Südstadt

Rostocker tüfteln am Auto der Zukunft

Technischer Leiter Marvin Nehrenberg (r.) und Teamchef Lukas Wachter schrauben am neuen Prototypen. „Larus“ folgt auf „Shark ByonX 3.5“ und hat mit seinem Vorgänger nur wenig gemein. FOTOS (2): PAULINE RABE

Technischer Leiter Marvin Nehrenberg (r.) und Teamchef Lukas Wachter schrauben am neuen Prototypen. „Larus“ folgt auf „Shark ByonX 3.5“ und hat mit seinem Vorgänger nur wenig gemein. FOTOS (2): PAULINE RABE

Südstadt. 1000 Kilometer mit nur einem Liter Benzin bezwingen – „Das ist unser Ziel“, sagt Lukas Wachter, Teamchef von „Hanseatic Efficiency“ an der Universität Rostock. Seit einem Jahr tüftelt der Mechatronikstudent dafür mit 14 Mitstreitern am Prototyp „Larus“. Noch fährt dieser nicht. Das soll sich bis zum Shell Eco-Marathon, dem weltweit größten Energieeffizienzwettbewerb, Ende Mai ändern. Dort wird das Team erneut in London antreten.

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Die Herausforderung des Rennens lautet: Wie weit komme ich mit einem Liter Benzin? Studenten entwickeln hierfür gemeinsam neue Lösungsansätze – für nachhaltige Mobilität und Kraftstoffeffizienz. Im vergangenen Jahr traten die Rostocker noch mit „Shark ByonX 3.5“ an und erreichten mit hochgerechneten 761 Kilometern den zwölften Rang in der Kategorie der Prototypen mit Benzinantrieb. „Der Bolide hat fünf Jahre gute Arbeit geleistet, ist nun aber nicht mehr regelkonform“, erzählt Wachter. Damit führte kein Weg mehr an den seit einigen Jahren bestehenden Plänen für „Larus“ vorbei.

Wie unterscheiden sich die Konstruktionen? „Es wäre leichter zu fragen, was gleich geblieben ist“, antwortet technischer Leiter Marvin Nehrenberg lachend. Bei dem neuen Fahrzeug liegen die Räder innerhalb der Hülle. Damit verändert sich nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die Lenkart. Nicht geändert wurden Sitzschale, Hinterradbremse und der Grundmotor. „Wir bleiben vorerst bei Benzin, auch wenn wir langfristig an nachhaltigeren Kraftstoffen wie Bioethanol interessiert sind“, sagt Wachter. Die Entscheidung ist einerseits historisch begründet, da das Team am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren entstanden ist. „Andererseits finden wir es spannend zu schauen, wie viel noch aus dem Motor herausgeholt werden kann. Da ist noch Potenzial“, ist Erik Zitterbart sich sicher.

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Was mit der neuen Hülle nicht möglich war, ist, das besonders geringe Gewicht von 37 Kilogramm des Vorgängers zu halten. „Wir hoffen auf 40“, sagt Nehrenberg. Gewicht spielt nicht nur bei dem Prototypen selbst eine Rolle. Auch der Fahrer darf nicht zu schwer sein. Medizinstudentin Hannah Kringel stieg im vergangenen Jahr für die „Hanseatic Efficiency“ in den Boliden. Mit ihren 1,67 Metern ist sie fast schon etwas zu groß. „Es war sehr spannend und gar nicht so unbequem“, berichtet die 23-Jährige. Für das kommende Rennen fehlt aktuell noch ein Fahrer. „Interessierte Studenten dürfen sich gerne melden“, sagt Wachter.

Mit Maschinenbauern, Mechatronikern und Wirtschaftsingenieuren setzt sich das Team aus Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. „Willkommen ist jeder, der Bock darauf hat. Hier kann man viel für eigene Projektplanungen lernen“, betont Wachter. Fachlichen Rat gibt es unter anderen von Betreuer Dr. Mathias Niendorf. „Die Finanzierung läuft ausschließlich über Sponsoring von Lehrstühlen und Firmen.“ Das laufe mal mehr und weniger gut.

Beteiligung an Wissensnacht

15 Studenten der Universität Rostock beschäftigen sich derzeit aktiv mit der Konstruktion des neuen Prototypen „Larus“.

Das Team präsentiert sich und seine Fahrzeuge bei der heutigen Langen Nacht der Wissenschaft. Von 18 bis 22 Uhr stehen die Studenten in der Prüfhalle, Albert-Einstein-Straße 2, für Fragen bereit.

Weitere Informationen zu Hanseatic Efficiency und deren Ziele gibt es unter: https://www.hro-sem.de/

Pauline Rabe

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