„Greifswald ist sauberer als andere Städte“

Übervolle Mülleimer nach dem Weihnachtsmarkt ärgerten 2018 viele Bürger
Quelle: privat
Greifswald. Die Sauberkeit der Stadt gehört zu den Themen, die jeden Greifswalder betreffen. Übervolle Papierkörbe im Zentrum stören Besucher. Dass Greifswald wirklich an Wochenende ziemlich schmutzig ist, bestreiten einige Bürgerschaftsbewerber. Andere wollen eine Firma beauftragen. Nicht nur dazu positionieren sich die Parteien und Wählergruppen, die am 26. Mai um den Einzug in die Bürgerschaft kämpfen.
Schier unlösbar erscheint das Problem der Schmierereien, die, kaum beseitigt, schon wieder die Hauswände zieren. Legale Flächen, und zwar sichtbar, sind eine Idee, die viele Kandidaten verfolgen. Viele Bürger wünschen sich auch mehr gepflegtes Grün in der Stadt und nicht nur pflegeleichte Rasenflächen.
Die OZ hat den Bewerbern für die Bürgerschaft insgesamt sechs Fragen zum Themenkomplex Umwelt und Sauberkeit vorgelegt. Bei der 10.000-Euro-Frage gibt es ein besonders breites Spektrum der Antworten von der Wiederbelebung des Projektes Klimadetektive, über die Pflanzung alter Obstbäume am Treidelpfad bis zu katzensicheren Nistkästen.
Es folgt noch eine Ausgabe der OZ mit den Antworten der Parteien zum Thema Kultur und ein großer Beitrag zum Sport. Welche Ziele Einzelbewerberin Grit Wuschek verfolgt, können Sie auf www.ostsee-zeitung.de lesen.
Für die AfD antwortet Nikolaus Kramer

Nikolaus Kramer AfD Landtagsfraktionsvorsitzender
Quelle: AfD-Fraktion
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Wir finden es wichtig, Schulprojekte zu fördern, um das Umwelt- und das Heimatbewusstsein zu stärken. Wir sehen mit Besorgnis das Insektensterben. Blühflächen für Insekten zu schaffen, öffentliche Flächen für Imker, Nisthilfen für Wildbienen oder auch Gemeinschaftsgärten sind wichtig. Auch die Bewahrung der Kleingartenkultur und das Verstärken der Bildungsarbeit des Heimattierparks sind Optionen.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Die Graffiti ärgern uns maßlos. Man muss für das Thema sensibilisieren. Es gibt Freiflächen für Sprayer und diese werden genutzt, um den meist Jugendlichen Raum für ihre künstlerische Entfaltung zu geben. Hier sollte man mehr legale Möglichkeiten schaffen. Bei den schwarzen Schafen, die nur zerstören wollen, muss man hart durchgreifen und die gesamte Bandbreite des Rechtsstaates nutzen.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch eine Firma bereitstellen?
Die Mitarbeiter der Stadtreinigung leisten hervorragende Arbeit. Im Vergleich zu anderen Städten ist Greifswald gar nicht immer so dreckig, wie es vorgegeben wird. Aber an den Wochenenden und Feiertagen gibt es Probleme. Es sind Mülleimer mit Abdeckungen nötig, Veranstalter müssen in die Pflicht genommen werden. Müllvermeidung sollte vor Müllentsorgung stehen.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Insgesamt ist es wichtig, unsere Stadt grüner zu machen und den z. B. Baumbestand an den richtigen Stellen zu erhöhen. Es steigert die Attraktivität der Stadt und macht die Stadt lebenswerter. Auch gibt es das Angebot der Stadt, Patenschaften für Grünflächen zu übernehmen. Man sollte das bekannter machen und fokussieren.
Wo kann die Stadt Energie sparen?
Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, energetische Gebäudesanierung usw. sind Ansätze. Aus Gründen des aktuellen Zeitgeistes heraus, sämtliche vorhandenen Beleuchtungsvarianten infrage zu stellen, wäre finanziell schwer zu stemmen. Außerdem würden sich spontane Aktionen relativ spät amortisieren, sodass man darüber nachdenken muss, die vorhandenen Mittel effektiver einzusetzen.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Es müssen zuverlässige Ladekonzepte entwickelt werden. Das Privileg einer exklusiven Ladesäule vor dem Rathaus hat bisher nur der OB. Wir sehen den Bund in der Pflicht, nicht die Kommunen in vorauseilendem Gehorsam. Wir sind für eine vernunftorientierte Energie- und Verkehrspolitik. Darum ist ein flächendeckendes Netz von Ladestationen verzichtbar. Dem, egal wie betriebenen, Individualverkehr ist absoluter Vorrang zu leisten.
