Nobelpreisträger wurde möglicherweise vergiftet

Pablo Neruda im Jahr 1971.

Pablo Neruda im Jahr 1971.

Santiago De Chile. Der chilenische Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda ist laut einem internationalen Team von Wissenschaftlern entgegen offizieller Angaben nicht an Krebs gestorben. Ebenso wenig sei Mangelernährung die Ursache gewesen, erklärten die Forscher am Freitag in Santiago. Sie bemühen sich darum, krankheitserregende Bakterien zu identifizieren, die den Tod des Dichters im Jahr 1973 herbeigeführt haben könnten. Der politisch links stehende Neruda starb im Chaos nach dem Militärputsch im Land, angeblich an einem Krebsleiden. Spekulationen über eine Vergiftung halten sich bis heute.

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Die forensischen Experten schlossen zwar mögliche Ursachen für den Tod des Schriftstellers aus. Was konkret zum Ableben des Nobelpreisträgers geführt haben könnte – und ob vielleicht Mitarbeiter des Diktators Augusto Pinochet verantwortlich waren – sagten sie aber nicht. Die Untersuchung der Krankheitserreger gehe zunächst weiter, hieß es. „Wir können noch immer nicht ausschließen oder bestätigen, dass Pablo Neruda an einem natürlichen oder gewaltvollen Tod starb“, sagte Forscher Aurelio Luna.

2016 wurde Pablo Neruda nach einer Untersuchung der Überreste erneut beerdigt.

2016 wurde Pablo Neruda nach einer Untersuchung der Überreste erneut beerdigt.

Zum Zeitpunkt seines Todes war Neruda 69 Jahre alt. Er litt damals an Prostatakrebs. Er war ein Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, der sich selbst tötete, statt sich den Militärtruppen Pinochets zu ergeben. Nach der Machtübernahme des Generals war Neruda, vor allem für seine Liebesgedichte bekannt, traumatisiert und plante, ins Exil zu gehen. Einen Tag vor seiner Abreise wurde er in ein Krankenhaus gebracht und starb am 23. September 1973 nach offiziellen Angaben an natürlichen Ursachen.

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2013 wurde Nerudas Leichnam exhumiert, Tests zeigten keinen Nachweis von Gift in seinen Knochen. Vor zwei Jahren erklärte die chilenische Regierung jedoch, es sei höchstwahrscheinlich, dass „eine dritte Partei“ für den Tod des Künstlers verantwortlich sei. Er wurde im vergangenen Jahr erneut beigesetzt.

Von dpa/ap/RND

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