Die Preisträger 2022

Die Fimspatzen des Filmbüros bei der Arbeit. Kinder im Alter von 7-12 Jahren treffen sich in Wismar einmal die Woche, immer montags von 16 bis 18 Uhr. Rund ein Dutzend sind es derzeit. Hier erhalten sie Anleitung und können sich in kleinen Übungen, aber auch großen Projekten mit Medien beschäftigen. Das geht beim Daumenkino los, wie man es von früher kennt. Aber es entstehen auch Drehbücher. Aus diesen werden Spielfilme, Reportagen, Trickfilme oder auch mal Hörspiele. Sogar die Entwicklung kleiner Videospiele ist nicht unmöglich und kann ausprobiert werden. Dabei können die Kinder auf den umfangreichen und modernen Technikfundus der Medienwerkstatt des Filmbüros zugreifen. Sie stehen selbst hinter der Kamera. Sie lernen das Vertonen des Materials mit selbst gesprochenen Texten und Soundeffekten. Sie bearbeiten das gedrehte Material selbstständig in Schnitt- und Effektprogrammen lernen auch die kleinen technischen Hürden zu überwinden, di in den einzelnen Schritten einer Medienproduktion auftreten können. Ein besonderes Highlight ist es für die jungen Filmemacherrinnen und –macher, wenn die eigenen Werke vor Gleichaltrigen auf der großen Leinwand vorgeführt werden. Zum Beispiel beim „Kinderfilmfest Nautilus“ welches das Filmbüro im Rahmen des Filmfestes Wismar extra für die ganz jungen veranstaltet. Aber auch bei Filmfesten und Filmvorführungen im ganzen Land und darüber hinaus reichen die Filmspatzen ihre Werke ein. Die Besuche dieser Festivals und Veranstaltungen sind dann ein weiteres Abenteuer, das die Filmspatzen gemeinsam erleben können. Die Kontinuität des Projektes seit es 2014 ins Leben gerufen wurde, ist bemerkenswert. Die Arbeit mit sehr jungen Kindern bedeutet, dass in diesen Jahren viele Spatzen in diesem „Mediennest“ groß geworden und ausgeflogen sind. Die Gesichter wechseln, aber die Filmspatzen bleiben – das hat auch damit zu tun, dass das Projekt mit Fränze Flade seit über sieben Jahren eine feste Betreuerin hat, die sich nicht nur hervorragend mit Medien auskennt, sondern es auch pädagogisch versteht, die Kinder zu begeistern und das richtige Maß zwischen Anleitung und Freiraum zu finden.
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Die Fimspatzen des Filmbüros bei der Arbeit. Kinder im Alter von 7-12 Jahren treffen sich in Wismar einmal die Woche, immer montags von 16 bis 18 Uhr. Rund ein Dutzend sind es derzeit. Hier erhalten sie Anleitung und können sich in kleinen Übungen, aber auch großen Projekten mit Medien beschäftigen. Das geht beim Daumenkino los, wie man es von früher kennt. Aber es entstehen auch Drehbücher. Aus diesen werden Spielfilme, Reportagen, Trickfilme oder auch mal Hörspiele. Sogar die Entwicklung kleiner Videospiele ist nicht unmöglich und kann ausprobiert werden. Dabei können die Kinder auf den umfangreichen und modernen Technikfundus der Medienwerkstatt des Filmbüros zugreifen. Sie stehen selbst hinter der Kamera. Sie lernen das Vertonen des Materials mit selbst gesprochenen Texten und Soundeffekten. Sie bearbeiten das gedrehte Material selbstständig in Schnitt- und Effektprogrammen lernen auch die kleinen technischen Hürden zu überwinden, di in den einzelnen Schritten einer Medienproduktion auftreten können. Ein besonderes Highlight ist es für die jungen Filmemacherrinnen und –macher, wenn die eigenen Werke vor Gleichaltrigen auf der großen Leinwand vorgeführt werden. Zum Beispiel beim „Kinderfilmfest Nautilus“ welches das Filmbüro im Rahmen des Filmfestes Wismar extra für die ganz jungen veranstaltet. Aber auch bei Filmfesten und Filmvorführungen im ganzen Land und darüber hinaus reichen die Filmspatzen ihre Werke ein. Die Besuche dieser Festivals und Veranstaltungen sind dann ein weiteres Abenteuer, das die Filmspatzen gemeinsam erleben können. Die Kontinuität des Projektes seit es 2014 ins Leben gerufen wurde, ist bemerkenswert. Die Arbeit mit sehr jungen Kindern bedeutet, dass in diesen Jahren viele Spatzen in diesem „Mediennest“ groß geworden und ausgeflogen sind. Die Gesichter wechseln, aber die Filmspatzen bleiben – das hat auch damit zu tun, dass das Projekt mit Fränze Flade seit über sieben Jahren eine feste Betreuerin hat, die sich nicht nur hervorragend mit Medien auskennt, sondern es auch pädagogisch versteht, die Kinder zu begeistern und das richtige Maß zwischen Anleitung und Freiraum zu finden.

