Rostock/Schwerin

Airbus-Megadeal: Zulieferer aus MV profitieren

Einige Airbus-Bauteile stammen von der Firma RST aus Rostock: Systemingenieur Gunnar Borcherding (49) beim Zusammenbau eines Satellitensystems.

Einige Airbus-Bauteile stammen von der Firma RST aus Rostock: Systemingenieur Gunnar Borcherding (49) beim Zusammenbau eines Satellitensystems.

Rostock/Schwerin. Der Rekorddeal des Flugzeugbauers Airbus sorgt auch bei Zulieferer-Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern für Hochstimmung. Insgesamt 430 Mittelstreckenjets des Modells A 320neo sind bei dem europäischen Konzern auf einen Schlag verkauft worden. Insgesamt 30 Unternehmen aus MV liefern für Airbus Bauteile aus den verschiedensten Bereichen zu. Annette Fahrendorf, Netzwerkmanagerin des Hanse-Aerospace in MV, betont: „Das ist eine gute Nachricht für den Norden. Von diesem Auftrag profitiert die gesamte norddeutsche Luftfahrt, und damit auch die Zulieferer aus Mecklenburg-Vorpommern.“

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Ein wichtiges Unternehmen in der Branche ist der Metallkomponenten-Fertiger Flamm Aerotec in Schwerin. „Airbus ist unser größte Kunde, mit etwa 45 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die A 320 hat einen erheblichen Anteil daran, so dass die Aufträge unsere Beschäftigungssituation für mindestens fünf Jahre sichern werden“, sagt Lothar Brecht, FlammAerotec-Geschäftsführer. Die 350 Mitarbeiter der Firma fertigen Airbusbauteile für den Flügel- und Innenbereich sowie den Frachtraum des Fliegers. Bereits jetzt – vor den zu erwartenden neuen Großaufträgen – sei die Auftragslage sehr gut, so dass „die Arbeitspakete bereits 2018 und 2019 steigen“.

Durchweg positiv schätzt auch Dr. Florian Gehrig, Geschäftsführer bei Aero Coating Wismar, den Mega-Deal ein. „Ein Auftrag in dieser Größenordnung ist fast eine Jahreslieferung, das ist Wahnsinn. Auch bei uns sichert das Arbeitsplätze und Geschäfte. Und es bringt bestimmt 50 Prozent mehr Umsatz in den Markt“, sagt er. Wie viel davon beim Zulieferer in Wismar hängen bleibt, sei schwierig einzuschätzen, aber Gehrig rechnet mit etwa 15 bis 20 Prozent mehr Umsatz. Derzeit sind bei Aero Coating Wismar 72 Mitarbeiter tätig. Sie beschichten Verbindungselemente gegen Kontaktkorrosion. Derzeit seien das 1,4 bis 2 Millionen Elemente pro Woche.

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Die Maschine A 320neo hat auch Luftfahrttechnik aus Rostock an Bord. „In jedem Airbus fliegt ein Stück RST um die Welt“, hebt Martin Sauerschnig, Standortleiter der Rostock System-Technik GmbH, hervor. Dort arbeiten 150 Beschäftigte unter anderem im Bereich Design und Engineering für den Kabinenbau unterschiedlicher Airbus-Reihen. „Wir freuen uns, wenn es Airbus-Großaufträge gibt. Das schafft bei uns eine Planungsstabilität für die nächsten Jahre“, sagt Chief Operating Officer, der in dem Verkaufsschlager A 320neo eine große Zukunft sieht.

Ebenfalls an der Warnow tüfteln im Rostocker Entwicklungszentrum 30 Ingenieure des Unternehmens Diehl Aerospace an Aibus-Produkten. Auch Christoph Pieper, Standortleiter von Diehl Aerospace in Rostock, nimmt die Nachrichten positiv entgegen: „Wir freuen uns natürlich, denn Airbus ist einer unser Hauptkunden. Wir sind an einzelnen Produkten der A 320neo beteiligt.“ Unter anderem liefern die Rostocker Beleuchtungselemente und Software.

Im Schweriner Wirtschaftsministerium sorgte der Luftfahrt-Deal für positive Resonanz. „Entscheidend ist, dass unsere heimischer Firmen von den Großaufträgen am Ende profitieren. Das sichert Arbeitsplätze bei uns im Land“, sagt Minister Harry Glawe (CDU) und fügt lobend hinzu: „Mecklenburg-Vorpommern hat sich zu einem hervorragenden Standort für die Luft- und Raumfahrtbranche entwickelt.“ Das liege auch an den attraktiven Standortbedingungen und der Leistungskraft der heimischen Zulieferunternehmen.

Virginie Wolfram

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