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Warnemünde

Schauspieler Till Demtrøder holt Fashion Show nach Mecklenburg-Vorpommern

Nordlicht und Ostsee-Liebhaber: Schauspieler Till Demtrøder vor dem Leuchtturm in Warnemünde. Künftig will der 51-Jährige auch modisch Akzente in MV setzen.

Nordlicht und Ostsee-Liebhaber: Schauspieler Till Demtrøder vor dem Leuchtturm in Warnemünde. Künftig will der 51-Jährige auch modisch Akzente in MV setzen.

Warnemünde.Warnemünde. Nach der Wende hat sich Schauspieler Till Demtrøder in Mecklenburg-Vorpommern verliebt. Bei seiner Veranstaltung „Usedom Cross Country“ im September sitzen wieder zahlreiche Stars für den guten Zweck im Sattel. Nun plant der 51-Jährige ein neues Projekt in Rostock.

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Ob Schleppjagd „Usedom Cross Country“ oder Hundeschlittenrennen „Baltic Lights“ auf Usedom. Viele ihrer Aktivitäten spielen bei uns im Land. Warum gerade in MV?

Till Demtrøder: Mich hat die deutsche Teilung belastet, weil ich Familie und Freunde im Osten hatte. Nach der Grenzöffnung war ich neugierig. 1990 lag ich mit einem Segelboot am Alten Strom, habe später Kajaktouren auf der Mecklenburgischen Seenplatte gemacht. Dann kamen die Dreharbeiten zu "Ein Bayer auf Rügen" und "Hallo Robbie". Nach Drehschluss bin ich häufig dageblieben. Später habe ich den Urlaub hier verbracht. MV ist zu meiner zweiten Heimat geworden, was sicher auch meiner Pferdesport-Leidenschaft geschuldet ist. Die Rapsfelder, die Alleen und die Weite der Natur sind unglaublich schön und tun mir einfach gut.

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Gibt es weitere Projekte in MV?

Ja, ich plane mit meiner Eventagentur in Rostock die Fortsetzung des beliebten Usedomer Baltic Fashion Awards – das wird die Baltic Fashion Show. Die werden wir vielleicht zusammen mit der OSTSEE-ZEITUNG veranstalten. Darauf freue ich mich unglaublich, weil ich so viele Ideen habe. Ich will junge Designer aus dem gesamten Ostseeraum aktivieren, sich gemeinsam mit Modepartnern aus der Region für den Award zu engagieren. Gerade ist es mir gelungen, eine tolle künstlerische Leiterin zu verpflichten. Die Location wird toll, darüber wird das Land auf jeden Fall sprechen.

Sie waren 20 Jahre lang Ermittler im „Großstadtrevier“. Stimmt es, dass die Leute Sicherheitstipps von ihnen haben wollten?

Ja, so was wie Rolllädensicherung und Einbruchsicherung. Ich dachte, warum soll ich lange erklären, dass ich kein echter Polizist bin. Wenn die Leute mich ansprechen, dann gebe ich Tipps. Schließlich bin ich selbst Handwerker (lacht).

Nervt sie das?

Nein, ich finde es süß, dass Menschen Fiktion und Realität nicht immer trennen können. Ich stehe ja für Authentizität. Das was ich verkörpere, soll mir der Fernsehzuschauer auch abnehmen. Und das ist in diesem Fall scheinbar gelungen (lacht).

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Wie wichtig sind Serien für den Bekanntheitsgrad eines Schauspielers?

Sehr wichtig. Ich glaube, so einen Bekanntheitsgrad aufzubauen, wie es mir damals gelungen ist, ist heute gar nicht mehr möglich. Dafür ist die Halbwertszeit zu kurz, die Programmvielfalt zu groß. Die jungen Leute sind parallel zum Fernsehen noch im Internet unterwegs und schauen zunehmend Trash-Formate. Die Arbeit für Schauspieler ist heute sehr viel schwerer geworden, weil immer weniger fiktionale Stoffe gedreht werden und immer mehr DokuSoaps.

Theater ist der Tüv für Schauspieler

Schlägt ihr Herz mehr fürs Fernsehen oder fürs Theater?

Ich habe ein Faible für gute Rollen, egal ob am Theater oder beim Fernsehen. Das Theater ist wie ein Tüv für Schauspieler. An der Resonanz merkt man sofort, ob man es noch drauf hat oder nicht. Man muss die Leute emotional mitnehmen. Wenn die nach fünf Minuten auf die Uhr gucken, weiß man, der Funke ist nicht übergesprungen. Optimal ist es, wenn das Publikum mit einem lacht oder weint, das gibt einem viel zurück.