Für die Kompetenz für Vorpommern antwortet Frank Hardtke
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?

Frank Hardtke
Quelle: KfV
Wir würden das Projekt „Klimadetektive“ an den Greifswalder Grundschulen neu beleben. Dadurch können die Möglichkeiten zum Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt auch durch kleine Beiträge den Jüngsten in unserer Gesellschaft bewusst gemacht werden. Das wird auf ältere Geschwister, Eltern und Bekannte positiv ausstrahlen.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Es müssen mehr und insbesondere interessante Flächen für legale Graffiti zur Verfügung gestellt werden. Ein Künstler will sich zeigen. Da nützt eine versteckte Wand nichts. Illegale Graffiti an öffentlichen Flächen sind keine Kunst und müssen schnell beseitigt werden. Es muss Unterstützungsangebote für private Hauseigentümer geben.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch eine Firma bereitstellen?
Die Stadt hat zur vermeintlichen Qualitätsverbesserung die früher von der GEG durchgeführten Reinigungsaufgaben an Wochenenden und Feiertagen selbst übernommen. Die Sauberkeit der Stadt hat durch diese Fehlentscheidung erheblich gelitten. Private Unternehmen sollten beauftragt werden. Die Kosten dürften geringer und die Zuverlässigkeit höher sein, als bei Erledigung durch städtisches Personal.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Wir treten dafür ein, dass das Stadtbild durch mehr blühende Pflanzen aufgebessert wird, nicht nur im Altstadtbereich. Die Blumenampeln, die seit einigen Jahren in der Fußgängerzone der Innenstadt aufgehängt werden, finanzieren Unternehmen und Privatpersonen. Diesen ist zu danken. Es ist beschämend, dass sich die Stadt selbst hierzu nicht in der Lage sieht.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Soweit es Sicherheit und persönliches Sicherheitsgefühl zulassen, durch eine Begrenzung der Straßenbeleuchtung und energiesparende Leuchtmittel. Sehr wichtig ist Beseitigung baulich/energetischer Missstände an städtischen Gebäuden. Ferner sollten nur im Stadtgebiet und der Peripherie eingesetzte städtischen Fahrzeuge so weit wie möglich nach und nach auf Elektroantrieb umgestellt werden.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Es wäre zu wünschen, alle städtischen Großparkplätze mit zunächst mindestens zwei Ladestationen auszustatten. Es müssten Anreize für Unternehmen und Privatpersonen geschaffen werden, in Greifswald und seinem Umland Ladestationen mit öffentlichem Zugang zu errichten. Es sind Bund und das Land in der Pflicht, Anreize zu schaffen, um die Infrastruktur für die Elektromobilität deutlich zu erhöhen.
Für die Bürgerliste antwortet Markus Kolbe
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie sie ausgeben?

Markus Kolbe
Quelle: Thomas Meyer
Wir würden das Geld für die Ersatzpflanzungen mit Obstbäumen alter, traditioneller Sorten am Treidelpfad ausgeben.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Wir fordern die konsequente Strafverfolgung illegaler Sprayer und die Unterstützung auch privater Eigentümer bei der Beseitigung der Schäden.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch eine Firma bereitstellen?
Ja!
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Ja, dafür muss die Stadt mehr Geld in die Hand nehmen, um die Stadt lebenswert für die Greifswalder und ihre Gäste zu machen!
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Durch die energetische Sanierung städtischer Gebäude.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken.
Diese Problematik sehen wir nicht als kommunale Aufgabe an. Unabhängig müssen die Kommunen ihre Fahrzeuge auf einen emissionsarmen Standard bringen!
