Erfindergeist

Qashqai e-Power: Nissan hat einen bislang einzigartigen Ökoantrieb entwickelt

Verhält sich genauso geschmeidig und komfortabel wie ein reines E‑Auto: der Qashqai e-Power von Nissan.

Verhält sich genauso geschmeidig und komfortabel wie ein reines E‑Auto: der Qashqai e-Power von Nissan.

Die Welt der elektrifizierten und elektrischen Antriebe ist groß. Mittlerweile gibt es ein ganzes Bündel an technischen Lösungen. Mild-Hybrid, Full Hybrid, seriell und parallel, Plug-in-Hybrid, reine Batterieautos mit und ohne Range-Extender bis hin zum Wasserstoff-/Brennstoffzellen-Fahrzeug. Doch damit ist der Erfindergeist längst nicht am Ende. Nissans Ingenieurinnen und Ingenieure haben sich jetzt etwas ganz Besonderes ausgedacht und serienreif entwickelt. Der bislang einzigartige Ökoantrieb nennt sich „e‑Power“.

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Damit sticht die japanische Marke – mit dem Leaf immerhin einer der Pioniere bei den vollelektrischen Antrieben – aus dem Dreierbund Renault-Nissan-Mitsubishi heraus. Während die Geschwister bei ihrer Elektrifizierungsstrategie unter anderem auf Plug-in-Hybrid setzen, sagte man sich bei Nissan: Halt, es muss noch einen anderen und vor allem kostengünstigeren Weg geben, dem Kunden und der Kundin ein elektrisches Fahrgefühl zu vermitteln.

Und dies, ohne dass er oder sie sich um Reichweite und Ladeinfrastruktur scheren muss. Hinzu kommt: Sobald in Europa nach und nach die Förderung für den Plug-in-Hybrid ausläuft (in Deutschland ab 2023), werden mit ziemlicher Sicherheit die Verkaufszahlen bröckeln. Bei diesem Szenario lohnt es sich für Nissan nicht mehr, in die teure Plug-in-Technik zu investieren, selbst wenn die meisten Zutaten aus dem Konzernregal stammen.

Blick ins Cockpit und auf den Beifahrerplatz. Im Nissan Qashqai e‑Power geht es hinreichend geräumig zu.

Blick ins Cockpit und auf den Beifahrerplatz. Im Nissan Qashqai e‑Power geht es hinreichend geräumig zu.

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Spareffekt von bis zu 40 Prozent

Das „e‑Power“-Prinzip könnte allerdings eine passende Brückentechnologie sein. Sie feiert ihr Debüt im Qashqai. Dass die neue Technik zunächst im kompakten Crossover-Modell verbaut wird, ist kein Zufall. Der Qashqai ist der Bestseller im Nissan-Programm und „e‑Power“ hat somit den größten Spareffekt. In der Stadt soll der Verbrauch im Vergleich zu einem Mild-Hybrid um bis zu 40 Prozent niedriger liegen.

Doch was macht Nissans „e‑Power“ so einzigartig? Gegenüber einem gängigen Hybridsystem, bei dem der Verbrennungsmotor die Hauptlast trägt und die E‑Maschine nur beim Anfahren und Beschleunigen hilft oder für das langsame Fahren zuständig ist, wird bei „e‑Power“ das Auto stets und ausschließlich über den Elektromotor angetrieben. Es gibt keine mechanische Verbindung zwischen Verbrenner und den Antriebsrädern. Die E‑Maschine leistet 140 kW (190 PS) und entwickelt stramme 330 Newtonmeter an Drehmoment, was dem Qashqai schon automatisch einen souveränen Charakter gibt. Der Benziner, ein Dreizylinder-Turbo mit 1,5 Litern Hubraum, schafft mit seiner variablen Verdichtung 115 kW (156 PS) und treibt lediglich einen Generator zur Stromerzeugung an. Dieser schickt seine Energie entweder direkt in den Elektromotor oder über einen Inverter (in ihm wird Wechselstrom zu Gleichstrom gewandelt) zur Batterie.

Die Heckansicht des neuen Nissan Qashqai e‑Power.

Die Heckansicht des neuen Nissan Qashqai e‑Power.

Drei Kilometer sind rein elektrisch möglich

Manch einer wird jetzt sicher einwenden, ein E‑Auto mit Range-Extender ist prinzipiell nichts anderes. Richtig. Doch bei ihm bringt sich der Verbrenner erst ins Geschehen, wenn die Kapazität der Batterie zur Neige geht. Anders funktioniert es bei „e‑Power“. Hier springt der Benziner schon an, sobald etwas stärker beschleunigt wird oder man schneller als 60 km/h unterwegs ist. Geht man vom Gas oder fährt langsam, arbeitet nur der Elektromotor. Bis zu drei Kilometer könnte der Qashqai rein mit Strom rollen, mehr gibt die nur 1,95 kWh große Batterie nicht her.

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Die größte Überraschung liefert der Qashqai e‑Power beim Fahren. Er spricht elektrotypisch sofort und direkt an, beschleunigt linear und verhält sich genauso geschmeidig und komfortabel wie ein reines E‑Auto. Nur mit dem Unterschied, dass dezent im Hintergrund gelegentlich noch die Arbeit der drei Zylinder zu hören ist. Positiv fiel zudem auf, dass die Erhöhung der Drehzahl gut mit der Zunahme der Geschwindigkeit harmoniert. Hybridfahrer wissen hier anderes zu berichten. Nichts ist nerviger als der bekannte „Gummibandeffekt“ beim Beschleunigen.

Zunächst wird Nissan sein Hybridsystem im Qashqai anbieten. Folgen soll dann Ende des Jahres der neue X‑Trail. Preislich beginnt der Qashqai e‑Power bei 41.360 Euro. Der Aufpreis gegenüber dem konventionellen Benziner mit Automatik beträgt bei gleicher Ausstattung 3450 Euro. Eine Innovationsprämie, wie es sie für reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride gibt, erhält der Käufer nicht. Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg stuft den Qashqai e‑Power als normalen Hybrid ein.

 

Nissan Qashqai e‑Power

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Antrieb: Front

Motor: Elektromotor

Leistung: 140 kW/190 PS

Generator: 1,5-Liter-Dreizylinder

Leistung: 115 kW/156 PS

Max. Drehmoment: 330 Nm

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(0–100 km/h): 7,9 s

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

Länge/Breite/Höhe: 4,43/1,84/1,63 m

Verbrauch: 5,3 l Super

Leergewicht: 1612 kg

Kofferraum: 436 – 1422 l

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Preis: ab 41.360 Euro

 

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