Was ist lukrativer?

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Das Fernsehen hat natürlich andere Möglichkeiten. Die Theater müssen sehen, dass sie klarkommen. Da spielt man auch aus Leidenschaft und Verpflichtung der Kultur gegenüber. Reich wird man damit nicht. Aber das ist auch nicht mein Ziel.

Und manchmal kann man sich damit auch einen Kindheitstraum erfüllen. Wie bei den Karl-May-Festspielen, wo sie 2016 als Old Shatterhand im Sattel saßen, stimmt’s?

Ja. Da war ich schon als kleiner Junge jeden Sommer mit meinen Eltern. Am Ende der Vorstellung hat man den Darstellern die Hand gereicht, das war toll. Die Organisatoren haben mich, glaube ich, sieben Mal gefragt. Und ich musste immer ablehnen, weil ich mir wegen Dreharbeiten nie für so eine lange Periode freinehmen konnte. Irgendwann passte es dann und ich habe genau 0,3 Sekunden überlegt.

Stimmt es, dass Sie wegen der Mädels mit dem Reiten angefangen haben?

Richtig (lacht). Das war so mit 14. Meine Schwester hat damals geritten und ich sah all die tollen Mädels im Reitstall und keine Jungs und dachte: Hallo?

Interesse an Engagement bei Störtebeker

Haben Sie mal überlegt, bei den Störtebeker-Festspielen mitzuspielen?

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Die Störtebeker-Festspiele gucke ich mir jedes Jahr an. Bisher bin ich aber noch nicht gefragt worden.

Hätten Sie denn Lust ? Und falls ja, welche Rolle würde Sie reizen?

Ja. Ich reite ja gern und Rügen ist mir sehr ans Herz gewachsen. Die tragende Rolle des Widersachers wäre schon spannend.

Sie waren gerade bei den Hamburger Kammerspielen in dem Stück „Vincent will Meer“ zu sehen. Haben Sie es genossen, den Bösewicht zu spielen?

Ja, ich konnte den Drecksack richtig ausleben (lacht). Es ist eine Herausforderung, einen Charakter zu spielen, der man privat nicht ist. Ich habe auch schon Zuhälter und Immobilienbetrüger gespielt. Das ist spannend und hebt einen nochmal auf eine andere Ebene.

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Gibt es aktuell neue Theater oder Film-Projekte?

Das Stück „Vincent will Meer“ war so erfolgreich, dass es kommendes Frühjahr wieder aufgenommen wird. Die Tournee ist für Herbst 2019 geplant. Aktuell drehe ich für das ZDF die „Soko München“, die ARD-Serie „Um Himmels willen“ und synchronisiere einen belgischen Spielfilm für Arte. Nebenbei mache ich Werbung für verschiedene Produkte – von Banken bis zu Klopapier. Auch eine Lesereise zu Gunsten der Seenotretter entlang der Ostseeküste ist in Vorbereitung.

Gibt es etwas, das sie nicht machen würden?

Mich für eine Parteienwerbung engagieren zu lassen!

Suche nach neuen Partnern für „Usedom Cross Country“

Sie haben ja auch eine Event- und PR-Agentur, mit der sie im September das „Usedom Cross Country“ veranstalten.

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Ja. Wir stellen unsere Veranstaltungen immer in den Fokus der guten Sache. Hier ist es die Welthungerhilfe oder „Reiten gegen den Hunger“, wie die Initiative heißt. Das meiste Geld kommt über Spenden zusammen. Zum anderen gibt es kleine oder große Unternehmen, die dafür bezahlen, mitzumachen. Damit refinanziere ich die Veranstaltung. Daher bin ich ständig auf der Suche nach neuen Partnern, die wir dafür medial sehr spannend in die Events integrieren.

Gibt es denn schon bekannte Teilnehmer in diesem Jahr?

Ja so einige, Anneke Kim Sarnau vom Rostocker Polizeiruf wird unter anderem dabei sein und auch Kollegen aus der Serie „In aller Freundschaft“.

Und gibt es einen beruflichen Lebenstraum?

Um ehrlich zu sein, bin ich sehr glücklich mit dem, was ich mache. Ich sehe mich als Unterhalter, der die Menschen mitnimmt. Wichtig ist, dass sie etwas Schönes mit nach Hause nehmen, egal ob sie einen Film mit mir geguckt haben, auf einer schönen Veranstaltung waren oder eine Lesung von mir besucht haben. Mein Traum wäre, dass ich gesund bleibe, um das noch sehr lange machen zu können.

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Interview von Andreas Ebel und Stefanie Büssing

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