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Carsten Schmoldt ist regelmäßig als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger unterwegs, aber der Tierarzt hat noch weitere Leidenschaften. Maßgeblich für die Wiederbelebung einer über 170 Jahre alten Scheune in Klütz ist auch er verantwortlich, da er sich intensiv mit der Geschichte unserer Region befasst. Allerdings meist mit dem was sich an Erinnerungen im geschichtsträchtigen Boden Mecklenburgs verbirgt. Als Bodendenkmalpfleger spürt er nicht nur den Spuren der Slawen hinterher, um herauszufinden, wer Klütz denn eigentlich gegründet hat. Nein, er betreut auch andere ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger über die Grenzen des Klützer Winkels hinaus und leitet als stellvertretender Vorsitzender den „Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum MV“, den er auch mit gegründet hat. Das ist nur der Beginn der Vereinstätigkeiten, denn auch im Heimatverein Klützer Winkel ist er im Vorstand aktiv und stets mit neuen Ideen eine treibende Kraft. Als Mitglied der „Jungunternehmer Klütz“ trifft das ebenfalls zu und dort nutzt er seine Verbindungen gerne, um zum Beispiel Unterstützung für das Volkskundemuseum in Schönberg zu organisieren. Vorgeschlagen wurde er uns allerdings zu vor allem für die eingangs erwähnte Scheune, die dank seiner Initiative und Mitarbeit zur „Heimatstube im Thurow“ unter den Fittichen des Heimatvereins wiedererwacht ist. Die Scheune ist damit nicht nur ein Ort für den Verein, um Schriften, Fotos und Objekte aus der Geschichte der Region auszustellen. Sie ist auch Ort für Vorträge, um noch mehr Menschen für die Arbeit des Vereins und die Geschichte von Klütz zu begeistern. Die Heimatstube ist auch ein weiteres Plätzchen, das aus seinem Schlaf erwacht ist, aktiv genutzt wird, Menschen Freude bereitet und sie zusammenbringt.
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Carsten Schmoldt ist regelmäßig als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger unterwegs, aber der Tierarzt hat noch weitere Leidenschaften. Maßgeblich für die Wiederbelebung einer über 170 Jahre alten Scheune in Klütz ist auch er verantwortlich, da er sich intensiv mit der Geschichte unserer Region befasst. Allerdings meist mit dem was sich an Erinnerungen im geschichtsträchtigen Boden Mecklenburgs verbirgt. Als Bodendenkmalpfleger spürt er nicht nur den Spuren der Slawen hinterher, um herauszufinden, wer Klütz denn eigentlich gegründet hat. Nein, er betreut auch andere ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger über die Grenzen des Klützer Winkels hinaus und leitet als stellvertretender Vorsitzender den „Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum MV“, den er auch mit gegründet hat. Das ist nur der Beginn der Vereinstätigkeiten, denn auch im Heimatverein Klützer Winkel ist er im Vorstand aktiv und stets mit neuen Ideen eine treibende Kraft. Als Mitglied der „Jungunternehmer Klütz“ trifft das ebenfalls zu und dort nutzt er seine Verbindungen gerne, um zum Beispiel Unterstützung für das Volkskundemuseum in Schönberg zu organisieren. Vorgeschlagen wurde er uns allerdings zu vor allem für die eingangs erwähnte Scheune, die dank seiner Initiative und Mitarbeit zur „Heimatstube im Thurow“ unter den Fittichen des Heimatvereins wiedererwacht ist. Die Scheune ist damit nicht nur ein Ort für den Verein, um Schriften, Fotos und Objekte aus der Geschichte der Region auszustellen. Sie ist auch Ort für Vorträge, um noch mehr Menschen für die Arbeit des Vereins und die Geschichte von Klütz zu begeistern. Die Heimatstube ist auch ein weiteres Plätzchen, das aus seinem Schlaf erwacht ist, aktiv genutzt wird, Menschen Freude bereitet und sie zusammenbringt.

