Dassow

Ist der Schafstall Johannstorf baufällig?

Stefanie Dutschke (v.l.) mit Sohn Carl (6), Zicklein Sammy und Sven Dutschke auf dem Jägerhof-Ostsee in Dassow - eines der drei Familienunternehmen.

Stefanie Dutschke (v.l.) mit Sohn Carl (6), Zicklein Sammy und Sven Dutschke auf dem Jägerhof-Ostsee in Dassow - eines der drei Familienunternehmen.

Dassow. Kürzlich wurde bekannt, dass sich ein Unternehmen der Familie Dutschke ebenfalls um die Pacht für die Gutsscheune in Johannstorf - die seit einigen Monaten vom Dummersdorfer Landschaftspflegeverein als Schafstall genutzt wird - beworben hatte.

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Johannstorfer und Volkstorfer Bürger hatten daraufhin im Vorfeld der Dassower Stadtvertretersitzung Ende Juli Unterschriften gesammelt und für den Verein als zukünftigen Pächter der Scheune plädiert. Im Verlauf der letzten Stadtvertretersitzung in Dassow waren einige der Bürger auch an Sven Dutschke direkt herangetreten, der für die CDU als Stadtvertreter in Dassow fungiert (die OZ berichtete).

Aufgrund der Klärung bau- und haftungsrechtlicher Fragen verschoben die Stadtvertreter die Entscheidung zur Pacht der Johannstorfer Gutsscheune auf den 26. September.

Hintergrund ist, dass eine statische Bewertung dieser Scheune - bereits aus dem Jahr 2008 - existiert. Erstellt wurde sie von einem Lübecker Ingenieurbüro damals im Rahmen der Dreharbeiten für den Film „Das weisse Band“ für die Filmfirma „X Filme Creative Pool GmbH“ in Berlin. In dieser Bewertung heißt es unter anderem: „Der südliche Giebel (der Scheune) ist einsturzgefährdet. Hier dürfen sich beidseitig in einem Sicherheitsabstand von jeweils sieben Meter keine Personen aufhalten.“ Die Bewertung endet mit der Auflage, dass nach Ende der Dreharbeiten im August 2008, die Scheune wieder abzusperren ist. „Vor einer weiteren Nutzung sind dann wesentliche Sicherungsmaßnahmen auszuführen“, stellt der Lübecker Ingenieur fest.

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Eigentlich wollte Sven Dutschke „nicht in den öffentlichen Schlagabtausch miteinsteigen“, wie er es nennt, den die Unterstützer des Landschaftspflegevereines Dummersdorfer Ufer in der Pachtsache Schafstall in Johannstorf vor ein paar Wochen losgetreten haben. Doch mittlerweile, sagt er - und sagt auch seine Frau Stefanie - haben sie in der Angelegenheit „viele Federn gelassen“, sodass sie jetzt doch einmal auch öffentlich ein paar Fakten klarstellen müsssen.

Dass er nicht bereits während der Stadtvertretersitzung klar Stellung bezogen hat, sagt Sven Dutschke, „hatte damit zu tun, dass unsere derzeitige amtierende Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) mir einen Maulkorb verpasst hat“. Dadurch sei der Eindruck entstanden, „dass es von unserer Seite irgendetwas geheimzuhalten gäbe, was komplett absurd ist“, sagt Stefanie Dutschke. Sie ist die Geschäftsführerin der Familienunternehmen. Eigentümer sind sie und ihr Mann gemeinsam.

Drei Firmen haben die Dutschkes: die Jägerhof Ostsee GmbH - dazu gehört unter anderem die Jagdschule, das Hotel, die Gastronomie -,  eine Verwaltungs-GbR, die sich um Angelegenheiten von Grund, Boden, Maschienen kümmernt und die Hof Dutschke GbR - ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Viehzucht (Schafe und Ziegen, Rinder). „Das hat absolut nichts mit Verschleierung zu tun, sondern einfach damit“, erklärt Stefanie Dutschke weiter, „dass ein Hotelbetrieb anderen steuerlichen Veranlagungen unterliegt zum Beispiel als ein Landwirtschaftsbetrieb.“

Den Kauf- beziehungsweise Pachtantrag für Johannstorf hat die Hof Dutschke GbR gestellt. Sie bewirtschaftet 248 Hektar Grünland in Nordwestmecklenburg. Fast ausschließlich Flächen in Naturschutz- und FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat) vom Priwall bis nach Poel. Das Interesse an Johannstorf entstand, so Sven Dutscke, weil aus dem Kauf eines Kuhstalls in Pötenitz nichts wurde - und man daraufhin ganz bewusst nach einem anderen Objekt Ausschau hielt. Der Kuhstall in Pötenitz sollte für die Unterbringung der Maschinen, für die Lagerung von Heu und für die Notunterkunft der Tiere in Quarantäne-Situationen dienen. Ähnlich stellen sich die Dutschkes - laut ihrem Konzept an die Stadt Dassow - auch die Nutzung der Scheune in Johannstorf vor.

„Wie es nun mit Bekanntwerden der statischen Bewertung der Gutsscheune in Johannstorf aussieht, ist eine wesentlich aufwändigere Sicherung des Gebäudes notwendig, als der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer bisher durchgeführt hat.“, sagt Sven Dutschke. Stadt und Amt beschäftigen sich deshalb auch mit der Frage der Haftung im Fall einen Unglücks - jetzt, wo noch der Verein die Scheune nutzt und später, wenn sich die Stadt für einen der beiden Pachtantragsteller entschieden hat.

Auch wenn die Dutschkes Erfahrungen, Fähigkeiten und Kooperationspartner haben, wie sie sagen, die aufwändige Sanierung der Scheune in Johannstorf zu leisten - inzwischen überlegen sie schon, ob sie sich das wirklich antun sollen. „Wir sind von hier und seit vielen Jahren in der Region aktiv, engagieren uns. Dann so ein Theater um diese Scheune. Es gibt bereits andere Gemeinden, die auf uns zukommen und sagen: Komm doch zu uns.“, sagt Sven Dutschke.

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Annett Meinke

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