Für die Alternative Liste antwortet Nadja Tegtmeyer

Nadja Tegtmeyer (Alternative Liste) kandidiert für die Greifswalder Bürgerschaft
Quelle: Alternative Liste
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Für die Förderung heimischer Wiesensaaten auf Grünlandflächen ohne Düngereinsatz, um Lebensraum für Insekten zu schaffen und die Artenvielfalt zu erhalten sowie das Grundwasser zu schonen. Da für uns Partizipation und politische Teilhabe wichtig sind, würden wir natürlich zunächst einen Ideenwettbewerb machen. Um generell eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise zu fördern, sind dauerhafte Gelder für Bildungsprojekte in diesem Bereich unablässig.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Dies ist wohl eher ein Off-Topic, im Bereich „Umwelt und Grün“ gibt es dringlichere Probleme. Greifswald ist eine junge und lebendige Stadt. Graffitis sollte man da eher als Chance sehen und gestaltbare Flächen an vielen Orten zur Verfügung stellen. Straßenkunst fördern und lenken hilft auf jeden Fall mehr als Repression.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch eine Firma bereitstellen?
Wir sind mit dem Reinigungsstatus der Stadt sehr zufrieden. Danke hier noch mal an die gute Arbeit aller Beteiligten. Zu bestimmten Anlässen wären ein paar mehr Mülleimer ratsam, gerne auch mit Pfandsammelstationen wie z. B. beim Tierpark. Mehr Wertstoffcontainer wären toll, z. B. beim Parkplatz am Museumshafen.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Das wäre sehr wünschenswert. Gerade in der Innenstadt wurden viele alte Bäume aus dem Bestand genommen, Vogelschutzhecken auf den Wallanlagen entfernt. Statt Blumenkübeln sollte man mehr Bäume pflanzen und Hecken in Parks anlegen. Wo Grün in der Innenstadt fehlt, sollte man kleine Beete zum selbst bepflanzen bereitstellen. Nachbarschaftsgärten sind ein Thema.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
In öffentlichen Gebäuden besser darauf achten, dass nicht die ganze Nacht das Licht brennt, wie in einigen Schulen leider der Fall. Auch die Läden in der Innenstadt brauchen nachts kein Licht. Bei großen Energieabnehmern (Gewerbe, Uni, Klinikum) auf Blockheizkraftwerke und regionale Kleinkraftwerke setzen, um Netzverluste zu verringern. Ausbau erneuerbarer Energien.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Auf jeden Fall. Wir brauchen verstärkt Elektromobilität um die Klimaziele erreichen zu können. Außerdem sollten Carsharing-Projekte im Bereich der Elektromobilität gefördert werden, um diese für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.
Für Die Linke antwortet Jörn Kasbohm
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Dafür, wo sich junge Akteure am ehesten mit neuen Ideen begeistern können. Denkbar wären Initiativen für CO2-Senken (z. B. Ersatz der sterbenden Eschen im Stadtforst), Müllreduzierung (z. B. Geschäfte mit verpackungsfreien Lebensmitteln), Verkehrsreduktion (z. B. auf Kurzstrecken eher Lastenräder statt Autos) sowie nachhaltige Landwirtschaft im Stadtumfeld (z. B. weniger Glyphosat und doch bezahlbare Lebensmittel).
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Wir haben uns bereits für die Einführung von legalen Graffiti-Flächen in Greifswald in Anlehnung an das Chemnitzer-Modell eingesetzt und auch erreicht. Nun ist das Ziel, die Anzahl der Flächen und deren Akzeptanz weiter zu erhöhen. Unterstützt werden kann dies mit der Einführung eines Kreativ-Fonds zur Förderung von Kunst durch regionale Künstler.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für die Reinigung der Stadt am Wochenende durch Beauftragung einer Firma bereitstellen?
Was wir brauchen, ist mehr Abstimmung unter allen Beteiligten zu den Abläufen (z.B. Entleerung der Papierkörbe nach Veranstaltungen und ganz wichtig, wie kann Müllentstehung überhaupt reduziert werden). Wir setzen uns für eine neue Gebührensatzung ein, die nach Gewicht und nicht nach Tonnenvolumen abrechnet. Dies war damals für SWI+II sowie OV wesentlich gerechter als die heutige Tonnen-Variante.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Durchaus, aber wir brauchen auch mehr Konzepte für das Grün. Wie beleben wir derartige Beschlüsse wie "Essbare Stadt" und "Grün-Pflegepartnerschaften". Das Grün in Greifswald wird so vielfältig genutzt (Spazieren gehen/Erholen, Lernen, Quatschen, Ausfahren der Kinder, Spielen mit den Kindern, Jogging ...), da lohnt sich ein größerer Einsatz als bisher auf jeden Fall.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Wir wollen die Lichtverschmutzung verringern. Licht soll nach unten strahlen und nicht nach oben. Für unsere Fernwärme wird Erdgas verbrannt. Das könnten wir schrittweise durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen. Eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs, ein zentraler Fuhrpark der Verwaltung samt Freigabe von Fahrzeugen für Carsharing in den Abendstunden und am Wochenende, wäre ein weiterer Ansatz.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Ja, aber immer in Verknüpfung mit anderen Mobilitätsmöglichkeiten. Ein weiterer Schub könnte sich mit dem geforderten gemeinsamen Fuhrpark samt Carsharing ergeben. Eine Waren-Belieferung der Stadt von zentralen Lagerplätzen am Stadtrand (z. B. als Kombi mit P & R-Parkplätzen) durch E-Fahrzeugen würde Energie, Lärm und Emissionen durch den Verkehr reduzieren.
