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Denkmal gefordert:

Ernst Moritz Arndt soll in Greifswald geehrt werden

Arndt am Rubenowdenkmal

Arndt am Rubenowdenkmal

Greifswald.Ein Denkmal für den ehemaligen Greifswalder Studenten und Geschichtsprofessor Ernst Moritz Arndt (1769 bis 1860) wünschen sich die Fraktionen der CDU und Kompetenz für Vorpommern. Der umstrittene Publizist und Politiker hätte 2019 seinen 250. Geburtstag gefeiert. Bis 2018 trug die Universität seinen Namen. Dann beschloss der Senat die Trennung vom Patron, nachdem mehrere Jahre leidenschaftlich über das Für und Wider gestritten wurde. Seine Kritiker führen unter anderem Antisemitismus und Fremdenhass in seinen Schriften an, Befürworter erinnern beispielsweise an seinen Kampf für ein einheitliches Deutschland und gegen die Leibeigenschaft.

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„Da der ,Name Ernst Moritz Arndt Universität’ gegen den mehrheitlichen Willen der Greifswalder Bevölkerung und der Mitarbeiter der Ernst-Moritz-Arndt-Universität ,weggesäubert’ wurde, ist es nun an der Zeit einem aufrechten Pommern zu seinem 250. Geburtstag ein würdiges ,Erinnern und Gedenken’ in Form eines Denkmals zu schenken“, sagt CDU-Fraktionschef Axel Hochschild. Thomas Meyer, der Vorsitzende der Fraktion Bürgerliste/FDP, unterstützt persönlich das Anliegen CDU und Kompetenz. Alle Fraktionen seien eingeladen, den Vorschlag zu unterstützen, so Hochschild.

In der Vorlage für den Bürgerschaftsbeschluss ist noch nicht von einem Zeitplan für eine Aufstellung des Denkmals oder der Finanzierung die Rede. OB Stefan Fassbinder (Grüne) soll zunächst prüfen, „ob an welchem Ort im Stadtgebiet anlässlich des 250. Geburtstages ein Denkmal zu Ehren von Ernst Moritz Arndt errichtet werden, kann.“ Die vorrangige Suche nach einem Ort begründen CDU und Kompetenz für Vorpommern mit dem langwierigen Hin und Her um einen Platz für ein Denkmal für Caspar David Friedrich. Die Skulptur des großen Malers steht heute auf einer Fläche in der Lappstraße, die dem CDU-Landtagsabgeordneten Egbert Liskow gehört.

Der Finanzausschuss soll jetzt als erster im März über den Auftrag an die Verwaltung beraten. Viel Zeit für die Prüfung würde der OB nicht bekommen, denn CDU und Kompetenz für Vorpommern wollen erreichen, dass schon auf der letzten Sitzung der Bürgerschaft vor der Kommunalwahl, am 29. April, die Entscheidung über die Aufstellung des Denkmals gefasst wird. So steht es in der Begründung.

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Figürliche Bildwerke, die nur an einzelne Personen der Stadtgeschichte erinnern, sind in Greifswald bisher relativ selten. Außer Friedrich gibt es noch das Denkmal für den Vater des Bahnanschlusses, den Bürgermeister Carl Paepke, vor dem Bahnhof. Ferner wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Findling für die Gefallenen der Greifswalder Garnison an der Europakreuzung mit einer Plakette zu Ehren des Greifswalder Ehrendoktors und Ehrenbürgers Martin Andersen Nexö umgestaltet.

Auf dem zur 400-Jahr-Feier der Universität 1856 aufgestellten Rubenowdenkmal vor dem Hauptgebäude sind neben dem Bürgermeister und ersten Rektor Heinrich Rubenow und vier pommerschen Landesherren auch Vertreter der vier historischen Fakultäten zu sehen. Die Philosophische Fakultät entschied sich seinerzeit für Ernst Moritz Arndt.

In Bonn gibt es seit 1865 ein Arndt-Denkmal von Bernhard Afinger. Von diesem Bildhauer stammen auch die Figur des streitbaren Pommern am Greifswalder Rubenowdenkmal und die ursprüngliche Büste für Carl Paepke. In Stralsund steht seit 1900 vor dem Katharinenkloster eine Arndt-Büste. Hier befand sich das Gymnasium, das Arndt als Schüler besuchte.

Eckhard Oberdörfer

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