OZ-Schulnavigator Teil 9: Die Waldorfschule

Epochen, Kunst und Handwerk

Hanna Westphal, Johan Lemke, Benjamin Broschwitz und Leontine Altiner (v.l.) bei der Handarbeit.

Hanna Westphal, Johan Lemke, Benjamin Broschwitz und Leontine Altiner (v.l.) bei der Handarbeit.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. . Vor fast 100 Jahren wurde die Waldorfpädagogik von Robert Steiner begründet. Nach dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit liegt der Fokus auf gemeinsamer Bildung – unabhängig von sozialer Herkunft, Religion und Begabung. Unterricht in Epochen, Kunst und Handwerk sind typisch für die pädagogische Ausrichtung. An diesem Leitbild orientiert sich auch eine Rostocker Schule. Für den neunten Teil des OZ-Schulratgebers führte der Besuch in die Waldorfschule.

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„Der künstlerisch-ästhetische Unterricht ist ein guter Ausgleich zu den kognitiven Fächern und fördert die Fertigkeiten der Schüler“, sagt Petra Grubert. Die Lehrerin unterrichtet seit zehn Jahren an der Waldorfschule und hat – wie alle Pädagogen – eine Zusatzqualifikation. „Malen, Plastizieren, Bildhauen und Schmieden stehen nicht nur im Interesse des künstlerischen Ergebnisses“, sagt sie. Dass dabei aber auch wahre Kunstwerke entstehen, zeigt sich auf den Fluren der Rostocker Waldorfschule. Die gerahmten Bilder lassen den Unterschied zu den Werken berühmter Künstler für das ungeschulte Auge nur schwer erkennen. Kleine Tonfiguren, die im Schulgebäude ausgestellt sind, verschaffen eine gemütliche Atmosphäre. An der Waldorfschule sind die meisten Jahrgänge einzügig. Die 305 Schüler bleiben oft bis zum Schulabschluss in einer Klasse. „Das ist ein gutes Gefühl und stärkt Freundschaften“, sagt der Schüler Paul Vollbrecht.

„Ohne die Eltern gäbe es unsere Schule nicht“, so Lehrerin Grube. Das Engagement der Erwachsenen mache viele Arbeitsgruppen und Projekte, wie gemeinsames Kochen und Basteln, erst möglich. Die Eltern zahlen monatlich im Durchschnitt 120 Euro Schulgeld. Das sei vom elterlichen Einkommen abhängig. Das Abitur in dreizehn Jahren ist eine von drei Abschlussmöglichkeiten an der Waldorfschule. Die Berufsreife und die Mittlere Reife werde nach zwölf Schuljahren vergeben. „In diesen zusätzlichen Jahren haben die Schüler viel mehr Fächer und weiterführenden Unterricht“, erklärt Grubert. Dass die Schüler nach Abschluss insgesamt älter seien, sei ein Grund, warum viele Unternehmen sie bevorzugt einstellen würden.

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Die Organisation der Lehrkräfte findet im Kollektiv statt. Es gibt keinen klassischen Schulleiter, aber Konferenzen, die pädagogische, terminliche und technische Fragen klären. Die pädagogische Konferenz sei das Herzstück der Schule. Etwa 18 der 26 Lehrer übernehmen dort die Leitung. Die Waldorfpädagogen organisieren auch den Unterricht zu einem Thema in vierwöchigen Epochen. „Durch Ausflüge, Projekte und Experimente tauchen die Schüler im epochalen Unterricht viel tiefer in ein Gebiet ein“, erklärt Grubert. Bis zur zehnten Klasse werden keine Noten, sondern am Schuljahresende Entwicklungszeugnisse vergeben. „Wir wollen kein Kind frustrieren“, so die Pädagogin Grubert.

Für die Zwölftklässler gibt es einen ganz besonderen Höhepunkt der künstlerischen Schullaufbahn: die Abschlussfahrt nach Italien. Dort werde auf den Spuren römischer Kunst weiter entdeckt und gezeichnet.

Kontakt: Feldstraße 48a, Telefon

☎ 0381/ 252 00 40, E-Mail:

info@waldorfschule-rostock.de Infos: waldorfschule-rostock.de

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Lea-Marie Kenzler

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