Historisches

Erkenntnisse zum Bau von Schloss Ueckermünde

Das Ueckermünder Schloss

Das Ueckermünder Schloss

Ueckermünde. Philipp I. von Pommern-Wolgast I. war der Bauherr des Umbaus der Ueckermünder Residenz in den 1540er Jahren zu einem vierflügeligen Renaissance-Schloss. Ein großer Tanzsaal entstand im Südflügel und darüber Gemächer der herzoglichen Familie aus dem Greifengeschlecht. In den anderen Flügeln gab es Räume für Gäste und Diener sowie dem Marstall

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So steht es in diversen Büchern und Publikationen und auch im Internetlexikon Wikipedia. Im hoch angesehenen Handbuch der Kunstdenkmäler von Georg Dehio (Auflage von 2016) steht sogar, dass Philipp I. einen Neubau 1546 veranlasste. Die Jahreszahl steht auf einer Wappentafel über dem Eingang. Laut Prof. Sabine Bock war aber wahrscheinlich nicht Philipp I.. sondern Bogislaw X. der Bauherr.

Wapppentafel am Ueckermünder Schloss

Wapppentafel am Ueckermünder Schloss

Sie verweist in einem Aufsatz in einem Sammelband über die Residenzen der Pommernherzöge darauf, dass „die Bauformen des Schlosses Ueckermünde eindeutig auf eine Entstehung in den Jahren um 1490/1500 schließen lassen“. Bock verweist den „formalen Widerspruch“ zwischen den spätgotischen Formen und der Renaissancetafel hin. Sicher erinnere die Tafel an Umbauten, die Philipp I. veranlasste. Aber für die Bauherrschaft Bogislaw X. gebe es gute Argumente. Er wohnte, so heißt es, mit Vorliebe in Ueckermünde. Anna von Polen (1476 bis 1503) ist hier gestorben. Bock verweist ferner auf stilistische Ähnlichkeiten des erhaltenen Treppenturms mit der obersächsischen Spätgotik, die guten Beziehungen zu Herzog Georg von Sachsen (1471 bis 1539). Bock argumentiert, dass das Ueckermünder Schloss nach 1480 gebaut wurde. Der Residenzbau war wiederum Vorbild für Häuser pommerscher Adliger im 16. Jahrhundert.

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Nach dem Ende des Greifengeschlechts diente das Herzogschloss unterschiedlichen Zwecken. Im Großen Nordischen Krieg (1700 bis 1721) wohnten hier große Kriegsherren wie Zar Peter I. von Russland, Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. und der sächsische Kurfürst und polnische König August II.. In die Erhaltung wurde zu wenig investiert. Leider blieb darum auch von diesem Residenzschloss der Pommernherzöge aus dem Greifengeschlecht nur ein Rest. Nach 1720 wurden drei Flügel des Schlosses abgetragen. Der Südflügel mit dem Bergfried ist erhalten. Teile wurden später als Lazarett genutzt. Auch Beamte wohnten hier. Ab 1780 diente das Schloss als Rathaus. 1908 wurde die Haube des Bergfrieds nach einem Brand erneuert.

Ab 1950 zog das Haffmuseum in den Rest des Schlosses ein.

Treppenturm des Schlosses Bild

Treppenturm des Schlosses Bild

Eckhard Oberdörfer

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