Für die CDU antwortet Gerd-Martin Rappen

Gerd-Marten Rappen
Quelle: CDU Greifswald
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Damit könnte ein Beitrag zum Schutz unserer heimischen Singvögel geleistet werden, in dem 500 katzensichere Nistkästen für Vögel beschafft und im Stadtgebiet aufgehängt werden. Alternativ könnte dieses Geld für „Land- und Forstwirtschaftsprojekte zum Anfassen“ in Kindergärten und Schulen genutzt werden. Dies würde unseren Kindern die Wertigkeit von Lebensmitteln und die Schutzbedürftigkeit unserer Natur näherbringen.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Die CDU hat viele Versuche unternommen, um illegale Graffiti wirkungsvoll zu bekämpfen: Schnelle Entfernung auf städtischen Flächen, finanzielle Unterstützung von Hauseigentümern, die Verhängung einer Bewährungsauflage in Form der Reinigung der beschmierten Objekte und auch Videoüberwachung. Die Leuchten in der Innenstadt werden einen Schutzanstrich erhalten, der diese wirkungsvoll gegen Schmierereien und Aufkleber schützt.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch eine Firma bereitstellen?
Die Stadt sollte bereits vorhandenes Personal an den Wochenenden im Interesse unserer Einwohner und Besucher effizient einsetzen und sich dabei nicht durch interne Widerstände blockieren lassen. Bei besonderen Ereignissen sollten zukünftig zusätzliche Abfalleimer und eine Extrareinigung beauflagt und die Hauptverursacher dieser „Müllflut“ an den Extrakosten beteiligt werden.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Die regelmäßige und fachkundige Pflege der städtischen Grünflächen, Sträucher und Bäume ist für das Erscheinungsbild unserer Stadt wichtig. Dringend notwendig wäre beispielsweise die Sanierung des Rosengartens. Zu prüfen wäre, ob sich über veränderte Arbeitsabläufe Verbesserungen erzielen lassen, zusätzliche finanzielle Mittel für diesen Bereich sind aber unvermeidlich.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Die energetische Sanierung oder der Neubau von öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kitas und Turnhallen sowie von Verwaltungsgebäuden oder Wohngebäuden muss fortgesetzt werden und zur Aufgabe ungenutzter Gebäude führen. Mit der Digitalisierung im Verwaltungsablauf lassen sich erhebliche Mengen an Papier und Fahrten einsparen. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten führt auch zu einer erheblichen Energieeinsparung.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
In Zukunft wird ein Nebeneinander unterschiedlicher Antriebsarten für Autos, Fahrräder und andere Fortbewegungsmittel von großer Bedeutung sein. Für alle muss es eine Infrastruktur geben. Ein Netz an Ladestationen kann nur in Abstimmung mit den Wohnungsunternehmen, den großen Arbeitgebern, der Universität, den Einkaufszentren und der GPG umgesetzt werden und sollte durch die Stadtwerke koordiniert werden.
Für die Tierschutzpartei antwortet Robert Gabel

Robert Gabel
Quelle: Lucas Treise
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Wir würden damit Initiativen fördern, die Blühstreifen und Gemeinschaftsgärten im Stadtgebiet anlegen, wobei auf eine Flora geachtet werden sollte, die geeignet ist, dem Artensterben entgegenzuwirken und Mehrwert für Familien ermöglichen. Urban Gardening und Urban Farming sind in Hinsicht auf Artenvielfalt, Klimaschutz, Erholung, Naturschutz, Nahversorgung wichtige Zukunftsthemen, die wir auch hier angehen sollten.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Illegale Graffiti werden nicht gänzlich verschwinden durch von der Stadt zur Verfügung gestellte legale Wände für Graffitisprayer, was aber durchaus eine mögliche Maßnahme wäre und zu befürworten ist. Das schlichte Entfernen von Graffiti hilft nur kurz und die Sprayer werden so gut wie nie ausfindig gemacht. Langfristig würden nur Versiegelungen der betroffenen Fassaden und Flächen helfen.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für die Reinigung der Stadt an den Wochenenden durch Beauftragung einer Firma bereitstellen?
