One Billion Rising

Rostockerinnen und Rostocker tanzen gegen Gewalt und fordern Gleichberechtigung

Zahlreiche Rostockerinnen tanzten bei "One Billion Rising" für Gleichberechtigung.

Zahlreiche Rostockerinnen tanzten bei "One Billion Rising" für Gleichberechtigung.

Rostock. Jede dritte Frau ist Opfer von Misshandlungen, Gewalt oder sexueller Nötigung. Dagegen wehren sich seit dem 14. Februar 2013 weltweit zahlreiche Unterstützer der Kampagne „One Billion Rising“ (Eine Milliarde erheben sich). Der Name bezieht sich auf die eine Milliarde betroffenen Frauen auf der Welt. Auch dieses Jahr demonstrierten rund um den Globus etliche Menschen – unter anderem in Rostock.

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Rund 50 Teilnehmer forderten auf der Tanzdemonstration beim Universitätsplatz Gleichberechtigung und ein Ende der Gewalt. Zahlreiche Schaulustige beobachteten die Choreografie und informierten sich über das Thema. „Das ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches“, sagte Birgit Kähler vom Rostocker Frauenhaus.

Das Frauenhaus Rostock und der Asta informieren über die Problematik

Das Frauenhaus Rostock und der Asta informieren über die Problematik. Auf dem Plakat: „Lasst uns tanzen, um die Gewalt zu beenden.“

Das Frauenhaus Rostock und der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) organisierten die Veranstaltung. Im Vorfeld übten Interessierte an vier Terminen eine Tanzchoreografie ein. Diese führten sie dann bei der Demonstration mehrmals auf. Tanzen sei eine gute Ausdrucksform des Protests, findet Tanja Lange, Mitarbeiterin des Rostocker Frauenhauses. „Betroffene werden weniger in die Rolle des passiven Opfers gedrängt, sondern als lebende, kämpferische Persönlichkeiten wahrgenommen“, sagt sie.

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Immer noch Tabuthema

Kähler mahnte die „angespannte“ Situation von Frauenhäusern in MV an. Die Anzahl an Frauenhausplätzen würde den Bedarf nicht decken. Im vergangenen Jahr nahm die Einrichtung 40 Frauen und 36 Kinder auf. Für die Aufnahme weiterer Betroffener hätten die Kapazitäten nicht gereicht. Eine Ursache sei der fehlende gesetzliche Anspruch auf Schutz und Beratung, sagt Tanja Lange. „Frauenhäuser sind freiwillige Leistungen der Kommunen, also ist keine Stadt verpflichtet, eins zu haben.“ Sie ergänzt: „Das muss sich ändern.“

Das Thema müsse mehr öffentliche Beachtung finden, sagt Teilnehmerin Ellen Jahr. „Es gibt immer noch genug Frauen, die sich nicht trauen, etwas zu sagen. Je mehr man das Problem in die Öffentlichkeit bringt und je mehr man darüber redet, umso besser.“ Zudem würden viele Frauen Angst haben, nicht ernst genommen zu werden, findet Paloma Cedano de Leon, Gleichstellungsbeauftragte beim Asta. „Ihnen wird oft unterstellt, dass sie lügen oder einfach übertreiben“, sagt sie.

Auch Kinder beteiligten sich an der Aktion

Auch Kinder beteiligten sich an der Aktion. Die Farbe pink prägte das Bild der Veranstaltung.

„One Billion Rising“ entstand 2013 in den USA. Einer der Auslöser für die Kampagne waren kontroverse Aussagen des republikanischen Politikers Todd Akin. Er nutzte in einem Interview den Begriff „legitimate rape“ (legitime Vergewaltigung). Die Frauenrechtlerin und Künstlerin Eve Enslers reagierte mit einem offenen Brief und einem Aufruf zum Protest. Seitdem schlossen sich weltweit rund 5000 Organisationen der Bewegung an.

Anh Tran

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