Rostock

Vorbereitung für neuen Campus: Uni im Umzugsstress

Anne Gürlach und Christian Russenberger zeigen den Gipskopf von Kaiser Hadrian: Die Altertumsforscher und „ihre“ Gipssammlung sind die ersten, die für den Bau des „Ulmicums“ umziehen müssen.

Anne Gürlach und Christian Russenberger zeigen den Gipskopf von Kaiser Hadrian: Die Altertumsforscher und „ihre“ Gipssammlung sind die ersten, die für den Bau des „Ulmicums“ umziehen müssen.

Rostock. Eines der größten Bauvorhaben in der Geschichte der Rostocker Universität – es hat gestern mit einem ersten, kleinen Schritt begonnen: Sorgsam verpackt in schwere, schützende Holzkisten, ist die historische Sammlung von Gipsabdrücken umgezogen. Vom Campus Ulmenstraße in die Jacobipassage in der Innenstadt. Die antiken Statuen, Köpfe und Münzen machen Platz für Neues, dass im Herzen der KTV entstehen soll. Universität und Landesregierung wollen nämlich die Ulmenstraße zum Zentralcampus für die Geisteswissenschaften und die Lehrerausbildung umbauen. „An diesem Ziel hat sich nichts geändert“, sagt Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). „Bis 2025 wollen wir mit dem ,Ulmicum’ fertig sein.“

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Neuer Zentralcampus in der KTV

Vor zwei Jahren hatte Brodkorb das Großprojekt vorgestellt: Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die Juristen und auch die Lehrerausbildung sollen in der KTV zentriert werden. Andere Standorte – zum Beispiel an der Möllner Straße oder auch der so genannte „Bebel-Tower“ in der Stadtmitte – werden dann aufgegeben. Das Haus 3 am Ulmencampus – ein gut 100 Jahre altes Kasernen-Gebäude – wird erweitert. Zwischen der S-Bahn- Linie und bisherigen Uni-Gelände wird eine neue Zentralbibliothek gebaut. „Der Umbau von Haus 3 ist eigentlich für 2022 geplant. Wenn möglich wollen wir aber früher anfangen“, sagt der Minister. Denn Brodkorb rechnet fest mit weiteren Baukostensteigerungen in den kommenden Jahren. Und die würde er dem Land gerne ersparen. Schon jetzt kalkuliert das Finanzministerium nämlich mit Gesamtkosten von rund 90 Millionen Euro für das „Ulmicum“.

Umzugsstress vor dem Baustart

Bevor aber der Bau beginnen kann, ist das große Stühlerücken angesagt. Brodkorb selbst spricht von komplexen und schwierigen Planungen. „Im ersten Schritt wollen wir für die Mathematiker die Alte Physik am Uni-Platz sanieren und für die Sportwissenschaftler am Waldessaum einen Neubau errichten.“ Kosten: rund 20 Millionen Euro. In die alten Quartiere der „Sportler“ und der Mathematiker sollen dann jene Wissenschaftler einziehen, die bisher das Haus 2 am Ulmencampus nutzen. „Und wenn Haus 2 dann leer, ziehen dort die Nutzer aus Haus 3 ein. Erst dann können wir bauen“, so der Minister.

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Ein Zentrum für die Lehrerbildung

Derzeit prüfe das Land, ob Immobilien in Rostock als „Zwischenlösung“ angemietet werden können – „alles mit dem Ziel, so schnell wie möglich bauen zu können“. Brodkorb räumt aber ein, dass die Planungen hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegen: „Uns ist noch eine neue, gute Idee gekommen, die wir gerne umsetzen wollen.“ An der Ulmenstraße soll nämlich nicht nur die Lehrerausbildung der Uni angesiedelt werden, sondern auch das Schulamt und die Fortbildung für bereits „fertige“ Lehrkräfte. „Eine gemeinsame Lehreraus- und -fortbildung könnte die Qualität an den Schulen steigern.“ Vom Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) heißt es zum Thema „Ulmicum“: „Wir befinden uns in Gesprächen mit der Uni: Welche Fakultät braucht wie viele Labors, Seminar- und Büroräume?“, so BBL-Sprecher Christian Hoffmann.Die Gipssammlung der Altertumsforscher macht übrigens Platz für eine „Übergangsmensa“. Die Sammlung besteht aus gut 250 Stücken. „Meist handelt es sich um Abgüsse von Orginalen. Büsten und Statue, aber auch die gesamte Lebensart der Antike galten viele Jahrhunderte als vorbildhaft für unsere Gesellschaft“, erklärt Christian Russenberg, Kustos der Archäologischen Sammlung der Uni.

Andreas Meyer

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