Künstlerin Anneliese Schöfbeck , hier bei einer Ausstellung mit Wilko Hänsch in der Wismarer Galerie Hinter dem Rathaus, erhält den Kulturpreis 2022. sie hat seit 1974 ihren Mittelpunkt und ihren Anker im Landkreis Nordwestmecklenburg. Genauer gesagt in Hohen Viecheln. Vorausgegangen war ein Diplom an der Kunsthochschule Berlin und ein Studium bei Prof. Herbert Wegehaupt an der Universität Greifswald. Nach der „Übersiedelung“ nach Hohen Viecheln ging es von dort aus zu Studienreisen und Stipendien nach Bulgarien, Russland, in die Slowakei, in die Schweiz, nach Oslo, nach Paris, Rom, Umbrien und an die Côte d’Azur. Bereits 1965 lernte sie auf einer dieser Reisen auf den Stufen der Nationalgalerie in Berlin einen jungen Kunststudenten kennen. Beide verband die Liebe zur französischen Malerei und bald und bis heute noch viel mehr. Gegenseitig sind sie sich Inspiration, Stütze und Weggefährten. Die mit eingereichte Liste von Einzelausstellungen unserer Preisträgerin umfasst beinahe 30 Punkte, nationale und internationale Ausstellungen – und das ist nur eine Auswahl. Die Liste der Beteiligungen an weiteren Ausstellungen ist noch einmal so lang und erstreckt sich von der Wismarer Nikolaikirche über die Kunsthalle Rostock, die internationale Biennale in der Slowakei und die Landeshauptstadt Berlin auch nach Ahrenshoop, Hamburg, Landskrona oder Oslo. Das staatliche Museum in Schwerin hat 14 ihrer Werke in seiner Sammlung. Als Gastgeschenk, überreicht durch Wismars Bürgermeister Thomas Beyer, ist eines ihrer Bilder unter den 30 Werken aus 13 3 Nationen, die Teil des „Lüner Hansetuch“ sind, das inzwischen als repräsentatives Dokument zeitgenössischer Kunst im Geiste der Hanse gilt. Ihre Bilder sind geprägt von ausdrucksstarken Farben und reduzierten Formen. Sie tragen oft Titel, die auf den Ursprung der Inspiration hinweisen: zum Beispiel „Häuser in Umbrien“. Ihre Ausdrucksform „kubistisch“ zu nennen, ist eine Einordnung, die sie wohl nicht zurückweisen würde. Denn sie selbst zitiert Picasso, wenn sie nach ihrem Werk gefragt wird: „Durch die Kunst drücken wir unsere Vorstellung von dem aus, was Natur nicht ist.“ Und so ist es die Wahrnehmung ihrer Umwelt durch ihre Augen, die sie uns in ihren Bildern zeigt. Reduziert auf das für sie wesentliche. Darin ist sie sich über fast 50 Jahre treu geblieben. Auch wenn sich jede Künstlerin und jeder Künstler im Laufe ihres Lebens wandelt, neues probiert und altes seien lässt, so ist eines ihrer Werke fast immer auf den ersten Blick als solches erkennbar. Auch nach fast 50 Jahren bei uns im Landkreis haben ihr kreativer Geist und ihr künstlerischer Antrieb sie nicht verlassen. Sie ist bis heute aktiv, zuletzt 2021 mit Ausstellungen im Kunstwasserwerk Schwerin und im Kunsthaus Bützow. Aktuell in Neubrandenburg in der Ausstellung zum Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe, für den sie in diesem Jahr auch nominiert war. Damit gehört Anneliese Schöfbeck durch ihre langjährige, kontinuierliche Arbeit und ihren unverwechselbaren Stil zu den 4 Namen, welche die zeitgenössische Kunstszene in unserem Landkreis maßgeblich geprägt haben.
