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Politik

Greifswalder für Tierschutz nach Brüssel

Den Frontmann der Greifswalder Tierschutzpartei, Robert Gabel, zieht es nach Brüssel

Den Frontmann der Greifswalder Tierschutzpartei, Robert Gabel, zieht es nach Brüssel

Greifswald. Kurzzeitig sah es laut Vorhersagen so aus, als ob Robert Gabel ins EU-Parlament einzieht. Aber am Ende fehlten doch 19.000 Stimmen, 540.000 reichten für den einzigen Kandidaten bei der Wahl aus der Region Greifswald nicht aus. „Vielleicht hätte ich mich beim Wahlkampf nicht so sehr auf die Bürgerschaft konzentrieren sollen“, schaut er zurück. Immerhin zog seine Tierschutzpartei mit zwei Sitzen ins Stadtparlament ein.

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Dennoch geht der 39-jährige Politikwissenschaftler in diesem Monat nach Brüssel und arbeitet künftig als „akkreditierter parlamentarischer Assistent“ fürs EU-Parlament. Neben dem Deutschen Martin Buschmann sind dort noch ein Niederländer und ein Portugiese als Abgeordnete der Tierschutzpartei vertreten.

Volksbegehren gegen das Artensterben

In Brüssel wird sich Gabel unter anderem im Petitionsausschuss und Agrarausschuss und für einen Klimaausschuss und einen Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten engagieren. „Ich versuche gerade mit dem BUND ein Volksbegehren gegen das Artensterben für MV auf den Weg zu bringen. Dazu passt natürlich meine künftige Arbeit im Agrarausschuss.“ Zu den Zielen gehöre ein Glyphosatverbot in der EU. „Mir ist direkte Demokratie wichtig“, betont Gabel. „Dafür kann ich im Petitionsausschuss arbeiten.“

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In der Greifswalder Bürgerschaft will Gabel zumindest in den nächsten Monaten bleiben. Brüssel liege kurz hinter Duisburg, sei doch gar nicht sei weit weg. „Ich sehe mich noch nicht als einer, der Greifswald verlässt.“ Außer einem Jahr in Berlin und einem in München hat Gabel die Hansestadt bislang nicht verlassen. Hier ist er auch eines der Gesichter des Bündnisses Greifswald für alle, engagiert sich für Amnesty International und bei Attac.

Landesvorsitz bleibt in Greifswalder Hand

Aber sein Amt als Landesvorsitzender von MV hat der Politiker aufgegeben. Das war er seit der Gründung der Landespartei 2014 auf seine Initiative. Seit 2017 ist Gabel auch einer der Bundesvorsitzenden. Der Landesvorsitz bleibt in Greifswalder Hand. Gasels bisheriger Co-Vorsitzender Marvin Medau führt allein die Geschäfte und ist nun auch parlamentarischer Geschäftsführer der Partei in der Bürgerschaft.

Geld will er großteils spenden

Greifswald ist eine Hochburg der erst 1993 gegründeten Partei, hier hat sie etwa zehn Mitglieder. Die Partei zieht vor allem junge Leute an. Regelmäßig trifft sich eine vegane Gruppe in der Alten Bäckerei in der Mehringstraße. Im Sommer wird auch vegan gegrillt, das nächste Mal am 12. Juli am Museumshafen.

Ob Gabel weiter Geschäftsführer der Greifswalder Unifördergesellschaft bleibt, sei noch nicht entschieden. Was der Gang nach Brüssel finanziell für ihn bedeutet, wisse er noch nicht. „Ich werde meinen Lebensstil nicht ändern und den größten Teil spenden“, sagt Gabel.

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