Verdachtsfälle in Ghana

Lebensbedrohliche Infektionskrankheit: Was ist das Marburg-Virus?

Dieses Transmissions­elektronen­mikroskop-Bild zeigt einen Teil der ultrastrukturellen Morphologie einer Reihe von Marburg-Virus-Virionen. Das Virus gehört genauso wie das Ebola-Virus zur Gruppe der fadenförmigen Filoviren und zeichnet sich durch seine gehstockartige Form aus.

Dieses Transmissions­elektronen­mikroskop-Bild zeigt einen Teil der ultrastrukturellen Morphologie einer Reihe von Marburg-Virus-Virionen. Das Virus gehört genauso wie das Ebola-Virus zur Gruppe der fadenförmigen Filoviren und zeichnet sich durch seine gehstockartige Form aus.

Bislang ist es nur ein Verdacht: Laut der Weltgesundheits­organisation (WHO) sind in einem Labor der ghanaischen Hauptstadt Accra zwei Fälle des hochansteckenden Marburg-Fiebers nachgewiesen worden. Beide Patienten sind an dem Erreger gestorben. Die WHO prüft nun beide Fälle.

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Wie gefährlich ist das Marburg-Virus?

Das Marburg-Virus ist eng verwandt mit dem Ebola-Virus, das ebenfalls als lebensbedrohlich gilt. Nach Einschätzung der WHO soll Ersteres sogar noch gefährlicher sein. Beide Virusinfektionen lösen ein hämorrhagisches Fieber aus, das mit schwerer Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einhergeht. Kennzeichnend für hämorrhagische Fieber können außerdem innere und äußere Blutungen sein, etwa aus dem Mund und der Nase, auch Blut im Urin und im Stuhl wird nachgewiesen.

Laut Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg verläuft das Marburg-Virus in 25 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Einen Impfstoff gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht.

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Wodurch wird das Marburg-Virus verursacht?

Das Marburg-Fieber wird laut „Ärzteblatt“ von einem fadenförmigen Filovirus verursacht und gehört wie Gelb-, Dengue-, Krim-Kongo- und Ebola-Fieber zu den hämorrhagischen Erkrankungen des Menschen. Als ein mögliches Reservoir für das Virus gelten Flughunde. Als mögliche Ansteckungsorte werden immer wieder Höhlen oder Minen genannt. Auch eine damals 40-jährige Niederländerin, bei der das Virus nachgewiesen wurde, hatte sich laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2008 mutmaßlich bei einem Besuch der ugandischen Python-Höhle über Fledermäuse infiziert.

Frühe Ausbrüche wurden auch mit Kontakten zu Affen in Verbindung gebracht. Eine Übertragung über Moskitos gilt laut „Ärzteblatt“ als unwahrscheinlich.

Wie sind die Übertragungswege?

Übertragen wird das Virus durch engen oder direkten Körperkontakt mit infizierten Menschen, deren Körpersekreten, Ausscheidungen oder Blut. Das Virus kann auch auf kontaminierten Oberflächen mehrere Tage überleben, etwa auf getragenen Kleidungsstücken von Erkrankten oder anderen benutzten Gegenständen.

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Wie lang ist die Inkubationszeit und welche Symptome treten auf?

Die Inkubationszeit liegt bei etwa fünf bis sieben Tagen. Meist beginnt die Erkrankung mit hohem Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Übelkeit, Erbrechen und starke Durchfälle treten auf, in deren Folge es häufig zu einer schweren Dehydration kommt. Der Körper trocknet aus. Auch Bindehautentzündungen und Hautirritationen sind möglich.

Wo gibt es schwerpunktmäßig Marburg-Virus-Fälle?

Sollten sich die beiden Marburg-Virus-Fälle in Ghana tatsächlich bestätigen, wäre es in kürzerer Zeit bereits das zweite Mal, dass der Erreger in Westafrika aufgespürt wurde. Zuletzt wurde im September vergangenen Jahres ein Fall in Guinea bestätigt, zu einem größeren Ausbruch kam es aber nicht. Regionale Ausbrüche mit mehreren Hundert Toten gab es bereits in der Demokratischen Republik Kongo (1998) und Angola (2004). Auch in Kenia, Südafrika und Uganda gab es einzelne Nachweise.

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Woher hat das Virus seinen Namen?

Im Jahr 1967 haben sich mehrere Labormitarbeitende im hessischen Marburg an aus Uganda importierten Affen infiziert, alle waren Angestellte bei den Behringwerken in der Affenhaltung. Seinerzeit wurde die Krankheit erstmals dokumentiert. Aus den Nieren der Affen sollten Impfstoffe gegen Poliomyelitis hergestellt werden. Der Pharmakonzern gehört heute zu einem großen Biotechnologieverbund.

 

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