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Künstlerin Anneliese Schöfbeck , hier bei einer Ausstellung mit Wilko Hänsch in der Wismarer Galerie Hinter dem Rathaus, erhält den Kulturpreis 2022. sie hat seit 1974 ihren Mittelpunkt und ihren Anker im Landkreis Nordwestmecklenburg. Genauer gesagt in Hohen Viecheln. Vorausgegangen war ein Diplom an der Kunsthochschule Berlin und ein Studium bei Prof. Herbert Wegehaupt an der Universität Greifswald. Nach der „Übersiedelung“ nach Hohen Viecheln ging es von dort aus zu Studienreisen und Stipendien nach Bulgarien, Russland, in die Slowakei, in die Schweiz, nach Oslo, nach Paris, Rom, Umbrien und an die Côte d’Azur. Bereits 1965 lernte sie auf einer dieser Reisen auf den Stufen der Nationalgalerie in Berlin einen jungen Kunststudenten kennen. Beide verband die Liebe zur französischen Malerei und bald und bis heute noch viel mehr. Gegenseitig sind sie sich Inspiration, Stütze und Weggefährten. Die mit eingereichte Liste von Einzelausstellungen unserer Preisträgerin umfasst beinahe 30 Punkte, nationale und internationale Ausstellungen – und das ist nur eine Auswahl. Die Liste der Beteiligungen an weiteren Ausstellungen ist noch einmal so lang und erstreckt sich von der Wismarer Nikolaikirche über die Kunsthalle Rostock, die internationale Biennale in der Slowakei und die Landeshauptstadt Berlin auch nach Ahrenshoop, Hamburg, Landskrona oder Oslo. Das staatliche Museum in Schwerin hat 14 ihrer Werke in seiner Sammlung. Als Gastgeschenk, überreicht durch Wismars Bürgermeister Thomas Beyer, ist eines ihrer Bilder unter den 30 Werken aus 13 3 Nationen, die Teil des „Lüner Hansetuch“ sind, das inzwischen als repräsentatives Dokument zeitgenössischer Kunst im Geiste der Hanse gilt. Ihre Bilder sind geprägt von ausdrucksstarken Farben und reduzierten Formen. Sie tragen oft Titel, die auf den Ursprung der Inspiration hinweisen: zum Beispiel „Häuser in Umbrien“. Ihre Ausdrucksform „kubistisch“ zu nennen, ist eine Einordnung, die sie wohl nicht zurückweisen würde. Denn sie selbst zitiert Picasso, wenn sie nach ihrem Werk gefragt wird: „Durch die Kunst drücken wir unsere Vorstellung von dem aus, was Natur nicht ist.“ Und so ist es die Wahrnehmung ihrer Umwelt durch ihre Augen, die sie uns in ihren Bildern zeigt. Reduziert auf das für sie wesentliche. Darin ist sie sich über fast 50 Jahre treu geblieben. Auch wenn sich jede Künstlerin und jeder Künstler im Laufe ihres Lebens wandelt, neues probiert und altes seien lässt, so ist eines ihrer Werke fast immer auf den ersten Blick als solches erkennbar. Auch nach fast 50 Jahren bei uns im Landkreis haben ihr kreativer Geist und ihr künstlerischer Antrieb sie nicht verlassen. Sie ist bis heute aktiv, zuletzt 2021 mit Ausstellungen im Kunstwasserwerk Schwerin und im Kunsthaus Bützow. Aktuell in Neubrandenburg in der Ausstellung zum Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe, für den sie in diesem Jahr auch nominiert war. Damit gehört Anneliese Schöfbeck durch ihre langjährige, kontinuierliche Arbeit und ihren unverwechselbaren Stil zu den 4 Namen, welche die zeitgenössische Kunstszene in unserem Landkreis maßgeblich geprägt haben.

