„Fikkefuchs“ – Pornos fälschen das Frauenbild

Zwei auf dem falschen Trip: Thorben (Franz Rogowski, l.) und Rocky (Jan Henrik Stahlberg, r.) haben ihr Frauenbild aus Pornos gewonnen. Damit werden echte Eroberungen unwahrscheinlich.

Zwei auf dem falschen Trip: Thorben (Franz Rogowski, l.) und Rocky (Jan Henrik Stahlberg, r.) haben ihr Frauenbild aus Pornos gewonnen. Damit werden echte Eroberungen unwahrscheinlich.

Hannover. Ab wann ist ein Mann kein Mann? Regisseur Jan Henrik Stahlberg geht in seiner provozierenden Mediensatire „Fikkefuchs“ der Frage nach den Auswüchsen vermeintlicher Männlichkeit in einer durchsexualisierten Gesellschaft nach – und überschreitet dabei Grenzen des guten Geschmacks.

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Ex-Frauenschwarm träumt von besseren Zeiten

Rocky (Stahlberg) war früher ein Frauenschwarm. Heute hockt er in seiner traurigen kleinen Wohnung in Berlin und träumt besseren Zeiten als Rettungsschwimmer in Griechenland nach. Eines Tages klingelt Thorben (Franz Rogowski) an seiner Tür und behauptet, sein Sohn zu sein. Bislang wusste Rocky nichts von seinem Glück.

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So könnte eine Versöhnungskomödie zwischen Vater und Sohn beginnen. Bei Stahlberg liegt der Fall anders: Thorben ist ein ungelenker Frauenhasser, der zu viele Pornos geschaut hat und das dort zur Schau gestellte Sexualverhalten ins wirkliche Leben überträgt. Nach einer versuchten Vergewaltigung ist er nach Berlin gereist, um von Rocky zu lernen, wie man Frauen anspricht. Alsbald ziehen die beiden durch Berlin, suchen Sex und reden ihre Unfähigkeit mithilfe von kruden sexistischen Theorien schön.

Zwei Protagonisten – blamiert bis auf die Knochen

Schrecklich unangenehm sind die Versuche der beiden. Man wünscht sich, sie würden noch viel härter von den Frauen abgestraft. Stahlberg entblättert die ganze Schwäche gestriger Männlichkeit – auch wenn diese dreiste Kinoattacke nicht unbedingt als Beitrag zur aktuellen Sexismus-Debatte taugt. Gelungen ist Stahlbergs Einsatz von Musik. Zu hören sind Hip-Hop-Songs des Frauenduos SXTN, das männliche Klischees gekonnt verdreht. Was am Ende bleibt, sind zwei bis auf die Knochen blamierte Protagonisten.

Von Jan Heemann / RND

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