Da die Vermüllung unserer Stadt immer schlimmer wird, sind zusätzliche Reinigungen eine vernünftige Maßnahme. Durch den Wind wehen Plastik- und andere Müllteile sofort in die Natur, wo sie großen Schaden anrichten. Daher ist eine schnelle Beseitigung dringlich. Zusätzlich müssen wir als Gesellschaft stärker selbst tätig werden und aktiv daran mitwirken, dass weniger Müll in der Natur landet.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Auf jeden Fall. Greifswald braucht mehr Grünflächen, die mehr Artenvielfalt bereitstellen. Unnötige Baumfällungen gilt es künftig zu vermeiden; sie sind auch Heimat von unzähligen Insekten und Vögeln. Wir brauchen Blühstreifen und innovative Initiativen, die an vielen kleinen Orten mehr Grün einrichten. Auch an Fassaden und auf Dächern kann mehr Begrünung angebracht werden, was übrigens zur Energieeffizienz beiträgt.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Die Umrüstung auf energiesparende LED-Straßenlampen wird mit Fördergeldern unterstützt, wobei aber dringend auf insektenfreundliches LED-Licht zu achten ist. Überproduktionen aus der Windenergie können laut Gutachten über das Smart-Metering energieeffizient in Wärmeenergie umgewandelt werden. Die Ämter können zudem durch die Realisierung eines umfassenden digitalen Rathauses Ressourcen sparen.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Da die Greifswalder Ladestationen Strom aus erneuerbaren Energien liefern, ist ein Ausbau des Netzes besonders sinnvoll, auch in Kooperation mit dem Landkreis natürlich. So kann die Luft sauber gehalten und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Möglichkeiten und Vorteile der Elektromobilität sowie von Carsharing sollten noch stärker in der Öffentlichkeitsarbeit von Stadt und Stadtwerken stattfinden.
Für die Bündnisgrünen antwortet Jörg König

Jörg König
Quelle: Grüne
Wenn Sie 10.000 Euro für Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Mit einem geeigneten Förderprogramm könnte eine der Sporthallen auf energieeffiziente LED-Lampentechnik umgestellt werden. Das würde schnelle Kohlendioxid-Einsparungen mit sich bringen und den Wartungsaufwand verringern - schon nach kurzer Zeit rechnet sich eine solche Umstellung. Sollte das nicht klappen, wären 5000 Euro für Bildungsprojekte im Tierpark und 5000 Euro für mehr Blühstreifen in Greifswald angemessen.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Einerseits sollte es einen Fonds geben, mit dem die schnelle Entfernung von beleidigenden oder rassistischen Graffiti gefördert wird. Die Stadt sollte Eigentümer von Flächen aber auch besser beraten, denn mit Beleuchtung, Bewuchs oder eigener Gestaltung lassen sich Graffiti verhindern. Gleichzeitig müssen mehr legale Flächen für die freie künstlerische Betätigung im öffentlichen Raum angeboten werden.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für die Reinigung der Stadt an den Wochenenden durch Beauftragung einer Firma bereitstellen?
Mit dem aktuellen Haushalt haben wir gegen die Stimmen der CDU zusätzliche Stellen für Reinigung und Pflege geschaffen. Zu besonderen Situationen, etwa bei Veranstaltungen oder an Feiertagen, müssen aber auch Kapazitäten zur Abfuhr des Mülls verfügbar sein, um die Stadt in einem angemessenen Zustand zu halten - das ist aber eher eine Koordinationsfrage.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt etwas Geld in die Hand nähme, um wieder mehr groß wachsende Bäume zu ermöglichen. Auch über ein Programm zur Begrünung von Dächern würden wir uns freuen.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Die Stadt kann an der Energieeffizienz der eigenen Gebäude arbeiten (z. B. in der Goethestraße 2). Zwar wurde in städtischen Gebäuden seit 2011 ein Drittel der Wärmeenergie eingespart, aber im Gegenzug ist der Stromverbrauch um 10 Prozent gestiegen. Darum brauchen wir mehr LEDs. Am einfachsten ginge das vermutlich in den Sportanlagen und bei der Straßenbeleuchtung.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Die E-Mobilität nimmt Fahrt auf und darum ist es gut, dass die Stadt bereits an einem Konzept für eine Ladesäuleninfrastruktur arbeitet. Wir hoffen hier auf ein Ergebnis, das symbiotische Potenziale zwischen Stadt, Stadtwerken und der WVG beachtet. Wichtig ist aber, für verschiedene Entwicklungen offenzubleiben und bspw. auch die Gastankstelle der Stadtwerke stärker zu fördern.