Brigitte Neugebauer-Winkler (rechts) on der Galerie Hinter dem Rathaus, hier mit Susanne Tonn, mit zwei Lithografien von Udo Scheel, die der Künstler für die Auktion zur Verfügung gestellt hat. Schon 1979 wurde hinter dem Rathaus in Wismar eine Galerie gegründet – damals als Teil des Museumsbetriebes. 1990 bewahrte der frisch gegründete Verein die Galerie vor der Schließung und führt sie bis heute weiter – 2002 wurde sie nach einer aufwendigen Sanierung im Haus „Hinter dem Rathaus 8“ neu eröffnet. All das hat die jetzt zu ehrende Person noch nicht „miterlebt“ und doch ist sie heute eine der wichtigsten „Kunstfreundinnen“ in einer lebendigen Künstlerszene, die von Wismar aus ihre Fühler und Verbindungen bis weit in den Landkreis hinein spannt. Fast 30 Künstlerinnen und Künstler sind aktive Mitglieder, stellen in der Galerie aus und nehmen an ihren jährlichen Auktionen teil. Sie selbst trat 2006 dem Verein bei, brachte sich sofort ein mit ihrer ruhigen Art ein und ihrem tiefen Verständnis nicht nur für den Schaffensprozess moderner, bildender Kunst, sondern auch für die Notwendigkeiten die erfüllt sein müssen, damit Menschen von ihrer Kunst leben können. Das geht, so auch der Grundsatz des Vereins, am besten in Zusammenarbeit. Im Austausch und gegenseitigen Ergänzen der vorhandenen Talente. Seit 2016 war sie dann ein festes Mitglied im Vorstand des Vereins und übernahm 2018 dessen Vorsitz. Damit übernahm sie in einer Zeit Verantwortung für den Verein und die Galerie, in der diese eine ruhige Hand brauchten und jemanden der Probleme lösen kann. Dass sie das kann, hat sie bewiesen – nicht nur in der finanziell für den Verein schwierigen Lage 2018, sondern auch in den Folgejahren. Denn wie wir alles wissen, wurden die Zeiten gerade für eine Galerie, die von der Begegnung mit der Kunst und den Künstlern lebt, nicht besser. Noch einmal zwei schwere Jahre waren von Beginn von 2020 an bis heute zu bewältigen. Aber gerade wenn es kompliziert wird, findet sie neue Wege, neue Formate, um die künstlerische Tradition Wismars und seiner Kunstszene den Menschen näher zu bringen. Sie organisiert nicht nur Ausstellungen mit, sondern Kunstdiskussionen, Begegnungen, Lesungen – und natürlich die jährlichen Kunstauktionen – und sie bleibt im Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern des Vereins. Aber unterhält und pflegt auch Kontakte „nach draußen“ – zu internationalen Künstlern, die zum Beispiel für den „Kunstraum St. Georgen“ nach Wismar kommen – an dem ihr Ehemann einen großen Anteil hat. Damit sind beide auch international als Botschafter der Wismarer Kunstwelt unterwegs. Aber immer mit dem Fokus auf die Pflege der Kunstgemeinschaft hier vor Ort in unserer Region und auf seine einzigartige Kunstszene, die von der Mecklenburger Landschaft, der Backsteinbaukunst und dem Wesen der Menschen hier inspiriert und geprägt ist.
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Brigitte Neugebauer-Winkler (rechts) on der Galerie Hinter dem Rathaus, hier mit Susanne Tonn, mit zwei Lithografien von Udo Scheel, die der Künstler für die Auktion zur Verfügung gestellt hat. Schon 1979 wurde hinter dem Rathaus in Wismar eine Galerie gegründet – damals als Teil des Museumsbetriebes. 1990 bewahrte der frisch gegründete Verein die Galerie vor der Schließung und führt sie bis heute weiter – 2002 wurde sie nach einer aufwendigen Sanierung im Haus „Hinter dem Rathaus 8“ neu eröffnet. All das hat die jetzt zu ehrende Person noch nicht „miterlebt“ und doch ist sie heute eine der wichtigsten „Kunstfreundinnen“ in einer lebendigen Künstlerszene, die von Wismar aus ihre Fühler und Verbindungen bis weit in den Landkreis hinein spannt. Fast 30 Künstlerinnen und Künstler sind aktive Mitglieder, stellen in der Galerie aus und nehmen an ihren jährlichen Auktionen teil. Sie selbst trat 2006 dem Verein bei, brachte sich