Rostock

Kita-Plätze: Viel Kritik am CDU-Vorschlag

Die CDU-Fraktion in Rostock will arbeitende Eltern bevorzugen und erntet harrsche Kritik. Nur in einem sind sich alle Fraktionen einig: Der Ausbau der Kita-Plätze muss vorangetrieben werden. (Symbolbild)

Die CDU-Fraktion in Rostock will arbeitende Eltern bevorzugen und erntet harrsche Kritik. Nur in einem sind sich alle Fraktionen einig: Der Ausbau der Kita-Plätze muss vorangetrieben werden. (Symbolbild)

Rostock. CDU-Fraktionschef Daniel Peters steht unter heftiger Kritik. Sein Vorschlag „Werktätige“ bei der Kita-Platz-Vergabe zu bevorzugen (OZ berichtete), kommt vor allem bei den anderen Rostocker Fraktionen nicht an.

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„Das ist ziemlich starker Tobak. Was ist da bei Herrn Peters durch den Kopf gegangen?“, fragt der SPD-Vorsitzende Steffen Wandschneider-Kastell fassungslos. „Das bündelt die Kinder aus sozialschwächeren Familien an den Stadtrand.“ Denn laut Vorschlag der Christdemokraten will man sowohl beim Zeitpunkt der Betreuung als auch bei der Wahl der Wunsch-Kita arbeitende Eltern begünstigen. „Wir lehnen den durchschaubaren Versuch verschiedene soziale Schichten gegeneinander auszuspielen ab“, ergänzt auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thoralf Sens. Laut SPD gebe es ohne den jahrelangen Widerstand der CDU im Bund gegen den Ausbau von Kitas dieses Problem nicht.

Auch Grünen-Chef Uwe Flachsmeyer empfindet den Vorstoß der Christdemokraten als „unsozial und im Übrigen auch unchristlich.“ Frühkindliche Bedeutung sei von höchster Bedeutung. „Fakt ist, wir brauchen mehr Kita-Plätze, daran sollen wir arbeiten, statt an einer weiteren sozialen Spaltung.“ Dem stimmt auch Eva-Maria Kröger von den Linken zu, die den Vorschlag der CDU ebenfalls als „unsozial“ abtun. Sie fragt sich, wie man beispielsweise mit Eltern umgehen würde, die in der Ausbildung sind oder zu Hause bleiben, weil sie Angehörige pflegen? „Sie zahlen häufig auch keinen Kita-Beitrag und würden benachteiligt werden, wenn der CDU-Vorschlag umgesetzt werden würde“, bemerkt die Linken-Chefin.

CDU verteidigt Vorschlag

Daniel Peters kann diese Einwände nicht verstehen: „Die Kritiker sollen sich mit der Wirklichkeit in unserer Stadt auseinandersetzen und sich weniger hysterisch verhalten. Wir kümmern uns um die Sorgen der Bürger, nicht um Sozialparolen.“ Nur in einem Punkt sind sich die Kommunalpolitiker alle einig: Rostock benötigt mehr Kita-Plätze.

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    Johanna Hegermann

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