Nachhaltigkeit

Treffen in Reddelich: Streuobst fördern, Artenvielfalt erhalten

Streuobstgenusstag MV in Reddelich: Ulrike Gisbier (v.l.), Geschäftsstelle Streuobstgenussschein, Wemag-Mitarbeiterin Miriam Jablonski und Pomologe Jens Meyer probieren sich durch die Apfelsorten, die auf Streuobstwiesen wachsen.

Streuobstgenusstag MV in Reddelich: Ulrike Gisbier (v.l.), Geschäftsstelle Streuobstgenussschein, Wemag-Mitarbeiterin Miriam Jablonski und Pomologe Jens Meyer probieren sich durch die Apfelsorten, die auf Streuobstwiesen wachsen.

Reddelich. Äpfel, Birnen und Pflaumen standen am Sonnabend beim zweiten Streuobstgenusstag Mecklenburg-Vorpommerns in Reddelich im Mittelpunkt. Bei diesem wurden die acht Projekte vorgestellt, die seit 2015 vom Streuobstgenusssschein gefördert werden. Ziel der Initiative: Streuobstwiesen erhalten und Nachhaltigkeit fördern. Die Obstarche Reddelich ist eines der unterstützten Projekte.

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Auf der Streuobstwiese „Garten Eden“ hat Pomologe Jens Meyer auf einem Tisch Äpfel und Birnen ausgelegt. Mit einem Messer schneidet er den „Helios“-Apfel klein und reicht ihn zum Probieren weiter. Um ihn herum sitzen und stehen Menschen, die sich für Streuobstwiesen und Nachhaltigkeit einsetzen. „Beim Genusstag wollen wir den langjährigen Förderern die Projekte näherbringen“, erläutert Henrik Manthey von der Akademie für nachhaltige Entwicklung. Zudem würden Obstsorten verkostet. Denn Streuobstwiesen seien nicht nur Biotope und so für die Vielfalt und den Artenschutz wichtig, sondern lieferten auch Obst, das schmeckt.

Start der Obstarche Reddelich mit neun Bäumen

Die Obstarche Reddelich hat sich 2014 gegründet und ist damals mit neun Bäumen gestartet, erzählt Obstarche-Koordinatorin Silvia Kastell. Mittlerweile wachsen auf dem Gemeindegebiet Reddelich und Steffenshagen 346 Obstsorten, darunter 166 Apfelsorten. 75 Bäume werden über den Streuobstgenussschein gefördert.

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Jeder, der einen Schein erwirbt, unterstützt damit die Pflege und den Erhalt eines Obstbaumes. Gefördert werden Projekte, die mindestens zehn Jahre Bestand haben, erläutert Henrik Manthey. Zu den bisherigen Projekten gehört beispielsweise auch die Werkstattschule Rostock mit „Fairventure“, bei dem die Schüler Obstbäume pflanzen und pflegen. Zudem steht ein Bienenwagen auf der Fläche, wodurch der Bezug zur Imkerei hergestellt wird.

Ein jahrelanger Förderer des Streuobstgenussscheins ist der Schweriner Energieversorger Wemag. Auch in diesem Jahr. Wemag-Mitarbeiterin Miriam Jablonski übergab einen Scheck in Höhe von 5000 Euro an Ulrike Gisbier von der Geschäftsstelle des Streuobstgenussscheins.

Initiatoren und Unterstützer von Streuobst trafen sich beim Streuobstgenusstag MV in Reddelich.

Initiatoren und Unterstützer von Streuobst trafen sich beim Streuobstgenusstag MV in Reddelich.

Auch Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) unterstützt die Idee der Streuobstwiesen, ist Schirmherrin der Obstarche Reddelich. "Die Obstarche Reddelich gewinnt über die Grenzen hinaus an Bekanntheit. Wir können zeigen, was hier entstanden ist", sagt Stefanie Drese In Bezug auf die UN-Dekade Biologische Vielfalt, zu der die Obstarche des Kulturvereins für Reddelich und Brodhagen zählt. Sie sei stolz, Schirmherrin zu sein und dankte den Ehrenamtlern. "Der Genussschein wird neben der Waldaktie immer mehr an Bedeutung gewinnen."

Die Macher der Obstarche haben in den nächsten Jahren noch viel vor. Ein Obstlehrpfad soll errichtet werden, ein Besucherzentrum entstehen und ein Erdkeller gebaut werden, kündigt Silvia Kastell an. „Streuobstwiesen sind Biotope. Wir wollen sie weiter pflegen und das Bewusstsein schärfen, um den Erhalt alter Obstsorten zu sichern.“

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Von Anja Levien

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