sofort ein mit ihrer ruhigen Art ein und ihrem tiefen Verständnis nicht nur für den Schaffensprozess moderner, bildender Kunst, sondern auch für die Notwendigkeiten die erfüllt sein müssen, damit Menschen von ihrer Kunst leben können. Das geht, so auch der Grundsatz des Vereins, am besten in Zusammenarbeit. Im Austausch und gegenseitigen Ergänzen der vorhandenen Talente. Seit 2016 war sie dann ein festes Mitglied im Vorstand des Vereins und übernahm 2018 dessen Vorsitz. Damit übernahm sie in einer Zeit Verantwortung für den Verein und die Galerie, in der diese eine ruhige Hand brauchten und jemanden der Probleme lösen kann. Dass sie das kann, hat sie bewiesen – nicht nur in der finanziell für den Verein schwierigen Lage 2018, sondern auch in den Folgejahren. Denn wie wir alles wissen, wurden die Zeiten gerade für eine Galerie, die von der Begegnung mit der Kunst und den Künstlern lebt, nicht besser. Noch einmal zwei schwere Jahre waren von Beginn von 2020 an bis heute zu bewältigen. Aber gerade wenn es kompliziert wird, findet sie neue Wege, neue Formate, um die künstlerische Tradition Wismars und seiner Kunstszene den Menschen näher zu bringen. Sie organisiert nicht nur Ausstellungen mit, sondern Kunstdiskussionen, Begegnungen, Lesungen – und natürlich die jährlichen Kunstauktionen – und sie bleibt im Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern des Vereins. Aber unterhält und pflegt auch Kontakte „nach draußen“ – zu internationalen Künstlern, die zum Beispiel für den „Kunstraum St. Georgen“ nach Wismar kommen – an dem ihr Ehemann einen großen Anteil hat. Damit sind beide auch international als Botschafter der Wismarer Kunstwelt unterwegs. Aber immer mit dem Fokus auf die Pflege der Kunstgemeinschaft hier vor Ort in unserer Region und auf seine einzigartige Kunstszene, die von der Mecklenburger Landschaft, der Backsteinbaukunst und dem Wesen der Menschen hier inspiriert und geprägt ist.

Maike Frey (links) bei der Schwangerschafts(konflikt)beratung des DRK NWM in Grevesmühlen. Bereits seit 13 Jahren gehört sie zum DRK. Seit 2009 leitet sie die Schwangerschaftsberatungsstelle, aber das ist nur die Spitze eines Eisberges aus meist ehrenamtlicher Tätigkeit bei der man sich fragt „Wie findet Sie die Zeit und die Kraft für all das?“ So nutzt sie ihre Qualifikation und langjährige Erfahrung als Diplom-Psychologin und betreut ehrenamtlich Menschen in den Krebs-Selbsthilfegruppen in Grevesmühlen und Gadebusch. Auch hilft sie vor allem Frauen mit Migrationshintergrund bei Behördengängen und engagiert sich an den Schulen im Landkreis in der Präventionsarbeit. Sie pflegt gute Verbindungen zu Stiftungen wie „Hilfe für Frauen und Familien“ oder der „Lutz-Nohse-Stiftung“, was für die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstelle immer wieder von Vorteil ist. Auch sonst verfügt sie über ein gut ausgebautes Netzwerk und nahezu egal bei welcher Problemstellung: Sie weiß, wen sie anrufen muss, damit sich etwas bewegt. 2013 bis 2015 half sie als Mitglied im DRK-Kreisvorstand und vertrat dort eine Kollegin in der Elternzeit. Auch dort zeigte sie nicht nur ein hohes Verantwortungsbewusstsein, sondern auch ihr Organisationstalent. Da ist es nur logisch, dass ihr der DRK Kreisverband 2016 den kompletten sozialen Bereich im Kreisverband anvertraute. Sie war maßgeblich an der Organisation und dem Betrieb der Notunterkünfte und vor allem der lange Zeit als Erstanlaufstelle fungierenden „NuK2“ in Grevesmühlen beteiligt. Zusätzlich organisierte sie mit ihrer Kollegin Frau Braatz die die Hilfen der Mitmachzentrale des DRK, die für den Ukraine-Krisenstab einen Großteil der Betreuung ehrenamtlicher Hilfskräfte übernahm. Gerade in der ersten „Welle“ von Geflüchteten war das eine große Hilfe, denn mit dieser ging auch eine „Welle“ der Hilfsbereitschaft einher, die kanalisiert werden musste.
