Medizin

Biomedicum: Ein Zentrum für die Spitzenforschung

Für das Biomedicum der Universitätsmedizin Rostock in der Schillingallee wurde am Montag der Grundstein gelegt. Rektor Wolfgang Schareck (v. l.), Uwe Sander vom BBL, Oberbürgermeister Roland Methling und Finanzminister Mathias Brodkorb befüllen die Zeitkapsel.

Für das Biomedicum der Universitätsmedizin Rostock in der Schillingallee wurde am Montag der Grundstein gelegt. Rektor Wolfgang Schareck (v. l.), Uwe Sander vom BBL, Oberbürgermeister Roland Methling und Finanzminister Mathias Brodkorb befüllen die Zeitkapsel.

Hansaviertel. Auf dem Campus in der Schillingallee tut sich etwas. Am Montag wurde hier der Grundstein für den Neubau des Biomedicums – einem Lehr- und Forschungszentrum für angehende Mediziner und Biotechnologen – gelegt. Zu der traditionellen Zeremonie übermitteln auch Landes-Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD), Universitätsrektor Wolfgang Schareck sowie Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ihre besten Wünsche. In der Schillingallee entstehe ein „Leuchtturm der Medizin“, sagt Methling.

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Universitätsmedizin wächst in Forschung und Lehre

„Das Biomedicum ist für uns eine echte Herzensangelegenheit“, erklärt Emil Christian Reisinger, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Rostock (UMR), über den Neubau für die Medizinische Fakultät. Die UMR wachse seit Jahren in Forschung und Lehre. Über 2300 Studierende lernen hier in vier Studiengängen. Zukünftig werde das Lehrangebot sogar um zwei weitere Studiengänge ausgebaut. „Für neue Impulse sorgen künftig auch hochkarätige Wissenschaftler in unserem Forschungszentrum“, kündigt Reisinger an. „Die Ergebnisse aus Forschung und Lehre werden unmittelbar den Patienten zugutekommen“, verspricht der Dekan.

Der Neubau wird voraussichtlich in drei Jahren fertiggestellt. 20 Millionen Euro lässt sich das Land mit Unterstützung der Europäischen Union das neue Forschungszentrum in Rostock kosten. Finanzminister Brodkorb habe das Projekt noch als Bildungsminister angestoßen und freue sich, heute das „Wachsen des Kindes“ als Finanzminister zu begleiten. „Dieser Bau ist etwas Besonderes. Er erweitert die Forschungs- und Lehrmöglichkeiten der Hochschulmedizin“, erklärt der Minister.

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Ein „Leuchtturm“ für Mecklenburg-Vorpommern

Ein ganz besonderes Grußwort hält an diesem sonnigen Nachmittag der Universitätsrektor Schareck. In Reimform bringt er die besondere Bedeutung des Biomedicums und die gelungene Gestaltung zum Ausdruck. Stolz ist auch Roland Methling. „Der Medizinstandort Rostock hat mit dem Biomedicum eine Leuchtturmfunktion im Land“, betont der Oberbürgermeister. Nach ihren Grußworten befüllen Methling, Schareck, Brodkorb und Uwe Sander vom für den Bau zuständigen Betrieb für Bau und Liegenschaften MV (BBL) die Zeitkapsel. Auch Scharecks Gedicht verschwindet in der Kapsel im Grundstein.

Gedicht des Universitätsrektors Wolfgang Schareck

„Heut’ ist ein Tag für gute Taten, die wenn gefeiert auch geraten. Für Forschung und die beste Lehr’ und später auch für den Transfer, entsteht ganz nah am Klinikum, das neue Biomedicum. Herr Brodkorb gibt dafür das Geld, der BBL den Bau hinstellt. Zunächst, Sie werden’s schon erahnen, verging viel Zeit mit langem Planen. Verworfen und dann gut befunden, in langen langen Arbeitsstunden. Doch heute gibt’s den ersten Stein, in zwei Jahren soll’s dann fertig sein. Der Bau wird schön, ist nicht verkehrt, wenn Wissenschaft auch Schönheit mehrt. So wünschen wir vor allen Dingen, das Werk mög’ unfallfrei gelingen. Heut’ danken wir all den Gewerken für ihre Kunst und ihre Stärken. Wir wünschen unserer Fakultät viel Glück und Kreativität. Dass dieser Bau mit gutem Mute, kommt den Patienten einst zugute.“

Universitätsrektor Wolfgang Schareck

Im Erdgeschoss des Biomedicums sind 700 Quadratmeter für die Lehre vorgesehen. Geforscht wird auf knapp 2400 Quadratmetern. Etwa 260 Mitarbeiter bekommen mit dem Neubau auch einen neuen Arbeitsplatz. Eine Besonderheit wird die Simulationsarena sein, in der Unfallsituationen realistisch wiedergegeben werden können. Das helfe nicht nur Studenten ihr Wissen anzuwenden, es erhöhe auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unimedizin deutschlandweit. „Der Bau ist zudem besonders nachhaltig“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Geothermie, also die Nutzung von Erdwärme, und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach seien zwar mit hohen Investitionskosten verbunden, aber auch umweltfreundlich und langfristig nutzbar.

Anwohner befürchteten Verlust von Parkplätzen

Ärger gab es im Vorfeld. Der Ortsbeirat Hansaviertel sprach sich im letzten Jahr einstimmig gegen das Vorhaben aus. „Wir verlangen, dass der Stellplatzsatzung der Hansestadt entsprochen wird“, forderte Karsten Cornelius (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirates. Die BBL entgegnet jedoch, dass man bei der Planung auf ausreichend Parkplätze geachtet habe. „Wir entsprechen den Vorgaben und dürften auch gar nicht mehr Stellplätze errichten“, erklärt Hoffmann. Zudem weist er auf die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hin. Es wird auch ausreichend Fahrradstellplätze geben – fast doppelt so viele wie erforderlich.

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Lea-Marie Kenzler

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