Brandschützer auch online

Feuerwehr aus dem mecklenburgischen Herrnburg eilt Lübeck zu Hilfe

Die Herrnburger Feuerwehr war beim Brand eines Wohnhauses in Duvennest im Einsatz.

Die Herrnburger Feuerwehr war beim Brand eines Wohnhauses in Duvennest im Einsatz.

Herrnburg. Was tun, wenn sich Feuerwehrleute nicht mit ihren Kameraden treffen können, weil sie Ansteckungen mit dem Coronavirus verhindern wollen? Denn die Ausbildung soll doch weitergehen. Mitgliedern der Feuerwehr in Herrnburg (Landkreis Nordwestmecklenburg) kam bei einer Online-Besprechung die rettende Idee: Wir bilden online aus.

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So machen sie es nun auch, wenn keine Treffen im Gerätehaus möglich sind. „Es funktioniert. Das Niveau ist hoch“, sagt der Herrnburger Wehrführer Oliver Boest. Die Ausbildung funktioniert, wenn’s sein muss, auch als Livestream: Zwei getestete Brandschützer treffen sich im Gerätehaus und übertragen übers Internet, was sie zeigen wollen. Dafür montieren sie Smartphones auf Stative und nutzen diese als Kameras. Oliver Boest kündigt an: „Die Möglichkeit werden wir weiter nutzen.“

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Livestream aus dem Feuerwehrgerätehaus

Die Brandschützer in Herrnburg können seit längeren Zeit wegen Corona zu keinen Veranstaltungen einladen. Sie sagten sich: „Wenn das nicht möglich ist, dann machen wir etwas anderes für die Öffentlichkeit.“ In der Vorweihnachtszeit war das nicht zu übersehen. Die Feuerwehr brachte mit einer 400 Meter langen Lichterkette einen außergewöhnlich stattlichen Weihnachtsbaum zum Leuchten. Vier Brandschützer hatten den Baum in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Jörg Schultz und Tim Schultz GbR Holzhandel und Transporte“ gefällt, in einer spektakulären Aktion zum Gerätehaus transportiert und dort aufgestellt. Gesponsert wurde er vom Herrnburger Henry Köster. Bei Einwohnern des Ortes kam die Aktion sehr gut an.

Die Brandschützer erfreuten die Einwohner von Herrnburg mit einem prächtigen Weihnachtsbaum.

Die Brandschützer erfreuten die Einwohner von Herrnburg mit einem prächtigen Weihnachtsbaum.

In Herrnburg wächst die Feuerwehr auch in der Zeit der Pandemie. „Wir bekommen jedes Jahr Kameraden dazu“, berichtet Oliver Boest. Die Entwicklung sei sehr positiv – auch bei der Jugendwehr. In ihr lernen jetzt 16 Jungs und Mädchen das ABC des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistungen. Die Einsatzabteilung ist inklusive Reserve 51 Mitglieder stark. Hinzu kommen sechs Ehrenmitglieder.

Herrnburg hilft Lübeck: Einsatz jenseits der Landesgrenze

2021 rückten die Einsatzkräfte 53 mal aus. Ein Einsatz war ein ganz Besonderer: Die Herrnburger halfen beim Bekämpfen eines Flächenbrandes im benachbarten Lübeck. Nach Auskunft von Oliver Boest war es der erste Einsatz auf der anderen Seite der Landesgrenze. Die Rettungsleitstelle in Lübeck hatte sich mit einem Hilfeersuchen an die Leitstelle in Schwerin gewandt, weil in Lübeck andere Wehren bereits beschäftigt waren.

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Die Leitstelle in Mecklenburg alarmierte dann die Feuerwehr in Herrnburg. Oliver Boest erklärt: „Für uns als Feuerwehr ist es selbstverständlich, dass wir Hilfe leisten, wo Hilfe gebraucht wird.“

Die Herrnburger müssen bald nicht mehr mit einem Tanklöschfahrzeug ausrücken, das bereits 31 Jahre alt ist – die Gemeindevertretung Lüdersdorf hat kürzlich beschlossen, ein neues zu kaufen. Die Feuerwehrleute rechnen damit, dass sie es noch in diesem Jahr bekommen werden, spätestens aber 2023.

Von Jürgen Lenz

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