Warnemünde

Teepott wird historisches Wahrzeichen

Mit einer Feierstunde wurde der Teepott in Warnemünde von der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesingenieurkammer zum „Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ gekürt. Es ist das erste Bauwerk des Landes, das diese Auszeichnung bekommen hat. Ein Grußwort hielt unter anderem der Oberbürgermeister Roland Methling (UFR).

Mit einer Feierstunde wurde der Teepott in Warnemünde von der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesingenieurkammer zum „Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ gekürt. Es ist das erste Bauwerk des Landes, das diese Auszeichnung bekommen hat. Ein Grußwort hielt unter anderem der Oberbürgermeister Roland Methling (UFR).

Rostock. Feierstimmung in Warnemünde: Das Seebad hat jetzt ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst. Eine beinahe unscheinbare Plakette bescheinigt dem Teepott seit Donnerstag seinen neuen Titel. Bei einer Feierstunde wurde dem 50 Jahre alten Bauwerk diese Auszeichnung verliehen.

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Schon seit Jahren habe die Ingenieurkammer MV damit geliebäugelt, den Mütherbau auszuzeichnen, doch erst jetzt sei er dafür auch alt genug. „Der Teepott verkörpert nicht nur Baugeschichte, sondern er gehört als ein Gegenstück zur Architektur der Plattenbauten auch untrennbar zur Geschichte der vergangenen DDR“, erklärt Wulf Kawan, Präsident der Landes-Ingenieurkammer. Gerade das Hyparschalen-Dach sei nicht nur optisch einmalig, sondern auch ein Meisterwerk der Ingenieurbaukunst. Mit der Auszeichnung werde nicht nur das Bauwerk, sondern auch Ulrich Müther ausgezeichnet. „Einer der bedeutendsten Bauingenieure der ehemaligen DDR“, sagt Kawan überschwänglich. „Müther hat mit seinen Betonschalenbauten, wie dem Teepott, die Moderne in der DDR maßgeblich mitgestaltet und ein reiches Erbe hinterlassen“, ergänzt auch der Präsident der Bundesingenieurkammer Hans-Ullrich Kammeyer.

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ist froh und dankbar für die Auszeichnung. „Ein bisschen ist es auch ein Geschenk an die Hanse- und Universitätsstadt Rostock.“ Er weiß nur zu gut, dass der Teepott und der Warnemünder Leuchtturm ein unverwechselbares Ensemble darstellen. „Es ist weltweit das bekannteste architektonische Wahrzeichen der Stadt“, betont Methling. Jährlich würden mehr als eine Million Kreuzfahrtgäste Fotos von diesem Wahrzeichen machen und die Bilder mit in die Welt hinaus tragen.

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Auch die Besucher der Feierstunde sind sich einig: Das Warnemünder Original hat die Auszeichnung verdient. „Es ist ein beeindruckendes Werk“, sagt Thomas Mengel aus Berlin. Er weiß, dass die damalige Idee der Planer nur noch von außen wahrzunehmen ist. „Es wird viel kleinteiliger genutzt, als es ursprünglich gedacht war.“ Doch er weiß, dass dies an der wirtschaftlichen Entwicklung liegt. „Dennoch spürt man die Eleganz der 1960er Jahre.“

„Es ist einfach ein einmaliges Bauwerk“, sagt auch Wolf Karge. Er hat das Exposé geschrieben, das letztendlich für die Bewerbung des Teepotts genutzt wurde. „Es ist ein tolles Zusammenspiel der Architekten Ulrich Müther und Erich Kaufmann. Sie haben sich gegenseitig hochgeschaukelt“, erklärt Karge. Die beiden hätten gewusst, die damaligen Technologien gut zu nutzen. „Es ist eine außergewöhnliche Idee. Man merkt dem Gebäude nicht an, dass es 50 Jahre alt ist.“ An Modernität habe es nichts verloren. Auch Wolfram Schlüter, Vizepräsident der Ingenieurkammer Bau NRW, ist begeistert. Er sieht den Mütherbau zum ersten Mal live. „Ich kenne das Gebäude bisher nur aus der Fachliteratur.“ Allein die statische Konstruktion verdiene seiner Meinung nach eine Auszeichnung.

Die Feierstimmung ließ am Donnerstag das weiterhin ungelöste Problem der Sanierung für einen Tag in den Hintergrund rücken. Im Inneren des Teepotts gibt es erhebliche Abnutzungserscheinungen, nachdem die letzte Sanierung bereits 16 Jahre her ist. Fußbodenaufbauten und Versorgungsleitungen seien teilweise marode, Brandabschnitte nicht ordnungsgemäß abgeschottet, hatte die Stadtverwaltung im August mitgeteilt. Die Eigentümerin, die Familienstiftung des Scanhaus-Gründers Friedemann Kunz, will aber nur sanieren, wenn die Stadt ihr das Grundstück verkauft. Bislang gibt es dafür nur einen Erbbaupachtvertrag. Die Stadt will aber nicht verkaufen. Nun herrscht seit Monaten Stillstand. Damit kann die Stadt aber leben, denn die denkmalgeschützte Gebäudehülle sei nicht in Gefahr, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Eigentümerseite wollte sich am Donnerstag nicht äußern.

Weiterlesen: Alles zur Geschichte des Teepotts hier.

Johanna Hegermann und Axel Büssem

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