Brandgefahr

Zunehmende Dürre: So bereiten sich Landwirte in der Region Wismar auf Flächenbrände vor

Bei extremer Hitze steigt die Brandgefahr bei Erntearbeiten.

Bei extremer Hitze steigt die Brandgefahr bei Erntearbeiten.

Stofferstorf/Boiensdorf. Bei Erntearbeiten an besonders heißen Tagen steigt die Gefahr, dass auf Getreidefeldern ein Feuer ausbricht. Vor einer Woche brannte es auf einem Acker bei Hohen Viecheln und in der Gemeinde Gägelow. Viele Landwirte sorgen selbst mit Wasservorräten vor, damit sie im Ernstfall schnell handeln können, noch bevor die Feuerwehr eintrifft.

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„Das Feuer war auf dem Feld eines Kollegen genau hinter meinem Hof ausgebrochen“, sagt Jörg Hünemörder, Landwirt in Stofferstorf, das zur Gemeinde Gägelow gehört. Der Betrieb hatte nicht nur Wasser dabei, sondern war auch mit einer Pumpe ausgerüstet, sodass die Beschäftigten sofort mit dem Löschen beginnen konnten. „Ich hab’ mit einer Scheibenegge, die gerade auf meinem Hof stand, geholfen, dass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte“, erzählt Jörg Hünemörder.

Brand durch Funkenflug und schnell entflammbare Stäube

Auch er hat immer 10 000 Liter in einem Wasserwagen parat. „Ich habe zwar keine Pumpe, aber zu meinem Anschluss noch einen für die Feuerwehr angebaut, sodass sie, wenn sie da ist, das Wasser sofort nutzen kann.“ Schon zu DDR-Zeiten sei es so gewesen, berichtet er, dass in der Getreideernte immer ein Wasserwagen auf dem Feld stand. Viele Bauern hätten es irgendwann vernachlässigt, weiß Hünemörder. Aber in den letzten Jahren haben die Brände zugenommen, sodass die Landwirte jetzt vorsorgen. Denn die Tage mit den extrem hohen Temperaturen nehmen zu.

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Zum einen kann Funkenflug einen Brand auslösen. „Es passiert, dass ein Stein in den Mähdrescher gerät und wenn er ans Metall kommt, dann funkt es“, erklärt Jörg Hünemörder. Er reinige die Erntemaschinen regelmäßig. „Sie werden ausgepustet, damit auf dem Motor nicht so viel von dem Staub, dem fein zermahlenen Stroh, liegenbleibt.“ Dieser Staub, sagt er, ist schnell entflammbar.

Drei Landwirtschaftsbetriebe helfen sich gegenseitig

Auch die Landwirte im Amt Neuburg sind gewappnet. Nach Angaben von Wilhelm Gratopp verfügt sein Landwirtschaftsbetrieb in Boiensdorf über einen Wasseranhänger mit 4000 Litern. „Den Anhänger hat uns Landwirt Behnke zur Verfügung gestellt, und wir haben einen Traktor übrig, den wir jederzeit davorspannen können.“ Jan Hofmann von der Agrargenossenschaft Stove und Gemüsebauer in Blowatz hält 12 000 Liter vor, der Bauernhof Schomann/Rohde in Robertsdorf kann im Ernstfall 8000 Liter beisteuern. „Er hat auch eine eigene Pumpe. Damit kann er schon mit den Löscharbeiten beginnen, bevor die Feuerwehr kommt.“

Aber in erster Linie gehe es darum, die Wasserversorgung der Brandbekämpfer zu ergänzen, erklärt Wilhelm Gratopp, der Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Stove ist. „Wir haben den Anschluss am Wasserwagen ausprobiert. Das Wasser wird direkt von der Feuerwehr entnommen und das funktioniert prima.“ Alle drei Landwirtschaftsbetriebe helfen sich gegenseitig, sollte es zum Flächenbrand auf einem ihrer Felder kommen. „Wir haben uns abgesprochen. Wenn es irgendwo brennt, dann werden sofort alle aktiv.“

Wasservorräte wegen erhöhter Waldbrandgefahr beibehalten

Die Weizenernte sei noch nicht ganz abgeschlossen, sagt Gratopp. Die Gerste ist vom Feld, Raps und Erbsen brennen nicht und Roggen sollte seines Wissens ebenfalls schon abgeerntet sein. Selbst wenn die Landwirte die Ernte beendet haben, wollen sie ihre Wasservorräte noch beibehalten. Denn in diesem Jahr gab es in der Region schon mehrere kleine Waldbrände. Auch zwei Strohmieten sind schon abgebrannt. „Wie auf dem Acker gibt es auch im Wald keine Hydranten. Dann ist es gut, wenn die Feuerwehr kurzfristig auf Wasservorräte zurückgreifen kann und es nicht zur Wasserknappheit kommt.“

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