Für die SPD antwortet Monique Wölk

Monique Wölk
Quelle: SPD
Wenn Sie 10.000 Euro für Umweltmaßnahmen zur Verfügung hätten, wofür würden Sie sie ausgeben?
Wir möchten die Grünflächen der Stadt insektenfreundlicher gestalten, d. h. mehr Wildblumen aussähen und in Zusammenarbeit mit den Schulen Insektenhotels im Stadtpark aufstellen. Außerdem wollen wir mehr Umweltpatenschaften zwischen Kitas, Schulen und Horten für die städtischen Biotope voranbringen und das gemeinsame Gärtnern von Jung und Alt in Schulgärten und Gemeinschaftsgärten fördern.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Wir wollen mehr öffentliche Graffitiflächen ausweisen und damit die Möglichkeit geben, urban street art auch legal zu gestalten. An einem prominenten Ort in Greifswald wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat, den Jugendzentren und der Jugendkunstschule die besten Graffitis an einem öffentlichen Gebäude präsentieren. Illegale Graffitis mit menschenverachtenden Inhalten müssen schneller entfernt werden.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch eine Firma bereitstellen?
Wir wollen, dass im Anschluss an öffentliche Veranstaltungen eine Reinigung der genutzten Fläche und vor allem eine Leerung der Müllbehälter stattfindet. Diese Aufgabe sollte in Abstimmung mit dem Personalrat weiterhin von der Stadt übernommen werden. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass mehr und größere, gedeckelte Müllbehälter an den Stellen aufgestellt werden, wo sich häufig viele Leute im Freien aufhalten.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für mehr Grün in Greifswald bereitstellen?
Greifswald ist eine Stadt mit viel Grün. Wir wollen, dass dies so bleibt und alle neuen Wohngebiete von Beginn an mit Plätzen und Grünanlagen als öffentliche Freiräume für Begegnung und Austausch und mit einer hohen Aufenthaltsqualität geplant werden. Unsere bestehenden Grünanlagen sollten stärker gepflegt sowie mit heimischen Gehölzen, Obstbäumen und insektenfreundlichen Blühpflanzen bestückt werden.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Energieeinsparung ist v. a. im Gebäudebestand, bei der Nutzung von LED-Lichttechnik sowie durch den Einsatz moderner, energieeffizienter Rechentechnik möglich. Unsere alten Sporthallen müssen zudem dringend saniert werden. Bei unserer Fernwärmeversorgung wollen wir den Weg zur Effizienzverbesserung weiterbeschreiten. Prinzipiell sind alle öffentlichen Bauvorhaben hinsichtlich der Energieeffizienz zu betrachten.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Ja, an unseren großen öffentlichen Parkhäusern und -plätzen sollten Ladestationen heutzutage eine Selbstverständlichkeit sein. Ebenso sollten an großen Fahrradabstellplätzen – z. B. für städtische Mitarbeiter oder an der geplanten Fahrradstation – Möglichkeiten zum Laden von E-Bikes angeboten werden. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich die Greifswalder Stadtwerke zukünftig in diesem Bereich stärker engagieren.
Für die FDP antwortet Anne Vormelchert
Wenn Sie 10.000 Euro für Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Wir würden das Geld für die Schaffung bienenfreundlicher & nachhaltiger Wiesen, sowie mehr Wildblumenanlagen in der Stadt ausgeben.
Was wollen sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Wir wollen Sprayern Freiräume schaffen, auf denen offiziell gesprayt werden darf. Das kann auf städtischen Gebäuden oder in Absprache mit privaten Eigentümern erfolgen. Zeitgleich muss es eine stärkere Verfolgung bei Beschädigung von Eigentum zum Schutz eben dieses geben.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für die Reinigung der Stadt an den Wochenenden durch Beauftragung einer Firma bereitstellen?
