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Ferien und Freizeit

Das Leben ist ein Ponyhof: Was die neuen Inhaber mit dem Reiterhof Boltenhagen vorhaben

Eine schrecklich nette Familie: Victoria und Karsten Süß sind mit ihren Söhnen Tom (links) und Lukas von Brandenburg an die Ostsee gezogen.

Eine schrecklich nette Familie: Victoria und Karsten Süß sind mit ihren Söhnen Tom (links) und Lukas von Brandenburg an die Ostsee gezogen.

Ostseebad Boltenhagen. „Wir sind die Neuen“, haben sich Karsten und Victoria Süß schon im Ostseebad Boltenhagen bei Nachbarn und Anwohner vorgestellt. Ihr freundliches Auftreten, ihre offene Art, ihre Bereitschaft, zu kommunizieren, und ein ganz und gar bodenständiges Konzept machen die Reiterhofbesitzer schon jetzt zu den neuen Lieblingen des Ortes.

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Das Ehepaar hat im Mai 2022 den ortseigenen Reiterhof von den bayerischen Vorbesitzern Christine und Max Pleiner übernommen. Nach langen Verhandlungen sei es endlich gelungen, den Traum vom eigenen Hof zu erfüllen. Mit der Anlage hat das Inhaberpaar viel vor: Sie soll nachhaltiger und moderner werden und endlich wieder offene Türen haben. „Wir möchten für jeden frei zugänglich, eine gute Reitschule und ein moderner Hof sein“, erzählt uns die Familie Süß.

„Wir wussten, was es bedeuten würde, einen Reiterhof zu leiten“

Es ist ein Traum, den viele träumen: ein Reiterhof am Meer. Karsten und Victoria Süß träumten ihn schon lange. Da lebten sie noch mit ihren zwei Kindern im brandenburgischen Schildow an der Stadtgrenze Berlins, in einem großen Haus mit Garten. „Es war immer unser Wunsch, an die Ostsee zu ziehen“, sagt Victoria Süß heute. Als die Reitanlage in Boltenhagen zum Verkauf stand, schlugen sie zu. Karsten Süß hatte seine Sicherheitsfirmen in Berlin verkauft, Haus und Hof ließen sie hinter sich – und zogen an die Ostseeküste.

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Victoria Süß ist auf einem Reiterhof aufgewachsen, ihre Eltern haben eine Reitschule, ihr Vater ist Landwirt. Sie wisse genau, was es heißt, Land zu bewirtschaften, Pferde zu pflegen, ihnen Futter und Pflege bereitzustellen, Verantwortung zu übernehmen für die Tiere. „Wir wussten also, was es bedeuten würde, einen eigenen Reiterhof zu leiten“, sagen die Süß. Auf harte Arbeit waren sie eingestellt, auf einen Job, der eigentlich keinen Feierabend kennt. Zum Reiterhof in Boltenhagen gehören zwei Ferienwohnungen und 14,8 Hektar Land und Wiese. Sind die Pferde versorgt, geht es auf den Feldern, in der Ernte und in der Ferienhausvermietung weiter.

Video: Was die neuen Besitzer des Reiterhofs Boltenhagen vorhaben

Wer sind "die Neuen"? Das verraten Victoria und Karsten Süß, die seit Mai Inhaber des Reiterhofs Boltenhagen sind, und führen über das kernsanierte Gehöft. Dass Nachhaltigkeit für sie eine große Rolle spielt, wird dabei immer wieder deutlich.

Sanierung offenbarte immer mehr Probleme

Was das Inhaberpaar nicht wusste: in was für einem schlechten Zustand sich der Hof eigentlich befand. „Als wir angefangen haben, zu sanieren, wurden immer mehr Probleme ersichtlich“, sagt Karsten Süß, der seit dem Umzug an die Ostsee pausenlos an Haus und Hof arbeitet. „Die gesamte Elektrik musste erneuert werden. Das Haus war so nicht mehr sicher“, sagt er. Auch in der Scheune und an den landwirtschaftlichen Geräten musste viel repariert werden. Fertig werde man hier so schnell nicht, aber ein ganzes Stück vorangekommen sind die Süß mit ihrem Reiterhof trotzdem schon.

Nachhaltig und modern lautet die Devise

Im Voraus haben sie sich mit einer spezialisierten Beratungsfirma Gedanken über ein neues Konzept gemacht. Ihr Reiterhof soll nachhaltiger und moderner werden. Der Waldbodenstreu in den 18 Pferdeboxen werde nach circa 12 Monaten zu Humusboden. Gärtnereien und Landwirte aus der Region seien eingeladen, den hochwertigen Naturdünger auf dem Hof abzuholen und für ihre Wirtschaft zu nutzen. In der Stallgasse riecht es nach Wald und Heu. „Der Einstreu hat den Vorteil, dass der Ammoniak-Geruch verschwindet“, erklärt Victoria Süß den Einsatz des nachhaltigen Bodens.

