Newsletter „Die Pandemie und wir“

Und schon wieder ein neues Virus

Proben werden in einem Labor getestet.

Proben werden in einem Labor getestet: Forschende finden immer wieder neue Krankheitserreger – teils mit pandemischem Potenzial.

Liebe Leserinnen und Leser,

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es klingt nach einer Krankheit, die sich Kinder ausdenken, um nicht in die Schule oder in den Kindergarten zu müssen: die Tomatengrippe. Hinter dem Namen steckt eine Erkrankung, die nun in Indien entdeckt wurde und die mit Fieber, Gliederschmerzen und roten Blasen (die so groß wie Tomaten werden können, daher der Name) einhergeht. Wieso es zu der Tomatengrippe kommt, ist noch unklar.

Seit der Corona-Pandemie finden Forschende gefühlt ständig neue, bis dato unbekannte Viren. Das Langya-Henipavirus zum Beispiel. Auch neu in unseren Breitengraden war das Affenpockenvirus, mit dem sich fortlaufend Menschen infizieren. Doch der Eindruck trügt, bestätigt die Recherche meiner Kollegin Irene Habich. Es treten nicht mehr neuartige Viruserkrankungen auf als zuvor, sondern sie werden einfach eher bemerkt und genauer überwacht. Außerdem sind wir grundsätzlich sensibler für neue Krankheiten geworden, sie bekommen mehr Aufmerksamkeit.

Die Pandemie hat auch positive Effekte. Zoonosen, also Krankheiten von Tieren, die auf den Menschen übertragbar sind, sind mehr in unser Blickfeld gerückt. Das ist gut, weil sie infolge des Klimawandels immer häufiger auftreten werden, befürchten zumindest Virologinnen und Virologen. Schließlich greift der Mensch immer mehr in den Lebensraum der Tiere und in die Natur ein. Die Tomatengrippe wird nicht das letzte neuartige Virus sein, das Forschende entdecken. Und das Coronavirus wird nicht der letzte pandemische Erreger sein. Doch wir können aus der jetzigen Pandemie Lehren ziehen – und uns so für die Zukunft besser wappnen.

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Bleiben Sie zuversichtlich!

Ihre Laura Beigel

Die Pandemie und wir

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Was wichtig war

Ein älterer Mann lässt sich gegen Covid-19 impfen: Eine zweite Auffrischimpfung sollen nun auch alle 60- bis 70-Jährigen erhalten.

Ein älterer Mann lässt sich gegen Covid-19 impfen: Eine zweite Auffrischimpfung sollen nun auch alle 60- bis 70-Jährigen erhalten.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät nun auch allen Menschen ab 60 Jahren zu einem zweiten Corona-Booster. Bis zuletzt lag die Altersgrenze bei 70 Jahren. Auch alle vorerkrankten Menschen ab fünf Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe sollten sich ein viertes Mal impfen lassen, erklärte das Expertengremium. Der letzte Booster oder die letzte Corona-Ansteckung sollte dabei mindestens sechs Monate zurückliegen. Nur in begründeten Einzelfällen kann der Abstand auf vier Monate reduziert werden.

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, begrüßte die Impfempfehlung, forderte aber im RND-Gespräch: „Die Stiko sollte zusätzlich empfehlen, dass auch unter 60-Jährige, deren letzte Impfung oder Infektion mindestens sechs Monate zurückliegt, auf Wunsch eine zweite Auffrischimpfung bekommen können.“ Jedoch ist die Wirksamkeit einer Viertimpfung für Jüngere umstritten. Denn für sie könnte der Nutzen des Boosters geringer ausfallen als für Ältere, wie Studien derzeit nahelegen.

 

Alltagswissen

Reisen ist in vielen Ländern wieder uneingeschränkt möglich. Trotzdem stellen sich viele Reisende die Frage, welche Rolle die Corona-Impfung an ihrem Urlaubsziel spielt. Was genau in welchem Land gilt, erfahren Urlauberinnen und Urlauber auf der Internetseite des Auswärtigen Amts, schreibt RND-Reisereporterin Maike Geißler in ihrem Überblicksstück. Dort sollte man sich vor der Abreise auch über mögliche Reisewarnungen und Einschränkungen informieren.

