Tanzen soll Weltkulturgut werden

Let’s dance: Wird Tanzen zum Weltkulturerbe?

Let’s dance: Wird Tanzen zum Weltkulturerbe?

Mainz. Es ist erst elf Jahre her, da hat die UN-Kulturorganisation Unesco zusätzlich zum Weltkulturerbe eine zweite Kategorie erfunden: die Liste des immateriellen Weltkulturerbes. Dort werden Kulturgüter unter besonderen Schutz gestellt, die nicht in Stein gehauen wurden, sondern als Brauch oder Kulturtechnik überlebt haben. So wurden bereits die Walz der Handwerker, die Idee der Genossenschaften und einige Chöre in das Verzeichnis aufgenommen.

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Nun bemühen sich auch die Tanzlehrer um einen Eintrag. Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband will das in den 1960er Jahren in Deutschland entstandene Welttanzprogramm zum immateriellen Weltkulturerbe machen. Es biete einen „niedrigschwelligen Einstieg in den Gesellschaftstanz“ und habe Tanzen in die Fläche getragen, sagte die Verbandsvorsitzende und FDP-Fraktionschefin im rheinland-pfälzischen Landtag, Cornelia Willius-Senzer.

Jeder, der schon mal Zeuge asynchroner und arhythmischer Verrenkungen auf bundesdeutschen Partys wurde, kann dieses Ansinnen nur unterstützen. Derlei Zuckungen sind zwar lustig anzusehen, aber die Harmonie von Musik und Bewegung hat nun mal ihren besonderen Reiz.

Entwickelt hat das Welttanzprogramm übrigens der Hamburger Tanzlehrer Gerd Hädrich. Es beinhaltet etwa Regeln und Schritte für die fünf grundlegenden Musikrichtungen Walzer, Disco, Swing, Latino und Tango und dient Tanzschulen als Grundlage für den Tanzunterricht.

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Der Verband hat deutschlandweit schon mal 42 000 Unterschriften von Unterstützern für den Antrag gesammelt. Die Liste soll am Dienstag an den rheinland-pfälzischen Kulturminister Konrad Wolf (SPD) übergeben werden. Sollte die Kultusministerkonferenz der Länder den Antrag unterstützen, könnte die Unesco bereits im März entscheiden.

Der Tango selbst ist allerdings schon Weltkulturerbe. Was der Literaturnobelpreisträger George Bernard Shaw als „vertikalen Ausdruck eines horizontalen Verlangens“ bezeichnete, ist längst schützenswert.

Von Valentin Frimmer

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