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Stadtmitte

Das können die neuen Züge

Gewohnt knalliges Rot, längere Front: So sehen die neuen Twindexx-Züge der Deutschen Bahn aus.

Gewohnt knalliges Rot, längere Front: So sehen die neuen Twindexx-Züge der Deutschen Bahn aus.

Stadtmitte. Etwa 13 Millionen Menschen werden jährlich im Liniennetz Nord-Süd von der Deutschen Bahn befördert. Damit diese noch komfortabler zwischen Rostock und Elsterwerda reisen können, hat das Unternehmen in fünf neue Twindexx-Züge des Herstellers Bombardier investiert. Vier von ihnen sind seit Juni auf der Strecke unterwegs. Optisch wirkt das rote Modell vertraut, innen aber hält es einige Neuheiten bereit.

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Besonders interessant für viele Fahrgäste ist der Fahrradwagen, welcher in jedem Zug von April bis Oktober eingesetzt wird. Die Stellplätze für Räder erhöhen sich dadurch von 36 auf 72. „Wie wir in den vergangenen Wochen gelernt haben, reichen auch diese immer noch nicht“, sagt Bahnsprecherin Karin Schwelgin. Mit zur Standardausstattung gehören nun außerdem barrierefreie Zugänge, eine behindertengerechte Toilette sowie Steckdosen in jedem Abteil. Die Lieblingsneuerung der Kunden? Fahrgastinformationen in Echtzeit. „Dadurch werden sie über jede Minute Verspätung sofort informiert.“

Mehr Komfort

Neben der längeren Front des Zuges wurde auch das Innendesign angepasst. Die Einrichtung ist hochwertiger. Ein neues Beleuchtungskonzept sorgt für angenehmes Licht. „Um unseren Reisenden noch mehr Komfort zu ermöglichen, sind die fünf bis sechs Waggons zudem leiser“, erklärt Schwelgin. Das kann Adelheid Östreich bestätigen. Die Rentnerin ist quer durchs Land von Ronneburg bis Rostock gereist und musste auf ihren letzten Abschnitt den RE5 nutzen. „So eine angenehme Zugfahrt hatte ich noch nie“, schwärmt die 69-Jährige. Die Fahrgeräusche seien so gering gewesen, dass sie sich problemlos unterhalten konnte. „Die Ansagen habe ich auch alle verstanden.“ Aufgefallen ist ihr auch der extra Platz, an dem sie ihre Koffer verstauen konnte.

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Das hat Amelie Finkenstein auf ihren Reisen mit Regionalbahnen bisher immer vermisst. Da die Studentin aus Rostock kommt, aber in Heidelberg studiert, ist sie ständig unterwegs. „Und da kann Bahnfahren echt oft nerven“, sagt die 21-Jährige. Auf der Strecke komme es wie überall in Deutschland häufig zu Verspätungen mit ihrer Meinung oft lachhaften Begründungen.

„Kinderkrankheiten“ durch fehlende Tests

Dass auch die neuen Twindexx-Züge nicht makellos sind, weiß Marcel Drews. „Sie leiden noch an einigen Kinderkrankheiten“, sagt der Landesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Das liege vorrangig an der verzögerten Lieferzeit. Dadurch fehlen umfangreiche Tests, die einen vollen Einsatz ohne Schwierigkeiten gestaltet hätten. In den vergangenen Monaten kam zu einigen Ausfällen durch technische Störungen. „Reisende mussten bis zu zwei Stunden Verspätung in Kauf nehmen oder ihr Zug fuhr erst gar nicht“, bedauert er. Damit alles reibungslos funktioniert, müsse der Hersteller noch einmal nachbessern.

Ursprünglich bestellt wurden die neuen Fahrzeuge bereits Anfang 2015. Erst im Herbst 2017 wurde das erste Fahrzeug geliefert. Durch die Verzögerung schoben sich auch die Schulungen der Lokführer weiter nach hinten. „Es sind gewisse Qualifikationen notwendig, die nicht mal eben innerhalb eines Tages erlernt werden können“, sagt Schwelgin. Die Fahrzeuge sind durch acht angetriebene Achsen spurtstärker als ihre Vorgänger. Statt bisherigen 140 Kilometern pro Stunde schaffen sie 160. Das schaffe ein völlig neues Fahrgefühl. Wird beschleunigt, merkt das auch der Fahrgast deutlich.

Energieoptimierter Betrieb

Technisch begeistern die Twindexx-Züge durch die Rückspeise ihrer aufgebrachten Energien. Dadurch dass weniger aufgebracht werden muss, sparen die Modelle 15 Prozent ein. „Praktisch für uns ist außerdem die automatische Fahrgastzählung“, verrät Schwelgin. Dadurch müsse kein Mitarbeiter mehr durch die Bahn gehen und per Hand klicken. Für die Sicherheit der Fahrgäste sind in jedem Abteil Kameras angebracht. „Auf diese hat die Bundespolizei 48 Stunden Zugriff.“ Straftaten werden damit nicht nur vorgebeugt, sondern auch nachvollziehbar.

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Für die Deutsche Bahn ist es auf dieser Strecke zwischen Rostock und Elsterwerda die vorerst letzte Investition. Das System der Züge müsse lediglich noch für die Fahrt nach Stralsund aktualisiert werden. „Die Schiebetritte sind aktuell noch nicht angepasst, sodass die Bahnsteige dort noch nicht angefahren können“, sagt Schwelgin. Ansonsten wolle die Deutsche Bahn auch erst einmal beobachten, wie gut sich die Neuerungen weiterhin im Alltag bewähren.

Pauline Rabe

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