Grundsätzlich ist eine zusätzliche Wochenendreinigung nicht zwingend nötig. Allerdings sollte eine extra Reinigung bei Veranstaltungen und Märkten, die an Wochenenden stattfinden, durchgeführt werden.
Soll auch mehr Geld für Stadtgrün bereitgestellt werden?
Die Bepflanzung durch Bäume und das Aufstellen von Pflanzbehältern fördern das Stadtklima. Außerdem könnte die Stadt Außenfassadenbepflanzungen einzelnen städtischen Gebäuden anlegen. Ein Fokus sollte aber auf der Neugestaltung des Stadtparks und des Rosengartens liegen.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Eine Digitalisierung der Stadtverwaltung spart Fahrtwege. Hier ist noch großes Einsparpotenzial.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Die Stadt kann bevorzugt Flächen vergeben, für Betreiber von Ladestationen. Allerdings muss auch hier die Wirtschaftlichkeit für alle Betreiber gewährleistet sein.
Für die Freiparlamentarische Allianz antwortet Luca Piwodda
Wenn Sie 10.000 Euro für ein Umweltprojekt hätten, wofür würden Sie das Geld ausgeben?
Die 10.000 Euro würden wir für die Einführung der Grünen Tonne in Greifswald einsetzen. Mit diesem Projekt könnte die Restabfallmenge um etwa ein Drittel reduziert werden, außerdem entsteht dadurch eine höhere Recycling-Quote. Der Umweltschutz kann mit der Grünen Tonne in vielen Aspekten vorangetrieben werden, auch der Humus, der in den Bioabfällen enthalten ist, kehrt als Kompost in den natürlichen Zyklus zurück.
Soll die Stadt zusätzliches Geld für eine Reinigung der Stadt am Wochenende durch Beauftragung einer Firma bereitstellen?
Zusätzliches Geld für eine Reinigung Greifswalds am Wochenende ist nicht notwendig, da die Stadt auch jetzt schon eine hohe Sauberkeit besitzt. Im Haushalt unserer Hansestadt drängen wichtigere Projekte auf die Tagesordnung, beispielsweise der soziale Wohnungsbau. Daher ist eine solche Maßnahme nicht sonderlich gewinnbringend, weil bereits ein guter Zustand vorherrscht.
Soll auch mehr Stadtgrün in Greifswald bereitgestellt werden?
Ja, wir machen uns für mehr Grünflächen und Grünanlagen in Greifswald stark. Mehr Stadtgrün bedeutet, dass Greifswald noch lebensfreundlicher und lebenswerter gestaltet wird. Eine graue Stadt, die ausschließlich auf Funktionalität ausgerichtet ist, ist keine Option. Mit mehr grünen Flächen im Stadtgebiet entstehen neue Orte der Erholung, die einen angenehmen Ausgleich zum häufig stressigen Alltag darstellen.
Was wollen Sie tun, um das Problem illegaler Graffiti in den Griff zu bekommen?
Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, sich kreativ auszuleben. Eine Idee dafür wäre, das Sprühen an ausgewählten Plätzen zu erlauben. Gleichzeitig kosten die illegalen Graffitis, die nur der Reviermarkierung dienen, die Stadt sehr viel Aufwand und Gelder, die Justiz muss dort wirksame Methoden finden.
Wo kann die Stadt noch Energie sparen?
Bei der Reduzierung des Energieverbrauchs muss man im Kleinen anfangen, denn viele kleine Dinge gemeinsam haben in der Summe einen großen Effekt. Nachts könnten nur noch jede zweite oder dritte Laterne leuchten, soweit die Gehwege dennoch ausreichend beleuchtet sind. Ein weiteres Mittel wäre die Verpflichtung, ausschließlich LED-Lampen in allen Gebäuden der Stadt zu nutzen.
Sollen die Stadt und der Kreis für ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos sorgen, z. B. durch Beauftragung von Unternehmen wie den Greifswalder Stadtwerken?
Ja, denn die Infrastruktur für E-Autos ist derzeit zu wenig ausgebaut. Es ist sinnvoll, die Dichte der Ladestationen zu erhöhen. Jedoch muss eine stetige Rücksprache mit der Wissenschaft gehalten werden. In der Forschung sind in der letzten Zeit zahlreiche Studien über zukünftige Energieantriebe entstanden. Daraus erfährt die Politik, welche Verfahren sie langfristig fördern sollte.
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Eckhard Oberdörfer
OZ