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Maike Frey (links) bei der Schwangerschafts(konflikt)beratung des DRK NWM in Grevesmühlen. Bereits seit 13 Jahren gehört sie zum DRK. Seit 2009 leitet sie die Schwangerschaftsberatungsstelle, aber das ist nur die Spitze eines Eisberges aus meist ehrenamtlicher Tätigkeit bei der man sich fragt „Wie findet Sie die Zeit und die Kraft für all das?“ So nutzt sie ihre Qualifikation und langjährige Erfahrung als Diplom-Psychologin und betreut ehrenamtlich Menschen in den Krebs-Selbsthilfegruppen in Grevesmühlen und Gadebusch. Auch hilft sie vor allem Frauen mit Migrationshintergrund bei Behördengängen und engagiert sich an den Schulen im Landkreis in der Präventionsarbeit. Sie pflegt gute Verbindungen zu Stiftungen wie „Hilfe für Frauen und Familien“ oder der „Lutz-Nohse-Stiftung“, was für die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstelle immer wieder von Vorteil ist. Auch sonst verfügt sie über ein gut ausgebautes Netzwerk und nahezu egal bei welcher Problemstellung: Sie weiß, wen sie anrufen muss, damit sich etwas bewegt. 2013 bis 2015 half sie als Mitglied im DRK-Kreisvorstand und vertrat dort eine Kollegin in der Elternzeit. Auch dort zeigte sie nicht nur ein hohes Verantwortungsbewusstsein, sondern auch ihr Organisationstalent. Da ist es nur logisch, dass ihr der DRK Kreisverband 2016 den kompletten sozialen Bereich im Kreisverband anvertraute. Sie war maßgeblich an der Organisation und dem Betrieb der Notunterkünfte und vor allem der lange Zeit als Erstanlaufstelle fungierenden „NuK2“ in Grevesmühlen beteiligt. Zusätzlich organisierte sie mit ihrer Kollegin Frau Braatz die die Hilfen der Mitmachzentrale des DRK, die für den Ukraine-Krisenstab einen Großteil der Betreuung ehrenamtlicher Hilfskräfte übernahm. Gerade in der ersten „Welle“ von Geflüchteten war das eine große Hilfe, denn mit dieser ging auch eine „Welle“ der Hilfsbereitschaft einher, die kanalisiert werden musste.

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Hausarzt Fabian Holbe aus Neuburg bei Wismar. Als zum Jahreswechsel 2020 auf 2021 die große Impfkampagne gegen Covid19 begann, musste genau wie so oft vorher in der Pandemie alles sehr schnell gehen. Noch bevor die Impfzentren eingerichtet waren, sollten die Menschen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen als besonders vulnerable Gruppe zuerst geimpft werden. In vielen anderen Landkreisen griff man dabei auf große Teams zurück, die die Einrichtungen abfuhren und die Impfungen durchführten. Logistisch und organisatorisch eine schwierige Aufgabe. In Nordwestmecklenburg meldete sich ein junger Arzt mit einer besonderen Fachkompetenz in Organisation im Gesundheitswesen und machte einen einfachen Vorschlag „Lasst es uns Ärzte machen“. Er bot an, über sein Netzwerk mit zur organisieren. Die Idee war einfach: so gut wie jede Einrichtung wird bereits von Hausärzten betreut, die ein Vertrauensverhältnis zu den Bewohnern haben. Warum sollten sie nicht die Impfungen durchführen? Gesagt getan und er organisierte, telefonierte und fuhr teilweise persönlich Impfdosen hin und her. Mehr als ein Dutzend Hausarzt-Teams waren zeitweise im Einsatz und so war der erste „Pieks“ in den Betreuungseinrichtungen in unserem Landkreis in Rekordzeit erledigt. Das Foto der allerersten Covid-Impfung überhaupt im Kreisgebiet – bei Getrud Brötzmann aus dem AWO-Seniorenheim in Kalsow – war bereits am 28. Dezember 2020 in der Ostseezeitung. Der erste von vielen Medienauftritten, um die er sich nie gerissen hat, die aber ganz natürlich durch seine Vorreiterrolle entstanden. Denn noch während Anfang 2021 der Betrieb in den Impfzentren anlief, meldete er sich mit der nächsten Initiative: „Lass uns Ärzte in unseren Praxen impfen. Wir können das!“. Bund und Land waren zögerlich, Impfstoff wurde gehütet wie Goldstaub. Mit viel Überzeugungsarbeit und dem Modell, Arztpraxen zu Außenstellen des Impfzentrums zu erklären, wurde es dann etwas. Auch die Organisation dieses Netzwerkes übernahm er. Und Ende Januar 2021 setzte er die wahrscheinlich bundesweit erste medial festgehaltene Covid19-Impfspritze in einer Arztpraxis im regulären Impfbetrieb. Bis heute hält er die Ärztinnen und Ärzte im Landkreis mit einem Newsletter über Neuigkeiten beim Impfen auf dem Laufenden und sorgt mit ständigen Kontakt dafür, dass sie am Ball bleiben. Er organisierte öffentliche Impfaktionen mit dem Kinderimpfstoff, leistete Aufklärungsarbeit und schrieb ganz nebenbei auch noch beachtete Fachartikel über die Impfkampagne und die Pandemie. Auch in der Ukraine-Krise stand er sofort wieder bereit und half beim Organisieren von Sprechstunden für Geflüchtete, deren medizinischer Status gerade in den ersten Wochen bürokratisch gar nicht so einfach zu lösen war.
