„Ma Rainey’s Black Bottom“: Chadwick Boseman in seiner letzten Rolle

Tief verwundete Seele: Chadwick Boseman als Levee in einer Szene aus „Ma Rainey's Black Bottom“.

Tief verwundete Seele: Chadwick Boseman als Levee in einer Szene aus „Ma Rainey's Black Bottom“.

Ma Rainey (Viola Davis) will ihre Coke. Drei Flaschen, eisgekühlt, so steht es im Vertrag. Vorher wird sie nicht singen. 1927 ist die „Mutter des Blues” aus dem Süden nach Chicago gekommen, um ihre erste Platte aufzunehmen. „Die interessieren sich einen Dreck für mich. Alles, was die wollen, ist meine Stimme”, sagt die afroamerikanische Sängerin – und scheucht den weißen Studioboss herum, der ihre Stimme gern im Kasten hätte.

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Die drei Flaschen Cola – das ist ein Machtkampf, den Ma gegen die Ausbeutung durch das weiße Establishment führt. Fantastisch, wie Viola Davis („How to Get Away with Murder”) in „Ma Rainey’s Black Bottom” die Wucht der Bluessängerin spielt und gleichzeitig die Kraftanstrengung eines lebenslangen Ringens um künstlerische Anerkennung durchscheinen lässt.

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Die Netflix-Produktion von George C. Wolfe ist mehr als ein Porträt der legendären Musikerin. Basierend auf dem Theaterstück von August Wilson („Fences”) wird der Tag im Studio zu einem Mikrokosmos afroamerikanischer Lebenserfahrungen ausgebaut. Mit der Band versammeln sich Charaktere, die sechzig Jahre nach Abschaffung der Sklaverei immer noch vom Rassismus geprägt sind.

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Der hitzköpfige Trompeter Levee (Chadwick Boseman) hat zwar gelernt, die Wut hinter einem Lächeln zu verbergen, aber die Traumen seiner Kindheit lassen sich auch durch musikalische Begeisterung nicht heilen. Es ist die letzte Rolle Bosemans („Black Panther”), der im August vorigen Jahres im Alter von 43 Jahren starb. Selten hat jemand die selbstzerstörerische Aggressivität einer tief verwundeten Männerseele derart eindrücklich vor Augen geführt.

„Ma Rainey’s Black Bottom“, Netflix, 94 Minuten, Regie: George C. Wolfe, mit Viola Davis, Chadwick Boseman

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