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Diskussion im MDR-Podcast

„Winnetou ist kein Apache“: Sind Karl-May-Spiele heute noch zeit­gemäß?

Winnetou-Schauspieler Alexander Klaws ist in der Podcast­serie des MDR zu hören.

Bad Segeberg/Leipzig. Zwei Jahre keine Schießereien und Explosionen, kein Gut gegen Böse in der Kalkberg­arena von Bad Segeberg. Am Samstag (25. Juni) endet die von der Corona-Pandemie erzwungene Pause der Karl-May-Spiele mit der Premiere des Stücks „Der Ölprinz“, das eigentlich schon im Jahr 2020 aufgeführt werden sollte.

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Winnetou wird von Alexander Klaws gespielt. Der 38-Jährige beteiligt sich im Vorfeld an einer Podcast­serie des MDR namens „Winnetou ist kein Apache“. Darin geht es um die Frage, ob man Karl Mays Abenteuer­geschichten heute noch unreflektiert auf die Bühne bringen kann.

„Ist das rassistisch und sollte abgeschafft werden?“

Haupt­figur des Podcasts ist Ben Hänchen, der seit seiner Kindheit auf Deutschlands kleinster Karl-May-Bühne im sächsischen Bischofswerda steht und im kommenden Jahr sein 30. Bühnen­jubiläum feiert. „Doch angesichts der Diskussion um kulturelle Aneignung kann er die Geschichten über Winnetou nicht mehr uneingeschränkt genießen. Ist das, was er da auf der Bühne tut, rassistisch und sollte abgeschafft werden?“, hieß es in der Ankündigung des MDR.

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Über diese Frage diskutieren in der sechsteiligen Podcast­serie neben Winnetou-Darsteller Alexander Klaws unter anderem die Kultur­wissenschaftlerinnen Mithu Sanyal und Dana Weber, der Direktor des Karl-May-Museums in Radebeul Robin Leipold, der in Deutschland lebende Native American Kendall Old Elk sowie der US-Schauspieler Jay Tavare.

„Die Karl-May-Spiele im Großen und Ganzen abzusagen aufgrund dieser Thematik, bringt ja keine Lösung mit sich. Im Gegenteil: Es spaltet nur noch mehr“, sagt Alexander Klaws. Schauspieler Jay Tavare („The Revenant“) spielt in vielen Western­filmen mit und ist selbst Nachfahre der westlichen Ureinwohner Amerikas. „Wenn jemand ein heiliges Ritual nachstellt, ist das verletzend. Auch Gesichter anmalen („Redfacing“) geht gar nicht. Ein nettes Kostüm anzuziehen, ist kein Problem. Generell sollten die Leute nicht übertreiben, es ist ja kein Cartoon“, kommentiert er die Debatte in dem Podcast.

Die Podcast­serie „Winnetou ist kein Apache“ ist seit Montag (20. Juni) in der ARD Audiothek und im Programm von MDR Kultur zu hören.

Alexander Klaws vor Premiere mit Corona infiziert

Wenige Tage vor der Premiere der Segeberger Karl-May-Spiele 2022 ist Winnetou-Darsteller Klaws positiv auf Corona getestet worden. „Es tut uns allen unheimlich leid, dass Alex erkrankt ist. Wir wünschen ihm, dass er bald wieder bei uns ist“, sagte Geschäfts­führerin Ute Thienel laut einer Presse­mitteilung vom Montag. Die Veranstalter hoffen jedoch, dass er bei der Premiere des Stücks „Der Ölprinz“ am Samstag­abend mitspielen kann. „Das Zeit­fenster für eine Genesung reicht aus“, sagte Thienel.

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Die Veranstalter zitierten Klaws mit den Worten: „Es hat mich leider erwischt! Ich gebe aber natürlich die Hoffnung nicht auf, dass ich bis zur Premiere wieder fit bin, und gebe alles, um schnellst­möglich wieder im Sattel sitzen zu können.“ Sollte Klaws noch nicht genesen sein, werde Sascha Hödl die Winnetou-Rolle übernehmen. Er habe den Apachen­häuptling bereits fünf Jahre lang im österreichischen Winzendorf und im Vorjahr beim Live­hörspiel im Indian Village in Bad Segeberg gespielt.

„Der Ölprinz“ mit Sascha Hehn und Katy Karrenbauer

Die „Ölprinz“-Geschichte ist ein Klassiker der Karl-May-Reihe und wurde in Bad Segeberg bereits mehrere Male inszeniert. Das Buch stammt vom lang­jährigen Autor Michael Stamp, Regie führt zum ersten Mal Ulrich Wiggers.

Freuen können sich die Zuschauer auf ein opulentes neues Bühnen­bild unter anderem mit zwei gut zwölf Meter hohen Bohr­türmen, dem Pueblo der Nijoras und dem Tipidorf der Navajos sowie weiteren Gebäuden. Im Rund vor den 7700 Zuschauer­plätzen tummeln sich Indianer, Siedler, Gangster und Tiere von Pferd und Esel bis Gans und Ziege. Knapp über den Köpfen der Zuschauenden werden ein Seeadler und ein Falke ihre Bahnen ziehen.

Neben spannungs­geladener Action, wenn es darum geht, ob der Ölprinz, gespielt von Sascha Hehn, mit seinen Intrigen und dem Betrug um die Ölquelle durchkommt, oder doch das Gute siegt, gibt es auch Liebes­drama und vergnügten Tanz. Wenn Katy Karrenbauer den 90er-Jahre Hit „Cotton Eye Joe“ schmettert, dürfte die Stimmung im Kalkbergrund steigen.

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Premiere der 69. Karl-May-Spiele-Saison ist am 25. Juni um 20.30 Uhr. Gespielt wird bis zum 4. September.

RND/nis mit dpa

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