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Gedenktag

600 Menschen protestieren gegen rechten „Fackelmarsch“ in Demmin

Bei einer Demonstration gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD hängt ein Transparent am Straßenrand mit der Aufschrift «Endspurt statt Endsieg!» und «#RechtsgegenRechts». Ein Bündnis aus Vereinen, Gewerkschaften und Parteien hat zu Protesten gegen einen «Fackelmarsch» der NPD aufgerufen.

Bei einer Demonstration gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD hängt ein Transparent am Straßenrand mit der Aufschrift «Endspurt statt Endsieg!» und «#RechtsgegenRechts». Ein Bündnis aus Vereinen, Gewerkschaften und Parteien hat zu Protesten gegen einen «Fackelmarsch» der NPD aufgerufen.

Demmin.Rund 600 Menschen haben am Mittwoch im vorpommerschen Demmin weitgehend friedlich gegen eine Demo der rechtsextremen NPD protestiert. Sie hielten Mahnwachen entlang der Route der etwa 200 Rechtsextremen, spielten laute Diskomusik, schossen Konfetti ab und warfen Toilettenpapier auf die Straßen. Wie Polizeisprecher sagten, gab es nur kleinere Rangeleien, einmal wurden Getränkeflaschen aus den Reihen der Gegendemonstranten auf Polizisten geworfen.

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Schon am Nachmittag hatte ein Demminer Aktionsbündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Vereinen ein Friedensfest, ein ökumenisches Friedensgebet und einen Protestspaziergang durch die Innenstadt organisiert. Dabei trugen sie Transparente, auf denen „Demmin bleibt bunt“ oder „Keine Waffen nirgendwo“ zu lesen war.

Schweigen in der DDR über großen Massensuizid

Anlass für die Demonstrationen ist traditionell der 8. Mai als Gedenktag an das Kriegsende. Vom 30. April bis 3. Mai 1945 kam es in Demmin zu einem der größten Massensuizide in Deutschland.

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„Frauen, Kinder und Altere leiden im Krieg am meisten, darum sind wir auf der Straße“, sagte Kerstin Lenz als Sprecherin des Aktonsbündnisses.

Kurz vor Kriegsende 1945 besetzten Panzertruppen der Roten Armee den Ort und saßen wegen der von Deutschen gesprengten Brücken über drei Flüssen tagelang fest. Es kam zu Vergewaltigungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen, wobei etwa 1000 Menschen sich das Leben nahmen. Über das Geschehen musste in der DDR geschwiegen werden.

NPD-Aufzug als „Spendenlauf“

Der von Trauermusik begleitete Gedenkmarsch der Rechtsextremen wurde am Abend von einem größeren Polizeiaufgebot gesichert. Unter den NPD-Leuten waren unter anderem ehemalige Landtagsabgeordnete der rechtsextremen Partei, allerdings nicht aus der damaligen Führung. Das Aktionsbündnis protestiert seit Jahren dagegen, dass die Rechtsextremen dieses Thema „für ihre Propaganda nutzen“.

Zum ersten Mal wurde der Marsch der NPD als „Spendenlauf“ gewertet. So gaben Unternehmer den Gegendemonstranten Geld für die zurückgelegten Kilometer durch die NPD-Leute. Dabei kamen nach Angaben der Organisatoren rund 3500 Euro zusammen, die auch für Flüchtlingsarbeit genutzt werden sollen.

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RND/dpa

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