zurück zum Auto nun den Motor laufen oder nicht? Derlei Gedanken braucht sich der Fahrer des BrightDrop Zevo 600 nicht mehr zu machen. Der Elektromotor kann stets im Stand-by-Modus bleiben. Nicht nur, dass keine Abgase mehr produziert werden, es entfällt auch der sonst übliche Motorlärm. Leise und sauber lässt sich der Zevo 600 durch jede Wohnsiedlung manövrieren. Dass er sogar über zwei E-Maschinen (zusammen 300 PS) und damit über Allradantrieb verfügt, ist eigentlich schon zu viel des Guten. Aber die Amis leben ja gern nach der Devise „Bigger is better“.

130 Kilometer laden in 30 Minuten

250 Meilen, umgerechnet 400 Kilometer an Reichweite verspricht General Motors für den Elektro-Van. Im Boden steckt eine Kapazität von 120 kWh. Das sollte sogar für einen Zwei-Schicht-Arbeitseinsatz reichen. Die dritte Schicht kann der Zevo 600 bequem an der Firmen-Wallbox hängen. Sollte es wirklich einmal nötig sein, tagsüber die Akkus nachzuladen, per DC (Gleichstrom) sind bis zu 120 kW Ladeleistung möglich. 130 neue Kilometer sollen so innerhalb von 30 Minuten nachfüllbar sein.

Die Ultium-Plattform ermöglicht auch die Integration einer hochmodernen Elektronik, wichtig für diverse Fahrerassistenzsysteme. Gerade im täglichen und stets hektischen Auslieferungsgeschäft in den Städten reichen wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit, um eine Unfallsituation herbeizuführen.

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Der Zevo 600 erhielt daher ein automatisches Bremssystem, Sensoren erkennen Fußgänger und Radfahrer, die HD-Kamera am Heck liefert ein präzises Bild aufs Display, was sich hinter der Rollladentür tut.

Der BrightDrop Zevo 600 auf dem Testgelände von General Motors in Milford (Michigan).

Der BrightDrop Zevo 600 auf dem Testgelände von General Motors in Milford (Michigan).

Im Unterhalt deutlich günstiger als ein Verbrenner

Für die typischen Großkunden des BrightDrop-Elektro-Vans mögen derartige Features eher zweitrangig sein. Es zählt einzig und allein die TCO, die Total Cost of Ownership. Das US-Energieministerium hat ausgerechnet, dass die Unterhaltskosten bei einem Elektrolaster wie dem Zevo 600 gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner von 10 auf 6 Cent die Meile sinken. Auch die Reparaturhäufigkeit von liegen gebliebenen Fahrzeugen sinkt rapide.

E-Fahrzeuge gelten als weitaus zuverlässiger als jene mit Diesel oder Benziner. Ausfälle bedeuten stets Kosten, die Autos sollen unterwegs sein und Geld verdienen. Die Amerikaner haben hierfür den coolen Ausdruck „Downtime is death for fleets“ – ein Auto außer Betrieb ist der Tod der Flotte. Insgesamt soll der Zevo 600, verglichen mit einem Diesel-Van, rund 7000 US-Dollar im Jahr an Kosten sparen.

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Neben dem BrightDrop Zevo 600 wird General Motors im nächsten Jahr die kürzere Version Zevo 400 nachreichen. Schließlich glänzen auch die Downtown-Reviere amerikanischer Großstädte wie New York City, Boston oder Miami nicht mit üppigen Platzverhältnissen. Ideal wäre der Zevo 400 ebenso für Deutschland. Ob GM seinen praktischen Delivery-Van allerdings zu uns schickt, bleibt abzuwarten. Der Strategieplan soll im kommenden Frühjahr bekannt gegeben werden.

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