Protest

Tarif-Ärger bei Neptun Ship Design in Rostock: „Wir sind nicht die Billigheimer“

Mitarbeiter der Neptun Ship Design machen Stimmung für eine Angleichung an den Tarifvertrag.

Mitarbeiter der Neptun Ship Design machen Stimmung für eine Angleichung an den Tarifvertrag.

Rostock. Mit einer aktiven Mittagspause haben die 110 Beschäftigten der Neptun Ship Design (NDS) und die IG Metall am Montag für eine gerechtere Bezahlung Stimmung gemacht. Bis auf die Geschäftsführung waren alle Mitarbeiter dem Ruf der Gewerkschaft gefolgt und trafen sich an der Kaikante auf dem Betriebsgelände.

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Ihre Forderung: eine Angleichung der Gehälter an das Niveau des Flächentarifvertrages. Im Moment sind die Mitarbeiter des Planungs- und Ingenieurbüros, dass für die Meyer Werft in Papenburg, Turku und Warnemünde sowie die Fassmer-Werftengruppe arbeitet, davon noch weit entfernt. Die Geschäftsführung hatte dazu auch in einer zweiten Verhandlung keine Bereitschaft gezeigt.

Unverständnis beim IG-Metall-Geschäftsführer

Diesem Fakt begegnet Stefan Schad, Geschäftsführer IG Metall Rostock-Schwerin, mit Unverständnis. Immerhin seien die Mitarbeiter hoch qualifiziert und extrem erfahren im Schiffbausegment. Er sehe die neuen Besitzer in der Pflicht. Die NDS war erst vor Kurzem von den Inhabern der Meyer und der Fassmer Werft gekauft worden. Im Vergleich zu den Kollegen auf den Werften der Familienunternehmen sind sowohl die Löhne, die Arbeitszeiten als auch die Sonderzahlungen noch weit entfernt vom Niveau der Schwesterfirmen.

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Mitarbeiter der Neptun Ship Design bei der aktiven Mittagspause an der Kaikante in Rostock

Mitarbeiter der Neptun Ship Design bei der aktiven Mittagspause an der Kaikante in Rostock

Zunächst hatte sich die NDS als neues Familienmitglied im Unternehmen herzlich aufgenommen gefühlt. Doch „nun müssen wir feststellen, dass wir in Bezug auf den Tarifvertrag als ungeliebtes Stiefkind behandelt werden“, sagt Ronny Kreetz, der Betriebsratsvorsitzende der Werft.

Ein Zeichen an die Konzernleitung

Die aktive Mittagspause war ein Warnschuss an die Konzernleitung. Schad habe das Gefühl, dass die „Geschäftsführung vor Ort solche Entscheidungen dieser Tragweite nicht treffen kann.“ Für eine aktive Mittagspause habe man sich entschieden, weil gezeigt werden solle, dass die Belegschaft hinter den Forderungen stehe. Die Mitarbeiter werden es nicht hinnehmen, „als Billigheimer im Unternehmensverbund behandelt zu werden“, erklärte Schad.

Zunächst ist eine weitere Aktion am 13. September geplant. Sollte das erfolglos bleiben, wären weiterführende Maßnahmen unausweichlich, ließ Schad wissen.

Von OZ/sd

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