Studie zu Langzeitfolgen: Long-Covid-ähnliche Symptome treten auch nach Grippe auf

Erschöpfungssymptome gelten bisher als typisches Long-Covid-Merkmal. Doch sie kommen auch bei Grippepatienten und -patientinnen vor.

Erschöpfungssymptome gelten bisher als typisches Long-Covid-Merkmal. Doch sie kommen auch bei Grippepatienten und -patientinnen vor.

Einige Covid-19-Patienten leiden auch noch Monate nach einer Infektion an Beschwerden, im allgemeinen wird dabei vom Long-Covid-Syndrom gesprochen. Doch die Datenlage dazu ist unvollständig: Laut Robert Koch-Institut ist der Anteil derjenigen, die an Langzeitfolgen leiden, „noch nicht sicher abzuschätzen“. Ein Grund: In vielen Untersuchungen zu Langzeitfolgen nach einer schweren Covid-19-Erkrankung fehlt eine Vergleichsgruppe. Bei unspezifischen Symptomen lässt sich daher oft nicht eindeutig sagen, ob sie wirklich auf eine vorherige Erkrankung zurückzuführen sind.

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Ein Forscherteam der Universität Oxford hat nun verglichen, wie häufig bestimmte Symptome einige Monate nach einer Covid-19-Erkrankung und nach einer Grippe auftraten. Dabei zeigte sich: Die meisten Beschwerden kamen nach einer Corona-Erkrankung etwas, aber nicht deutlich öfter vor als nach einer Grippe. Die Studie wurde im Wissenschaftsmagazin „PLOS-Medicine“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen hatten Krankenakten aus den USA von über 270.000 mit dem Coronavirus Infizierten und rund 115.000 Grippeinfizierten gesichtet. Dann werteten sie aus, wie viele der Betroffenen später an mindestens einer der Beschwerden litten, die häufig als Long-Covid-Symptom eingestuft werden: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Atembeschwerden, Magen-Darm-Probleme, Verstimmungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder andere Schmerzen.

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Spätfolgen vor allem nach schweren Verläufen

Drei bis sechs Monate nach einer Infektion litten dabei etwa 37 Prozent der Covid-Patienten und -Patientinnen an mindestens einem der Symptome, die allgemein der Long-Covid-Kategorie zugeordnet werden. Das gleiche galt aber auch für 30 Prozent derjenigen, die vorher an einer Grippe erkrankt waren. Womöglich länger anhaltende Symptome scheinen also kein Alleinstellungsmerkmal einer Covid-19-Erkrankung zu sein.

Auch die einzelnen Symptome kamen in der Covid-19 Gruppe häufiger, aber nicht deutlich häufiger vor als in der Gruppe der Grippepatienten und -patientinnen. So berichteten 6,6 Prozent der an Covid-19-Erkrankten von Kopfschmerzen, ebenso 5 Prozent der Grippekranken. Atemprobleme traten hingegen in der Covid-19-Gruppe mit rund 9 Prozent der Fälle fast doppelt so häufig auf wie in der Grippegruppe.

Tendenziell waren Spätfolgen einer Infektion vor allem bei älteren Covid-19-Patienten und -Patientinnen mit einem schweren Verlauf zu beobachten. Da die Forschenden für ihre Auswertung Daten von Krankenhäusern und Ärzten heranzogen, wurden leichte Verläufe bei denen keine Behandlung erforderlich war, weniger berücksichtigt. Auch einen Vergleich dazu, wie häufig unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerz oder Magen-Darm-Beschwerden in der Allgemeinbevölkerung auftreten, hatten die Forschenden nicht vorgenommen.

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