Wichtig zu beachten ist, in welchen Sprachen eventuell benötigte Nachweise akzeptiert werden und gegebenenfalls, welche Einreisebestimmungen für Kinder gelten. In Kanada ist eine Corona-Impfung zur Einreise beispielsweise verpflichtend, in Indonesien inklusive Bali gilt 2G – also nur vollständig Geimpfte und Genesene dürfen ins Land einreisen. Die Einreise verkürzen kann das digitale Covid-Zertifikat, das in der Corona-Warn-App oder der Covpass-App auf dem Handy, oder auf Papier Auskunft über das Datum der letzten Impfung beziehungsweise Infektion gibt.

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Gut gesagt

Es besteht aus unserer Sicht die Gefahr, dass die Politik erneut die Vorbereitungen auf den Herbst nicht rechtzeitig in die Wege leitet – und das, obwohl die Instrumente zur Verfügung stehen!

Ulrich Weigeldt,

Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, kritisiert in einem Brandbrief das Corona-Management der Bundesregierung

 

Pandemie im Ausland

Fischer arbeiten im Fischereihafen von Xiangzhi in der südostchinesischen Provinz Fujian: Gefangene Fische müssen auf Corona getestet werden.

Fischer arbeiten im Fischereihafen von Xiangzhi in der südostchinesischen Provinz Fujian: Gefangene Fische müssen auf Corona getestet werden.

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China versucht mit allen Mitteln, das Coronavirus doch noch irgendwie zu bekämpfen. Es gilt eine strikte Null-Covid-Strategie, die etwa mehrtägige Quarantänen und Isolationen vorsieht, negative Testnachweise, um Supermärkte betreten zu dürfen, sowie eine strenge Kontaktnachverfolgung. Die Devise des Landes lautet: „Was reinkommt, muss getestet werden.“ Das gilt auch für Fische. Im Internet kursieren Videos aus der Hafenstadt Xiamen, die zeigen, wie Mitarbeitende einer Teststation bei den Tieren einen Abstrich mit einem Teststäbchen machen. Was auf den ersten Blick wie ein Scherz wirkt, ist tatsächlich gängige Praxis, wie das örtliche Gesundheitsamt bestätigte. „Wenn Fischer und ihr Fang an Land ankommen, müssen Menschen und Waren getestet werden.“ So wollen die Behörden einen illegalen Handel mit ausländischen Fischerinnen und Fischern auf See verhindern, durch den das Virus an Land gebracht werden könnte.

 

Was kommt

Corona-Expertinnen und -Experten befürchten, dass es im Herbst zu einer erneuten Infektionswelle kommen wird. Und noch andere Erreger könnten dann wieder verstärkt zirkulieren: die Influenzaviren, die die Grippe verursachen. Der Blick nach Australien könnte einen Vorgeschmack auf die diesjährige Grippesaison in Deutschland geben (RND+). Dort ist gerade Winter, eine Grippewelle geht zu Ende, die vor allem Kinder und Jugendliche getroffen hat. Die Mehrzahl der Infizierten war zwischen fünf und neun Jahre alt. Jüngere mussten auch verhältnismäßig häufiger ins Krankenhaus: Von den rund 1600 Grippeerkrankten, die in einer australischen Klinik versorgt werden mussten, waren knapp 60 Prozent jünger als 16 Jahre. Zudem gab es 246 influenzaassoziierte Todesfälle, die alle mit dem Influenza-A-Virus im Zusammenhang standen. Ob die Grippesaison in Deutschland ähnlich ausgeprägt sein wird, lässt sich aktuell nicht sagen. Theoretisch wäre sogar eine Doppelwelle aus Corona und Grippe möglich.

