Radioaktiver Abfall

Atom-Ersatzlager in Planung: BUND fordert breitere Bürgerbeteiligung

Blick auf das Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin.

Blick auf das Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin.

Lubmin. Auf dem Gelände des bundeseigenen Entsorgungswerks für Nuklearanlagen (EWN) in Lubmin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) soll ein Ersatzlager für 74 Castoren mit hochradioaktivem Abfall entstehen. Die Umweltorganisation BUND fordert eine breitere Öffentlichkeitsbeteiligung. In den bisher zugänglichen Unterlagen des Betreibers EWN sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Defizite, wie Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag am Freitag mitteilte.

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Defizite in zugänglichen Unterlagen

So fehlen wohl Planungen einer „heißen Zelle“ für beschädigte Castoren. Bisher gebe es an keinem Zwischenlagerstandort in Deutschland Möglichkeiten zur Reparatur schadhafter Transport- und Lagerbehälter. Die Castoren mit hochradioaktiven Brennstäben müssten, selbst wenn ein Endlager gefunden sei, noch Jahrzehnte im Zwischenlager verwahrt werden.

Der BUND schlägt vor, den Beteiligungsprozess zur Planung des neuen Zwischenlagers breiter anzulegen. Im Internet ist bereits eine Broschüre dazu einsehbar, am 18. Mai ist ein Bürgerinformationstag geplant. Dies sei ein erster Anfang, aber nicht ausreichend, meinte Cwielag.

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Ersatzlager schon 2017 beschlossen

Um im Fall von Terrorangriffen besseren Schutz zu bieten, hatte EWN schon 2017 beschlossen, ein neues Atomlager für die Behälter aus der Halle 8 zu bauen. Das Ersatzlager kann laut EWN frühestens 2025 in Betrieb gehen. Es wird mit einer Bauzeit von drei Jahren gerechnet. Die Halle 8 soll dann der Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen dienen.

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Birgit Sander

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