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Innovationen auf der Micromobility Expo

Nicht nur E‑Autos: Diese fünf Beispiele zeigen, wie Lastenrad, Moped und Co. elektrisch werden

Das in Deutschland produzierte E‑Velo-Cabrio soll in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Die Erfolge der viel beschworenen Verkehrswende in deutschen Städten sind bislang eher bescheiden. Der Verbrenner-Pkw dominiert weiterhin, während ressourcen- und klimaschonende Alternativen fast allerorten ein Nischendasein fristen. Dabei mangelt es nicht an frischen Ideen, wie sich jetzt auf der Micromobility Expo in Hannover gezeigt hat. Fünf Beispiele:

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Elektrifizierungskits zum Mopedumbau in Eigenarbeit

Auf den ersten Blick alles andere als neu und zukunftsweisend wirkten die beiden Simson-Mopeds der Firma Second Ride. Second Ride ist ein Start-up, das aus einer Projektwerkstatt der TU Berlin gegründet wurde, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein Umrüstkit speziell für Mopeds des einstigen DDR-Zweiradherstellers Simson zu entwickeln. Mittlerweile bietet das im April 2022 gegründete Unternehmen seine Elektrifizierungskits zum Kauf an.

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Mit dem rund 2700 Euro teuren Technikpaket lassen sich die Baureihen S50, S51 und KR51/2 (Schwalbe) zu emissionsfreien Elektromopeds in Eigenarbeit umbauen. Ein bis zwei Stunden soll es dauern, bis aus knatternden Zweitaktern saubere und leise Einspurstromer werden, behauptet Firmengründer Sebastian Marten. Die E‑Schwalbe darf und kann trotz Kleinkraftrad-Zulassung auch weiterhin bis 60 km/h schnell fahren. Die Reichweite soll 50 Kilometer betragen, zum Laden an einer Haushaltssteckdose lässt sich der Sitzbankakku einfach abnehmen.

Pedelec-Cabrio mit Wetterschutz

E‑Velo-Cabrio heißt ein in Hessen entwickeltes Fahrrad mit vier Rädern, das im Sommer 2022 auf den Markt kommen soll. Es handelt sich um eine Art Kettcar für Erwachsene, das sich mit Wetterschutz ausstatten lässt. Sollte es regnen, kann der Fahrer oder die Fahrerin Rollos ausfahren, die von vorne und oben schützen.

Trotz der vier Räder ist das Velo-Cabrio mit einer Länge von 1,85 Metern und 80 Zentimetern Höhe kompakt. Dadurch, so der Erfinder Marco Müller, eignet es sich auch zur Mitnahme in einem Pkw. Grundsätzlich kann es auf Radwegen gefahren werden. Mit Transportbox oder Kindersitzen lässt es sich wie ein Cargo-Bike nutzen. Wer will, kann das Cabrio mit Bioantrieb bekommen. Das sei jedoch anstrengend, sagt Müller. In erster Linie soll es als Pedelec mit Bafang-Motor vertrieben werden. Voraussichtlicher Kostenpunkt: 6000 Euro.

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E‑Bike-Technik mit Autoästhetik

Noch Fahrrad oder doch schon Auto? Auch der Hopper ist ein solcher Grenzgänger, der E‑Bike-Technik mit Autoästhetik kombiniert. Obwohl der aus Augsburg stammende Hopper optisch an ein Pkw erinnert, ist er mit zwei Metern Länge und 88 Zentimetern Breite überraschend kompakt. Während das Minimobil vorne auf zwei Rädern steht, gibt es hinten nur ein und zudem sehr kleines Rad, mit dem auch gelenkt wird. Dank dieser Lösung soll der Wendekreis lediglich zwei Meter betragen.

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Neben einem Fahrersitz bietet der mit einem echten Lenkrad ausgestattete Hopper ein variabel nutzbares Fondabteil, welches Platz für 70 bis 220 Liter Gepäck oder alternativ für einen erwachsenen Fahrgast oder zwei Kinder bietet. Der Pedelec-Antrieb unterstützt bis 25 km/h, entsprechend darf ein Hopper Fahrradwege nutzen. Rund 7300 Euro soll das ab 2023 verfügbare Kleinstfahrzeug kosten.

Neues E‑Bike von „Ghost“: ein Allrounder mit Bodenhaftung

Mit dem E‑Riot von Ghost kann man sich in fast jedem Gelände austoben.

Ein Lastenrad, fast wie ein LKW

Ebenfalls vierrädrig und definitiv von einem Motor unterstützt ist das vornehmlich für Logistikunternehmen entwickelte Invelo 4. Ursprung für diese solide wirkende Konstruktion war ein Forschungsprojekt der TU Nürnberg in Kooperation mit den Paketdiensten GLS und DPD, bei dem im Lastenheft die Entwicklung eines zuverlässigen, leistungsstarken und ergonomisch optimierten Lastenrads gestanden hat. Als serienreifes Produkt ist das Invelo 4 herausgekommen, das von B&P Mobility aus Scheßlitz produziert und von der Share X Mobility AG vertrieben wird.

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Obwohl im Kern ein Fahrrad, steckt viel Automotive-Engineering in dem Kleintransporter, was sich etwa an massiven Felgen, einer standfesten Bremsanlage, den stabilen Achsen oder dem aufwendigen Lenkgestänge zeigt. Ziel der auf Haltbarbarkeit ausgelegten Konstruktion ist es, den Servicebedarf im Vergleich zu anderen Lastenrädern niedrig zu halten. Die Basis als Pick-up mit 190 Kilogramm Zuladung und TQ-Motor kostet rund 14.000 Euro. Es gibt viele Optionen wie Ladeboxen, Wetterschutz und verschiedene Akkuformate für bis zu 100 Kilometer Reichweite.

Ganz ohne Kabel: Smarte E‑Bike-Ladetechnik

Für eine smartere Infrastruktur entwickelt wurde die kabellose E‑Bike-Ladetechnik der Firma Tiler aus Delft. Die Lösung besteht aus zwei Komponenten: einer Abstellplatte mit Induktionsladetechnik sowie einem dazu passenden Seitenständer, der den Strom aufnehmen und zum Laden in den Akku leiten kann. Das E‑Bike muss also nur auf die im Boden eingelassene Platte gestellt werden, das Laden funktioniert dann automatisch. Die Lösung richtet sich in erster Linie an Fahrradvermietungen, E‑Bike-Sharing-Anbieter oder Firmenflotten.

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Der Clou: Der Ladevorgang ist für Nutzerinnen und Nutzer stark vereinfacht, ein Sharing-Anbieter muss zudem nicht ständig die Batterien seiner Pedelecs wechseln. Der Batterietausch verursacht 60 Prozent seiner Kosten, so Tiler. Geladen wird mit vier statt zwei Ampere, was außerdem die Ladezeiten nahezu halbiert. Die Ladetechnik können Firmen mieten. Der Basispreis pro E‑Bike beträgt 35 Euro pro Monat.

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