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Weiterhin soll auf dem Hof eine große Regenauffanganlage entstehen. Die großen Dachflächen wären geeignet, das Regenwasser zu sammeln und für Pferde und die Landwirtschaft zu nutzen. Eine Elektroladestation am Parkplatz ist bereits installiert. Energie solle in Zukunft mit einer Solaranlage auf dem 800 Quadratmeter großen Dach der Reithalle gewonnen werden. „Wir wollen energiesparend arbeiten und uns an zukunftsfähigen Modellen orientieren“, so Karsten Süß. Auch über eine neue Heizanlage werde nachgedacht. Mehr als 2,5 Millionen Euro wolle die Familie in das Objekt investieren.

Ein Hof für alle und Reitstunden für jedes Niveau

„Wichtig ist uns, dass wir ein offener Hof für Gäste, Urlauber und Einheimische sind“, erklären Karsten und Victoria Süß. In der Vergangenheit haben „Betreten verboten“- und „Privatgrundstück“-Schilder Besucher eher ferngehalten. Die neuen Inhaber wünschen sich, dass Kinder und Interessierte sie gern aufsuchen. Auch wer nicht reiten wolle, könne die Pferde besuchen oder sich auf dem Reiterhof einmal umsehen.

Der Reiterhof hat seit dem 1. Juli bereits seine Türen wieder geöffnet. In den Ferien finden Voltigier-Camps für Kinder statt. „Voltigieren ist die Vorbereitung auf das Reiten. Es geht um Balance, Vertrauen und Sicherheit“, so Reitlehrerin Victoria Süß. Auch für das Ponyreiten könne man sich anmelden, Einzelunterricht und Gruppenstunden wären möglich. Wer Pferde mag, sich aber noch nicht auf ihren Rücken traut, könne mit dem kleinen Shetlandpony auch einfach spazieren gehen. Ambitionierte Reitschüler bekämen Spezialunterricht in den Bereichen Dressur und Springen. Auch ein spezielles Sitztraining steht im Angebot. „In Zukunft möchten wir die Reitschule ausbauen und auch Ferienlager anbieten“, so Süß.

Reiten am Ostseestrand – aber nur für Erfahrene

Der Traum vieler Pferdenarren ist das Reiten am Meer. Auch Victoria Süß bietet an, in den Sonnenauf- oder Untergang zu galoppieren. „Das ist aber wirklich nur etwas für sattelfeste und erfahrene Reiter“, gibt die Expertin zu bedenken. Viele Urlauber stellen sich vor, ohne Vorwissen und Erfahrung mit dem Pferd an der Ostsee zu traben. „Das kann sehr gefährlich werden. Die Tiere reagieren am rauschenden Meer ganz anders als auf dem Reitplatz.“

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Zudem gebe es im Ostseebad klare Vorschriften, wann und wo das Reiten am Strand erlaubt ist. Innerhalb der Saison bestehe eine Sondergenehmigung, am Strandaufgang Nummer 13 zwischen 5 und 8 Uhr reiten zu dürfen. Voraussetzung ist, dass der Strand danach gereinigt wird, also keine Hinterlassenschaften der Pferde liegen bleiben dürfen. Von Oktober bis April dürfe dann ganztägig am Strand geritten werden.

Mögliche Rückkehr des beliebten Strandderbys

Wer nicht neu ist in Boltenhagen, wird sich an das beliebte Pferderennen am Ostseestrand erinnern. Das sogenannte Strandderby war jahrelang Tradition in Boltenhagen. Das Event zog jährlich hunderte von Zuschauer an. 2018 wurde es eingestellt, der Veranstalter und Vorsitzende des Pferdesportvereins, Karl-Heinz Gabriel, musste sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen.

Seither wird ein neuer Initiator des Pferderennens an der Ostseeküste gesucht. „Wir können uns grundsätzlich vorstellen, diese alte Tradition im Ostseebad wiederaufzunehmen“, macht Karsten Süß Hoffnung auf eine Neuauflage. In diesem Jahr sei es nicht zu schaffen, in der Zukunft aber nicht ausgeschlossen.

Noch freie Plätze für Pferde

Elf Pferde leben momentan auf dem Reiterhof Boltenhagen. Vier von ihnen sind Pensionspferde. „Wir haben noch freie Plätze und bieten gern Besichtigungen der Anlage an“, erzählen die Süß. Wer sein Pferd bei ihnen unterstelle, müsse sich nicht an Öffnungszeiten halten. Für die Inhaber ist es selbstverständlich, dass Pferdebesitzer immer zu ihren liebsten Vierbeinern schauen dürfen. Aus dem Reiterhof wollen sie wieder einen besucherfreundlichen Ort an der Ostseeküste machen. Bei einem Tag der offenen Tür, der noch im Sommer stattfinden soll, kann der Hof besichtigt werden.

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Kontakt: Reiterhof Boltenhagen, Victoria und Karsten Süß, Ostseeallee 40C, 23946 Ostseebad Boltenhagen, Telefon: 0170 3473621, Online: www.reiterhof-boltenhagen.de

Von Lea-Marie Kenzler

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