Studie: Corona-Kreuzimpfung bewirkt „robuste Hemmung“ der Delta-Variante

Eine Krankenschwester impft einen jungen Mann gegen Covid-19.

Eine Krankenschwester impft einen jungen Mann gegen Covid-19.

Hannover. Eine Corona-Kreuzimpfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und dem Vektorvakzin von Astrazeneca sorgt für eine „robuste Hemmung“ der besorgnis­erregenden Virusvarianten Alpha, Beta, Gamma und Delta. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter der Leitung des Immunologen Prof. Dr. Georg Behrens.

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Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten die Immunantworten von 23 Geimpften untersucht: Davon hatten zwölf Personen zwei Astrazeneca-Impfdosen erhalten (homologes Impfschema), elf Probandinnen und Probanden bekamen hingegen erst eine Dosis Astrazeneca und danach eine Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer (heterologes Impfschema). Es zeigte sich, dass die Antikörper der vollständig mit Astrazeneca-Geimpften die Virusvarianten weniger wirksam neutralisieren konnten als die der Kreuzgeimpften.

Sollte sich dies in einer großen Studie bestätigen, könne für vollständig mit Astrazeneca-Geimpfte eine Kreuzimpfung als Boosterimpfung infrage kommen, sobald ihre Immunität nachlässt und sie wieder anfälliger für Infektionen werden, erklären die Forscherinnen und Forscher in ihrem Bericht, der im Fachmagazin „The Lancet“ erschienen ist.

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Antikörper­konzentration steigt nach Kreuzimpfung stark an

Schon in einer früheren Studie, die Mitte Juli in „Nature Medicine“ veröffentlicht wurde, hatte Immunologe Behrens die Wirksamkeit einer Kreuzimpfung erforscht. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Lübeck, Ulm und Göttingen wurden dabei 175 Blutproben von Beschäftigten der MHH analysiert. Ein Drittel von ihnen hatte sich für ein homologes Impfschema entschieden, zwei Drittel für eine Kreuzimpfung.

„Die Wirkung der Kreuzimpfung entsprach insgesamt der von vollständig mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff geimpften Personen“, wird Behrens in einer Mitteilung der MHH zitiert. Nach der Kombination aus Biontech/Pfizer und Astrazeneca sei ein 11,5-facher Anstieg schützender Antikörper beobachtbar gewesen, wohingegen die homologe Impfung mit Astrazeneca zu einem rund dreifachen Anstieg geführt habe. Auch die Qualität der Antikörper und T‑Zellen sei nach der Kreuzimpfung höher gewesen.

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Stiko empfiehlt Kreuzimpfung für Astrazeneca-Erstgeimpfte

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Kreuzimpfung derzeit für alle, die bereits eine Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca erhalten haben – unabhängig vom Alter der zu impfenden Personen. Statt einer zweiten Dosis des Vektor­impfstoffs soll in einem zeitlichen Abstand von mindestens vier Wochen eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff folgen.

Als Vorteile eines heterologen Impfschemas führt die Stiko eine verbesserte Schutzwirkung und eine vollständige Immunisierung innerhalb eines kürzeren Zeitraums an. Letzteres sei gerade angesichts der ansteckenderen Delta-Variante von Bedeutung, heißt es auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts, bei dem das Experten­gremium angesiedelt ist. Die Impfung in umgekehrter Reihenfolge – also zuerst Biontech/Pfizer oder Moderna und dann Astrazeneca – empfiehlt die Stiko nicht, „da auf Basis immunologischer Befunde der erreichte Impfschutz nicht besser ist als nach zwei Impfstoffdosen Vaxzevria (Impfstoff von Astrazeneca, Anm. d. Red.)“.

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