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Hausarzt Fabian Holbe aus Neuburg bei Wismar. Als zum Jahreswechsel 2020 auf 2021 die große Impfkampagne gegen Covid19 begann, musste genau wie so oft vorher in der Pandemie alles sehr schnell gehen. Noch bevor die Impfzentren eingerichtet waren, sollten die Menschen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen als besonders vulnerable Gruppe zuerst geimpft werden. In vielen anderen Landkreisen griff man dabei auf große Teams zurück, die die Einrichtungen abfuhren und die Impfungen durchführten. Logistisch und organisatorisch eine schwierige Aufgabe. In Nordwestmecklenburg meldete sich ein junger Arzt mit einer besonderen Fachkompetenz in Organisation im Gesundheitswesen und machte einen einfachen Vorschlag „Lasst es uns Ärzte machen“. Er bot an, über sein Netzwerk mit zur organisieren. Die Idee war einfach: so gut wie jede Einrichtung wird bereits von Hausärzten betreut, die ein Vertrauensverhältnis zu den Bewohnern haben. Warum sollten sie nicht die Impfungen durchführen? Gesagt getan und er organisierte, telefonierte und fuhr teilweise persönlich Impfdosen hin und her. Mehr als ein Dutzend Hausarzt-Teams waren zeitweise im Einsatz und so war der erste „Pieks“ in den Betreuungseinrichtungen in unserem Landkreis in Rekordzeit erledigt. Das Foto der allerersten Covid-Impfung überhaupt im Kreisgebiet – bei Getrud Brötzmann aus dem AWO-Seniorenheim in Kalsow – war bereits am 28. Dezember 2020 in der Ostseezeitung. Der erste von vielen Medienauftritten, um die er sich nie gerissen hat, die aber ganz natürlich durch seine Vorreiterrolle entstanden. Denn noch während Anfang 2021 der Betrieb in den Impfzentren anlief, meldete er sich mit der nächsten Initiative: „Lass uns Ärzte in unseren Praxen impfen. Wir können das!“. Bund und Land waren zögerlich, Impfstoff wurde gehütet wie Goldstaub. Mit viel Überzeugungsarbeit und dem Modell, Arztpraxen zu Außenstellen des Impfzentrums zu erklären, wurde es dann etwas. Auch die Organisation dieses Netzwerkes übernahm er. Und Ende Januar 2021 setzte er die wahrscheinlich bundesweit erste medial festgehaltene Covid19-Impfspritze in einer Arztpraxis im regulären Impfbetrieb. Bis heute hält er die Ärztinnen und Ärzte im Landkreis mit einem Newsletter über Neuigkeiten beim Impfen auf dem Laufenden und sorgt mit ständigen Kontakt dafür, dass sie am Ball bleiben. Er organisierte öffentliche Impfaktionen mit dem Kinderimpfstoff, leistete Aufklärungsarbeit und schrieb ganz nebenbei auch noch beachtete Fachartikel über die Impfkampagne und die Pandemie. Auch in der Ukraine-Krise stand er sofort wieder bereit und half beim Organisieren von Sprechstunden für Geflüchtete, deren medizinischer Status gerade in den ersten Wochen bürokratisch gar nicht so einfach zu lösen war.

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