OZ-Weihnachtsaktion

Ein Ort für den letzten Lebensabschnitt: Das Ostseehospiz in Neubukow

Sie wollen in Neubukow das Ostseehospiz etablieren: Initiatorin Katharina Moritz (untere Reihe 3. v. l.) und viele weitere engagierte Mitstreiter.

Sie wollen in Neubukow das Ostseehospiz etablieren: Initiatorin Katharina Moritz (untere Reihe 3. v. l.) und viele weitere engagierte Mitstreiter.

Neubukow. Marina S. ist in ihrem letzten Lebensabschnitt. Die 55-Jährige ist an Darmkrebs erkrankt und kämpft um jeden Tag. Noch ist sie zu Hause in ihrem Haus in der Gemeinde Satow. Doch wenn es gar nicht mehr geht, ist sie bereit ins Hospiz zu gehen. „Ich finde es gut, dass es die Option gibt und dass es das Palliativnetzwerk gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, zum Arzt zu gehen. Das würde ich nicht mehr schaffen.“

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Marina S. ist Patientin von Dr. Katharina Moritz. Die Palliativmedizinerin macht Hausbesuche bei schwerstkranken Menschen. Sie weiß um den Mangel an Hospizplätzen. In Rostock gibt es zehn Betten und eine Warteliste. Neben Rostock ist das nächste Hospiz im Schloss Bernstorf bei Grevesmühlen im Landkreis Nordwestmecklenburg. Im Landkreis Rostock mit mehr als 215 000 Einwohnern gibt es gar kein Hospiz.

Tageshospiz ist einmalig in Mecklenburg-Vorpommern

Daher möchte die Ärztin in Neubukow das Ostseehospiz eröffnen. Es soll ein Ort der Geborgenheit und des Wohlbefindens werden. Das Besondere: Vier der zwölf Plätze sollen Tageshospizplätze werden – einmalig in Mecklenburg-Vorpommern.

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Doch für das ehrenamtliche Vorhaben benötigt Dr. Katharina Moritz Unterstützung. „Für die Erstausstattung brauchen wir 500 000 Euro“, erläutert die zweifache Mutter. „Bei den Krankenkassen gibt es für diese keine Leistung, die man beantragen kann.“ Zwar können die Investitionskosten später über die Abrechnung für die Patientenbetten refinanziert werden. „Aber dafür muss der Betrieb laufen.“

Spendenkonto

Mit der Weihnachts­aktion „Helfen bringt Freude“ sammelt die OSTSEE-ZEITUNG 2022 für den Förderverein Ostseehospiz. Die Ostseesparkasse Rostock stellt dafür kostenfrei das Spendenkonto zur Verfügung.

IBAN DE 69 1305 0000 0202 3456 70

BIC NOLADE21ROS

Empfänger: Verein OstseeHospiz

Betreff: Helfen bringt Freude 2022

Die Spender werden namentlich genannt. Wer das nicht möchte, vermerkt dies bitte auf der Überweisung. Wer eine Spendenquittung benötigt, notiert bitte seine Adresse auf der Überweisung. Bis zu 200 Euro gilt der Kontoauszug als Spendennachweis.

Mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ möchte die OSTSEE-ZEITUNG in diesem Jahr den Förderverein Ostseehospiz unterstützen und sammelt Spenden für diesen. Jedem schwerstkranken Menschen sollte es möglich sein, in Würde zu sterben und nicht auf einer Warteliste auszuharren. Jeder Hospizplatz mehr zwischen Bernstorf und Rostock kann dabei helfen.

Ein großer Träger ist keine Option

Auf einen Träger wie das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie oder die Caritas möchte Dr. Katharina Moritz für die Finanzierung ihres „dritten Babys“, wie sie sagt, nicht zurückgreifen. „Ich möchte diese Verwaltungsarchitektur vermeiden. Ich möchte ein kleines Unternehmen mit familiärem Charakter.“ Sie wolle nicht fremdbestimmt werden, die Zügel selbst in der Hand behalten. Würde sie als Gründerin das Hospiz an einen Träger abgeben, hätte sie keinen Einfluss mehr auf Personalschlüssel und Leistungen, ist sie der Meinung. „Das hat auch was mit Vertrauen zu tun.“

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Mit im Team des Ostseehospiz ist ihre langjährige Freundin und Palliativkrankenschwester Dietlind Ampler, die die Pflegedienstleitung übernehmen wird. Neben weiteren Fachkräften wird es auch Ehrenamtler geben, die das Hospiz unterstützen. Sie sollen eine extra Ausbildung bekommen. Nicht jeder könne mit dem Tod umgehen, so Dr. Moritz.

Sie selbst weiß sehr genau, wie die letzten Monate, Tage und Stunden eines schwerstkranken Menschen aussehen. Die 40-Jährige ist Fachärztin für Viszeralchirurgie, medizinische Tumortherapie und Palliativmedizin und hat jahrelang in der Onkologie gearbeitet. In Rostock war sie für das Palliativnetzwerk tätig, bevor sie sich dann vor ein paar Jahren im Landkreis Rostock selbstständig machte und hier im Palliativnetz arbeitet.

Spenden für Ersteinrichtung notwendig

Um Spenden einsammeln zu können, hat sie den Förderverein Ostseehospiz gegründet. Es seien schon 100 000 Euro zusammengekommen. Im Frühjahr 2023 soll der Umbau der alten Kindertagesstätte „Bummi“ zum Hospiz beginnen. Diesen übernimmt die Wohnungsverwaltungs GmbH Neubukow. „Die machen den Umbau für uns und refinanzieren das über den Mietvertrag, der dann 20 Jahre läuft“, erläutert die Elmenhorsterin, die dankbar ist, dass die Stadt Neubukow das Projekt so unterstützt.

In der ehemaligen Kita Bummi im Fritz-Reuter-Weg in Neubukow soll das neue Ostseehospiz entstehen.

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Marina S. würde gerne ins Tageshospiz nach Neubukow fahren, wenn es das schon geben würde. Dann könnte sie ihre Angehörigen entlasten. „Ich schaffe es tagsüber alleine nicht mehr“, sagt sie. Im Tageshospiz würden die Gäste nicht nur medizinisch betreut werden, sie sollen auch eine schöne Zeit haben. „Es ist wichtig, dass sie sich nützlich fühlen. Das wollen wir auch im Tageshospiz erreichen, indem man zum Beispiel was zusammen kocht.“ Am Abend würden die Patienten dann wieder in die Häuslichkeit gehen.

Neben dem Tageshospiz wird es auch Hospizplätze geben. Hier würden die Sterbenden mit Respekt und bestmöglicher Symptomkontrolle auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet werden. Für die Erkrankten und die Angehörigen eine emotionale und erschöpfende Ausnahmesituation, in der das Hospiz-Team helfen möchte.

Eine schwere Erkrankung könnte jeden von uns treffen. Bitte helfen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, dass schwer erkrankte Menschen würdevoll auf dem Ende ihres Lebensweges begleitet werden können. Jede Spende zählt.

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