Innenstadt

Attraktivität Greifswalds ungebrochen

Greifswalds Besucher bescheinigen der Greifswalder Innenstadt eine hohe Attraktivität.

Greifswalds Besucher bescheinigen der Greifswalder Innenstadt eine hohe Attraktivität.

Greifswald. Gute Noten für Shoppingangebote, Gastronomie und das allgemeine Flair: Die Greifswalder Innenstadt ist trotz des wachsenden Onlinehandels immer einen Besuch wert. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 339 Passanten, die der City eine Gesamtnote von 2,2 geben. Laut neuester Studie des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) „Vitale Innenstädte“ ist die Attraktivität der Universitäts- und Hansestadt somit im Vergleich zur ersten Erhebung 2016 ungebrochen.

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„Die Studie zeigt: Greifswald hat sich entwickelt“, sagt Christian Wulf von der IHK Neubrandenburg. Die Kammer hatte die Erhebung einst in MV mit auf den Weg gebracht. Zwar musste die Hansestadt den Titel „Top-Performer“ in der Kategorie Ambiente und Flair an Stralsund abgeben: Die Weltkulturerbestadt beteiligte sich jetzt erstmals an der Studie und erreichte bei den 30 verglichenen Orten mit 50000 bis 100000 Einwohnern sofort die Schulnote 1,8. Der Durchschnitt liegt bei 2,5. „Dennoch schloss Greifswald bei vielen Kriterien besser ab als vor zwei Jahren“, resümiert Wulf.

Besucher bewerten Gastronomie als gut

„Verbessert haben sich die Parkmöglichkeiten, die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Ladenöffnungszeiten“, berichtet Christian Wulf. Eine positive Entwicklung habe auch das Angebot an Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, Lebensmittel und Unterhaltungselektronik genommen. Hier widerspiegele sich die gute Auslastung des Domcenters. Bei Büchern und Schreibwaren war Greifswald bereits 2016 Spitze und konnte diese Position halten. „Auch die gastronomischen Angebote erreichen in Greifswald fast die Werte der Top-Performer, außer beim Fastfood“, informiert der IHK-Vertreter. Handlungsbedarf sähen die Besucher indes bei Events: Rund 57 Prozent der Befragten gaben an, dass Veranstaltungen wie Stadtfeste eher kein Grund seien, häufiger ins Zentrum zu fahren.

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Interessant sei, so Wulf, dass die Nutzung des öffentlichen Personennah- und Pkw-Verkehrs für den Innenstadtbesuch im Vergleich zu 2016 gestiegen ist, der Fuß- und Radverkehr hingegen abnahm.

Die Befragung, die übrigens an einem Donnerstag und einem Sonnabend im September vorigen Jahres stattfand, förderte ebenso spannende Informationen zur Online-Affinität der Passanten zutage. Die Greifswalder agieren demnach gegen den bundesweiten Trend. Zwar informieren sie sich im Internet über Angebote, vergleichen und kaufen auch – tun dies aber bei weitem nicht in der Intensität wie Gäste in Vergleichsstädten. „Sie agieren insgesamt konservativer und sind ihren Händlern in der Innenstadt treu“, sagt Christian Wulf. Erstaunlich ebenso: 71 Prozent der Befragten gaben an, zukünftig vorrangig bar bezahlen zu wollen, der Rest wolle vorwiegend digitale Zahlungsmittel nutzen.

Parkmöglichkeiten müssen verbessert werden

„Die Konsequenz ist, dass wir die Akzeptanz von Plastik- und virtuellem Geld erhöhen müssen“, sagt Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg. Insgesamt bezeichnet er die Ergebnisse der Studie als toll. Verdeutlichten sie doch, dass der Arbeitskreis Revitalisierung der Innenstadt gute Arbeit leiste. In ihm agieren Vertreter der Stadt, der Kaufmannschaft und der Kammer. „Das gemeinsame Bemühen, die Attraktivität Greifswalds zu erhöhen, trägt Früchte“, urteilt Haasch, „denn wir haben Sorge zu tragen, dass unsere Innenstädte nicht ausbluten, sind sie doch deutsches Kulturgut.“

Trotz guter Noten gebe es aber immer noch Luft nach oben. Die Erreichbarkeit der Stadt und die Parkmöglichkeiten seien zu verbessern. Sorge bereite ihm ebenso, dass der Anteil der Nicht-Greifswalder unter den Befragten, die zudem überwiegend im Umland leben, sehr gering ausfiel. Für Touristen stehe Greifswald offenbar nicht im Fokus. „Da sind alle Akteure gefragt, dies zu verbessern“, fordert Haasch und kritisiert in diesem Zusammenhang die neue Bäderregelung des Landes: „Sie legt den Unternehmern noch engere Grenzen auf und schlägt den Touristen die Tür vor der Nase zu.“

Bausenatorin Jeannette von Busse freut sich, dass Greifswald wieder so eine gute Bewertung erhalten habe: „Gemeinsam mit Stralsund sind wir ein sehr attraktives Oberzentrum in der Region.“ Im Vergleich zu 2016 hätten etwa zehn Prozent mehr Besucher das Zentrum als attraktiv eingeschätzt. Zusammen mit dem Einzelhandelsfachplan, der gerade in den Fachgremien der Bürgerschaft diskutiert wurde, bilde die Studie eine gute Grundlage für die Zukunft. Dieser Plan, erarbeitet vom Büro Junker und Kruse, förderte ein weiteres Manko der Innenstadt zutage: Es gibt für Passanten zwar eine sehr lange Fußgängerzone, aber nicht die Möglichkeit des Rundlaufs wie anderswo. Greifswalds Stadtplaner Michael Heinz sieht darin eine große Herausforderung. Potential biete dafür der Museumshafen mit seinem maritimen Flair.

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Petra Hase

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