Schönberg

Crash-Kurs warnt vor Unfallfolgen

Yvonne Marten hält einen Luftballon in den Händen. An ihm hängen Zettel mit Wünschen von Jugendlichen für ihr Leben.  Im nächsten Moment lässt die Polizistin den Ballon zerplatzen.

Yvonne Marten hält einen Luftballon in den Händen. An ihm hängen Zettel mit Wünschen von Jugendlichen für ihr Leben. Im nächsten Moment lässt die Polizistin den Ballon zerplatzen.

Schönberg. Von einem Moment auf den anderen ist ein junges Leben ausgelöscht, kommt unsagbares Leid über die Eltern, müssen Rettungskräfte damit zurechtkommen, dass sie nicht mehr helfen können. Gegen diese Folgen von Verkehrsunfällen wendet sich mit teils drastischen Bildern und Erlebnisberichten der Crash-Kurs MV, eine gemeinsame Initiative der Polizei Mecklenburg-Vorpommern und der Verkehrssicherheitskommission. Am Mittwoch war er am Ernst-Barlach-Gymnasium in Schönberg mit „Tatsachen ungeschönt, hautnah.“

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„Wir haben einen emotionalen Ansatz

„Wir haben einen emotionalen Ansatz: Die Referenten erzählen von eigenen Erfahrungen“, sagt Henrik Kämmler, Koordinator für Prävention bei der Polizeidirektion Rostock.

Die Polizistin Yvonne Marten moderierte den Crash-Kurs für Elftklässler. Sie kündigte an, die folgenden Fotos von Unfällen und deren Opfern seien keine Fiktion, sondern Realität. Jeder könne die Augen schließen oder den Raum verlassen. Von diesem Angebot machten im Verlauf des Crash-Kurses einige Schüler Gebrauch. Zwei weitere Jugendliche wurden von Unterstützern der Veranstaltung hinausbegleitet.

Der Polizist René Kulow erzählte von einem Unfall. Zwei Auto waren frontal zusammengestoßen. „In dem einen Wagen waren fünf Leute, die ich kannte, mit denen ich vor einer halben Stunde noch gesprochen hatte. Es waren alles junge Männer.“ Die schreckliche Bilanz: zwei Tote, vier Schwerverletzte. Bei dem Unfall war Alkohol im Spiel.

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Was macht ein Mensch durch, der monatelang schwer verletzt in einer Klinik liegt? Das führte der Notarzt Gernot Rücker den Jugendlichen am Beispiel einer 19-Jährigen vor Augen. Er sprach von einem „Albtraum ungeahnten Ausmaßes.“ Die junge Frau war zu schnell gefahren.

Rainer Fricke von der Freiwilligen Feuerwehr Kritzmow-Schwaß im Landkreis Rostock schilderte den Schülern, was er beim Einsatz nach einem tödlichen Unfall sah. Ein Mensch war mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe gestoßen. Die dringende Bitte des Feuerwehrmanns: „Gurtet euch an!“

Der Seelsorger Stephan Handy berichtete, was geschieht, wenn jemand bei einem Unfall gestorben ist und den Angehörigen die schreckliche Nachricht überbracht werden muss. Stephan Handys Appell: „Der Fahrer muss immer konzentriert sein.“

Ottmar Saffan (r) zeigt Schülern das Motorrad, das sein Sohn Manuel bei einem Unfall fuhr

Ottmar Saffan (r.) zeigt Schülern das Motorrad, das sein Sohn Manuel bei einem Unfall fuhr. Der junge Mann verlor sein Leben. Schuld hatte ein Autofahrer.

Ottmar Saffan erzählte, wie er seinen Sohn Manuel durch einen Motorradunfall verlor. Ursache war das Fehlverhalten eines Autofahrers. „Die Hinterbliebenen müssen ein ganzes Leben diese Last tragen“, berichtete Ottmar Saffan. Der dringende Appell des Vaters an die Jugendlichen in Schönberg und Umgebung: „Überlegt euch genau, was ihr im Straßenverkehr macht und bei wem ihr mitfahrt.“

Der Crash-Kurs rief die Mädchen und Jungen auch dazu auf, das Mobiltelefon nicht am Steuer zu benutzen, niemals unter Einfluss von Drogen oder Alkohol zu fahren und „Nein“ zu denen zu sagen, die sich an solche Regeln nicht halten.

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Schulsozialarbeiterin Liane Bernd hat den Kurs nach Schönberg geholt und mit vorbereitet. Schulleiter Maik Pegel sagte am Mittwoch zu den Jugendlichen: „Ihr seid die ersten in dem Zusammenhang.“

Jürgen Lenz

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