Explosionen

Großfeuer in Ostseebad: Wohnblock brennt in Kühlungsborn

In Kühlungsborn kam es am Freitag zu einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus.

In Kühlungsborn kam es am Freitag zu einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus.

Kühlungsborn. Ein Großfeuer im Ostseebad Kühlungsborn hat am Freitagabend Katastrophenschutz und Feuerwehren aus dem gesamten Norden des Landkreises Rostock in Atem gehalten. Am Hanne-Nüte-Weg im Ortsteil West brannte ein Wohnblock. Das Feuer war nach Angaben von Kreisbrandmeister Mayk Tessin im Keller des Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Anwohner wollen, so die Polizei, zuvor zwei Explosionen gehört haben.

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Wohnblock in Kühlungsborn nach Brand unbewohnbar

18 Menschen wurden bei einem Feuer im Ostseebad verletzt.

Es knallt, dann kommt der Rauch

„Es hat zwei Mal geknallt. Und dann dauert es auch nicht lange und das ganze Haus war voller Rauch“, schildert ein Polizist das Szenario am Hanne-Nüte-Weg. Drei Aufgänge des Gebäudes sind betroffenen, fast 30 Wohnungen. Durch den Keller zieht der Qualm in alle Flure, alle Wohnungen. Die Leitstelle löst Großalarm aus: Die Wehren aus Kühlungsborn, Bad Doberan, Wittenbeck und Bastorf rücken aus. Nachdem die ersten Löschmannschaften vor Ort sind, müssen weitere Kräfte alarmiert werden: Rettungsdienste und der Katastrophenschutz – insgesamt mehr als 80 Helfer.

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Viele Anwohner husten, klagen über Atembeschwerden. Insgesamt 20 Bewohner erleiden Rauchgas-Vergiftungen, werden vor Ort behandelt. „Wir sprechen bei dieser Größenordnung von einem Massenanfall an Verletzten“, sagt der oberste Feuerwehrmann im Landkreis Rostock, Mayk Tessin. Etliche Rettungswagen eilen nach Kühlungsborn, die Verletzten werden auf Kliniken in Bad Doberan, Rostock und sogar Wismar verteilt. „Zum Glück sind alle nur leicht verletzt, die meisten sind aber schon etwas älter“, so Tessin. Alle Patienten werden noch vor Ort vom Leitenden Notarzt des Landkreises untersucht.

Feuerwehrleute brechen Türen auf

Einige Bewohner schaffen es nicht allein in Sicherheit. Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz holen sie raus. Die Retter müssen Türen aufbrechen, kämpfen sich durch Keller zum Brandherd vor. Mit Motorsägen müssen sie sich im dichten Rauch den Weg freischneiden. „Die Keller ist komplett vollgestellt. Das war ein Problem“, so Tessin. Dennoch: Nach nicht mal eineinhalb Stunden ist der Brand aus, die Feuerwehr muss nur noch letzte Glutnester löschen und kontrolliert nochmal alle Wohnungen im Haus. „Mindestens ein Aufgang ist unbewohnbar“, so Kühlungsborns Wehrführer Andreas Wegener. Die Lüftungsarbeiten dauern noch bis spät in die Nacht.

Der Bad Doberaner Betreuungszug des Katastrophenschutzes und die Wehr bauen im Feuerwehr-Zentrum ein Notlager auf. „Wer keine Bleibe bei Freunden oder Verwandten findet, kann dort übernachten“, sagt Wegener. Auch Essen und Getränke organisieren die Retter, ein Sonderbus wird für den Transport geordert. Bürgermeister Rüdiger Kozian und die stadteigene Wohnungsgesellschaft Noveg beginnen noch in der Nacht damit, Unterkünfte für die Opfer zu organisieren. Aber auch die Retter müssen versorgt werden: In der Sommerhitze ist der Einsatz kräfteraubend und schweißtreibend. Viele Anwohner sind hilfsbereit, bringen Wasser für die Feuerwehrleute.

Kripo nimmt Ermittlungen auf

Zur Brandursache und was die Explosionsgeräusche ausgelöst haben könnte, machten Polizei und Feuerwehr noch keine Angaben. Nur so viel sagt Wehrführer Wegener: „Das Haus hat Fernwärme – also keine Heizungsanlage, bei der es eine Explosion gegeben haben könnte.“ Noch in der Nacht nahm der Kriminaldauerdienst die Ermittlungen in Kühlungsborn auf.

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Zum Thema:

Andreas Meyer und Alexander Salenko

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