Verein Hilda erkämpft Kompromiss

Gesundheitszentrum entsteht in der Salinenstraße

Diese Fläche pachtet derzeit der Ruderclub Hilda. Künftig muss sich der Verein das 3000 Quadratmeter große Areal mit der Firma FPx5 teilen.

Diese Fläche pachtet derzeit der Ruderclub Hilda. Künftig muss sich der Verein das 3000 Quadratmeter große Areal mit der Firma FPx5 teilen.

Greifswald. Guter Kompromiss in letzter Sekunde: Die Firma FPx5 wird ihr Gesundheitszentrum (Carecenter) an der Salinenstraße am Museumshafen errichten. Das hat der Hauptausschuss in dieser Woche beschlossen. Dafür muss der Ruderclub Hilda künftig auf eine Teilfläche verzichten, die er seit Jahren von der Stadt pachtet. Das Ringen um dieses Areal hatte in den vergangenen Wochen für einige Turbulenzen gesorgt.

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Der Reihe nach: Die Firma FPx5 wollte ihr zweistöckiges Gesundheitszentrum mit 30 Arbeitsplätzen, Café, öffentlichem WC und Touristinformation ursprünglich direkt an der Kaikante neben dem Liegeplatz der MS Stubnitz im Museumshafen bauen. Gegen den Standort hatte sich öffentlicher Protest formiert (siehe Kasten). Deswegen suchte die Verwaltung nach einem alternativen Platz. Dieser ward im stillen Kämmerlein schnell gefunden. Die Verhandlungen mit dem Unternehmen zum neuen Standort waren weit gediegen, als der Ruderclub Hilda, der die betreffende Fläche pachtet, von den Plänen Wind bekam. „Wir haben per Zufall durch einen inoffiziellen Hinweis davon erfahren, dass die Stadt plant, das von uns gepachtete Areal anderweitig zu vergeben“, sagt Jörg Labudde, Schatzmeister von Hilda. Entsprechend groß war die Aufruhr beim Traditionsverein mit seinen 220 Mitgliedern.

Nur drei Wochen blieben dem Verein, um bis zum Beschluss des Hauptausschusses an diesem Montag für die eigenen Interessen zu kämpfen. „Greifswald rühmt sich damit, eine Sportstadt zu sein. Da wünschen wir uns auch die Wahrung unserer Interessen als erfolgreicher Verein in Greifswald“, sagt die Vereinsvorsitzende Hannelore Wienrich. Dass die Verwaltung Verhandlungen zum Verkauf der Flächen führt, ohne den Verein als Pächter im Vorfeld zu beteiligen, kritisiert der Vorstand. „Für uns war es extrem schwierig, Transparenz in die Angelegenheit zu bekommen“, sagt Labudde. Wer ist zuständig? Wer darf Entscheidungen fällen? „Wir sind alles Ehrenamtler. Einmal lud uns die Stadt von einem Tag auf den anderen zu einem Gesprächstermin ein. Das war alles sehr schwierig“, so Labudde.

In die gleiche Kerbe schlägt Frank Hardtke, der für die Kompetenz für Vorpommern in der Bürgerschaft sitzt: „Uns Ausschussmitgliedern wurde mitgeteilt, dass längst eine einvernehmliche Lösung mit dem Verein vorliegt. Dann erfuhr ich vom Verein, dass das gar nicht stimmt.“

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Letztlich wandte sich der Hilda-Vorstand in einem Hilfegesuch an alle Fraktionen der Bürgerschaft. Mit Erfolg. „Wir möchten uns bei allen Fraktionen für ihr Engagement und ihre Rückendeckung bedanken“, sagt Labudde.

Einstimmig votierten die Mitglieder des Hauptausschusses für den folgenden Kompromiss: 1000 Quadratmeter muss der Verein für das Gesundheitszentrum von FPx5 künftig abgeben. Die Firma erhält Erbbaurecht mit späterer Kaufoption. Im Ausgleich dafür darf der Verein die restlichen 2000 Quadratmeter langfristig pachten. „Nur wenn das möglich ist, können wir auch Fördermittel beantragen, um die Fläche wassertouristisch zu entwickeln“, sagt Hannelore Wienrich. Bislang waren nur Jahrespachtverträge möglich, weil der Bebauungsplan für das Gebiet ein Gradierwerk vorsah, die Verwaltung also stets im Hinterkopf hatte, den Vertrag mit dem Verein zu lösen. „Mit der jetzigen Lösung sind wir einverstanden, weil wir damit eine langfristige Perspektive bekommen“, sagt Jörg Labudde. Derzeit wird das Areal während des Trainings für Aufwärmübungen genutzt oder an den Wochenenden für Regatten, Camps und Trainingslager.

Degrassi Katharina

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