Positiv denken statt Trübsinn

Dankbar sein tut gut: Mit Achtsamkeit die Negativität ablegen

Dankbar sein zu können – auch für die kleinen Dinge – ist wichtig für den Seelenfrieden.

Kommt es Ihnen auch bekannt vor, dass Sie Kritik mehr trifft, als Lob Sie erfreut, Sie sich häufiger an negative Gegebenheiten erinnern als an positive? Die psychologische Forschung hat herausgefunden, dass wir Menschen die unbewusste Tendenz haben, negative Ereignisse stärker zu gewichten als positive. Unser zukünftiges Verhalten und unsere zukünftigen Entscheidungen werden eher von den negativen Erfahrungen beeinflusst als von den positiven. Diese Tendenz der stärkeren Gewichtung des Negativen hat auch einen Namen: Negativitätsfehler.

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Die Gedanken bewusst auf das Positive lenken

Vor Tausenden von Jahren war die ausgeprägte Sorge vor Gefahr alles andere als ein Fehler. Denn überall in der Wildnis lauerten Gefahren und daher war das besorgte Reagieren auf das Rascheln im Gebüsch ein Überlebensvorteil. Lieber zigmal ängstlich vorsichtig reagieren als einmal zu leichtsinnig, denn das könnte tödlich enden. Diese Vorsichtsstrategie hat die Nachkommenschaft gesichert.

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Heute sind giftige Schlangen im Gebüsch weniger ein Problem. Negative Überbetonung richtet sich auf unseren Alltag zu Hause und im Job. Was kann man tun, um sie auf ein angemessenes Maß zu bringen? Nun, es liegt auf der Hand, ganz bewusst die Aufmerksamkeit auf die emotional positiv besetzten Begebenheiten zu lenken und wiederholt ins Gedächtnis zu rufen – also Erfahrungen, die uns Freude bereiten und uns guttun. Dies gelingt offensichtlich umso besser, je mehr wir achtsam durchs Leben gehen.

Dankbarkeitsübungen in den Alltag integrieren

Eine wissenschaftlich erprobte, erwiesene und auch mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbare Möglichkeit, bietet die Kultivierung von Dankbarkeit. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906 bis 1945) hat es einst so formuliert: „Im normalen Leben wird es einem gar nicht bewusst, dass der Mensch unendlich mehr empfängt als er gibt und dass Dankbarkeit das Leben erst reich macht.“ Sonja Lyubomirsky, Glücksforscherin und Professorin für Psychologie an der University of California in Riverside, spricht in Sachen Dankbarkeit sogar vom „Königsweg zum Glück“. Es geht dabei allerdings nicht um ein floskelhaftes Dankesagen. Es kommt vielmehr darauf an, was man tief im Innern fühlt.

Robert Emmons, Professor für Psychologie an der University of California in Davis, gilt als Pionier der Dankbarkeitsforschung. Er definiert Dankbarkeit als das „Gefühl des Staunens und der Würdigung des Lebens“. Seine fundierten Studien belegen, dass Menschen durch die Entwicklung von Dankbarkeit glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben sind. Gleichzeitig sind sie weniger ängstlich, neidisch und weniger depressiv. Sie sind empathischer, nachsichtiger, hilfsbereiter und weniger auf materielle Ziele fokussiert als Menschen mit geringer Dankbarkeit. Dabei ist die Kultivierung von Dankbarkeit recht einfach.

Eine sehr probate Methode besteht darin, dass man ein Dankbarkeitstagebuch führt oder sich vornimmt, jeden Abend vor dem Einschlafen zum Beispiel drei (oder auch mehr) Gegebenheiten des Tages in Erinnerung zu rufen, für die man ein Gefühl der Dankbarkeit empfindet. Oder auch dankbar dafür ist, dass eine Befürchtung nicht eingetroffen ist. Der Vorsatz, sich abends an Begebenheiten zu erinnern, für die man Dankbarkeit wahrnimmt, trägt automatisch dazu bei, mehr Achtsamkeit an den Tag zu legen.

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In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Expertinnen und Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit. Der Autor Helmut Nowak ist zu erreichen unter www.achtsamkeit-und-co.de.

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