 

Gesundes Zusatzwissen

Rund 80 Prozent aller Menschen infizieren sich bis zu ihrer Pubertät mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Die meisten Infektionen, die im Baby- oder Kleinkindalter stattfinden, verlaufen jedoch ohne Symptome. Der Krankheitserreger kann sich unerkannt im Körper einnisten – und das sogar lebenslänglich. Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann sich eine EBV-Infektion jedoch als Pfeiffersches Drüsenfieber äußern, erklärte Virologe Wolfgang Hammerschmidt im RND-Interview. „Die Krankheit ist wohlbekannt, wird aber definitiv unterschätzt – sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch ihres Schweregrades.“

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Pfeiffersches Drüsenfieber kann wochenlang andauern und zu Verengungen der oberen Atemwege führen, in seltenen Fällen auch zu extrem gefährlichen Milzrissen. Einen Schutz in Form einer Impfung gibt es nicht. Hammerschmidt selbst arbeitet an einem Vakzin. Für ihn kommt vor allem eine Gruppe für potenzielle Impfungen infrage: „Es macht Sinn, EBV-negative Kinder zu impfen, die vor der Pubertät stehen.“ Aber auch für EBV-negative Heranwachsende und junge Erwachsene sei eine Impfung ratsam.

 

Was das Leben leichter macht

Ein defektes Kabel hat den jüngsten Stromausfall in Teilen von Dahlen und Wermsdorf verursacht.

Ein Stromausfall ist ein echtes Schlamassel. Im Ernstfall hilft die richtige Notfallausrüstung.

Der Strom ist aus, der Kühlschrank bleibt dunkel. Wer vorgesorgt hat und eine Notfallausrüstung zur Hand hat, ist jetzt klar im Vorteil. Was es alles braucht, um gut auf einen Stromausfall vorbereitet zu sein, hat RND-Autorin Sarah Franke aufgeschrieben. In ihrer Checkliste finden sich unter anderem eine batterie- oder solarbetriebene Taschenlampe, Kerzen, Streichhölzer, ein batteriebetriebenes Radio, um aktuelle Meldungen verfolgen zu können, sowie Trinkwasser und Lebensmittel für zehn Tage. Für Tiefkühlkost gilt: Zwischen zehn und 64 Stunden sind Lebensmittel im Tiefkühler trotz Stromausfall sicher vor dem Verderben. Warme Kleidung und Decken sind zudem im Winter ratsam, wenn die Heizung nicht mehr funktioniert. Melden sollten Betroffene den Stromausfall beim Betreiber ihres Stromnetzes, der sich zum Beispiel auf der Stromrechnung findet.

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Was sonst noch wichtig ist

18.08.2022, Brandenburg, Lebus: Ein toter Blei liegt am frühen Morgen im flachen Wasser vom deutsch-polnischen Grenzfluss Oder. Seit mehren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben im Fluss Oder die Behörden und Anwohner des Flusses in Deutschland und Polen.

Ein toter Blei liegt im flachen Wasser der Oder: Eine giftige Alge könnte zu dem massiven Fischsterben geführt haben.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke spricht von einer „Umweltkatastrophe“, die sich in der Oder ereignet hat. In dem deutsch-polnischen Grenzgewässer sind unzählige tote Fische geborgen worden. Warum die Tiere sterben mussten, ist noch immer unklar. Im Verdacht steht eine giftige Alge namens Prymnesium parvum, die sich großflächig im Fluss verbreitet hat. Eigentlich kommt diese Pflanze in deutlich salzigerem Gewässer vor; jedoch hat sich der Lebensraum in der Oder in den vergangenen Wochen stark verändert. Forschende haben zuletzt massiv erhöhte, unnatürliche Salzfrachten gemessen. Auch sind der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert und das Gesamtchlorophyll massiv erhöht und das Wasser deutlich trüber. Das sind ideale Wachstumsbedingungen für die Algenart.

Das Ökosystem der Oder sei zwar massiv gestört, aber nicht zerstört, machte Wolf von Tümpling im RND-Interview deutlich. Erste kleinere Fische seien bereits gesichtet worden. Der Leiter der Abteilung Gewässeranalytik und Chemometrie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg geht davon aus, dass sich die Oder wieder regenerieren wird. „Aber es wird dauern, bis sich ein neues Gleichgewicht im Fluss einstellt“, sagte er.

 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam magazin@rnd.de. Wir freuen uns!

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