Lange Wartelisten für Kindergärten

Der Kampf um einen Kita-Platz

Bürgerprotest gegen fehlende Kita-Betreuung (Symbolbild). Kita-Plätze und auch Tagesmütter in Rostock sind knapp, wie auch in den anderen Städten in MV.

Bürgerprotest gegen fehlende Kita-Betreuung (Symbolbild). Kita-Plätze und auch Tagesmütter in Rostock sind knapp, wie auch in den anderen Städten in MV.

Rostock. Zwei Monate hat Claudia Materne noch vor sich. Dann kommt das erste Kind der 30-Jährigen zur Welt - ein Junge. Doch in die Vorfreude auf das Familienglück mischt sich auch die Sorge um die nahe Zukunft des Kleinen: Wo soll der Nachwuchs nach der Elternzeit betreut werden? Kita-Plätze und auch Tagesmütter in Rostock sind knapp, wie auch in den anderen Städten in MV.

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Die Suche hat begonnen

Für Claudia Materne und ihren Partner hat die Suche schon begonnen. „Wir wohnen in der Innenstadt und würden unser Kind auch gerne dort unterbringen“, sagt die 30-Jährige. Aber gerade in der Rostocker Innenstadt gibt es teils lange Wartelisten. Hinzu kommt, dass man sich in der Hansestadt erst für einen Kita-Platz anmelden kann, wenn das Kind auf der Welt ist. „Einige Kitas bieten allerdings an, dass man sich vorher immerhin umschauen kann“, sagt Claudia Materne. Das Paar ist gerade dabei, einen ersten Termin auszumachen.

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Viele Kitas bis 2019 dicht

Eigentlich haben es die beiden nicht so eilig: „Ich will nach der Geburt ein Jahr zu Hause bleiben“, verrät Claudia Materne. Aber sie weiß, wie schwierig es werden wird, einen Platz zu bekommen, daher beschäftigt sie sich schon eine Weile mit dem Thema. „Wir haben eine Wunsch-Kita und auch schon zwei Tagesmütter im Blick“, sagt die werdende Mutter. „Manchmal bekomme ich zu hören ,Sie haben doch noch viel Zeit’. Aber andererseits sind viele Kitas schon jetzt bis März 2019 dicht.“ In anderen könne man sich erst wieder im Oktober für das nächste Jahr vormerken lassen.

Zu Hause zu bleiben ist keine Option

„Ich will auf jeden Fall wieder arbeiten. Und mir ist auch wichtig, dass das Kind Sozialkontakte mit Gleichaltrigen hat.“ Zudem gebe es in Kitas viel bessere Fördermöglichkeiten. Trotz der Ungewissheit bleibt Claudia Materne noch entspannt, denn sie hat einen Plan B: „Ich arbeite selbst als Erzieherin in einer Kita am Stadtrand. Dort könnte ich das Kind auf jeden Fall unterbringen.“ Doch das will sie eigentlich nicht. Zum einen möchte sie nicht beruflich auf ihr eigenes Kind aufpassen. Zudem könnte bei der Wunsch-Kita der Vater den Kleinen ohne großen Umweg abholen.

Lange Wartezeiten

Wie schwierig es auch für andere Eltern ist, einen Betreuungsplatz zu finden, erlebt Claudia Materne bei der Arbeit: „In unserer Krippe beträgt die Wartezeit ein Jahr und auch der Kindergarten ist voll.“ Daher soll die Einrichtung auch in nächster Zeit ausgebaut werden. So lange können und wollen manche Eltern aber nicht warten und versuchen mit allen Mitteln, doch irgendwie einen Platz zu ergattern: „Ein Vater hat angeboten, den Spielplatz zu reparieren, wenn wir dafür sein Kind aufnehmen. Aber auf so etwas können wir uns natürlich nicht einlassen.“

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    Axel Büssem

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