Denkmal

Schönheitskur für Greifswalds Unigründer Rubenow

Das Rubenowdenkmal ist eingerüstet. 13 Jahre nach der letzten Restaurierung ist eine Schönheitskur nötig.

Das Rubenowdenkmal ist eingerüstet. 13 Jahre nach der letzten Restaurierung ist eine Schönheitskur nötig.

Greifswald. In den nächsten Wochen wird das Rubenowdenkmal vor dem Hauptgebäude der Universität restauriert. Graffiti, Temperaturschwankungen und Verschmutzungen hätten das nötig gemacht, informiert die Hochschule. Am 14. Juni wird das Gerüst aufgebaut, die Restaurierung erfolgt an dem 17. Juni. Eine Abdichtung erfolgt und das mit 12 Meter höchste frei stehende Denkmal aus Zinkguss wird neu versiegelt.

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Es war 1856 aus Anlass der 400-Jahr-Feier der Universität eingeweiht worden. Der Landesherr, der preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte die Initiative dafür ergriffen. Er nahm auch Einfluss auf die Gestaltung. Sein Vater Friedrich Wilhelm III. ist einer der vier Fürsten, die am Denkmal dargestellt sind und als große Förderer der Universität gelten. Unter den Vertretern der vier klassischen Fakultäten an den Ecken ist auch der seinerzeit sehr populäre Publizist und Historiker Ernst Moritz Arndt. Es ist ungewöhnlich, dass mit ihm eine 1856 noch lebende Persönlichkeit ausgewählt wurde.

Das Rubenowdenkmal wird eingerüstet

Das Rubenowdenkmal wird eingerüstet

Während sich der Pommernherzog Wartislaw IX., der Landesherr im Jahr der Unigründung 1456, unter den gewürdigten Fürsten befindet, fand sich für den Bürgermeister, erster Rektor und großen Mäzen Heinrich Rubenow nur noch ein Platz für ein Medallion an der Vorderseite. Im Sprachgebrauch setzte sich statt Universitätsdenkmal der Name Rubenowdenkmal durch.

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Mitte des 19. Jahrhunderts erlebten Preußen und die Universität Greifswald eine Zeit der Blüte. Die Verwendung von Güssen aus grauem Zink für die Herstellung von Figuren und so weiter war hoch modern. Elektrochemisch erfolgte eine Beschichtung aus Kupfer. Den Entwurf für das Denkmal in den Formen der seinerzeit populären Neugotik lieferte kein geringerer als berühmte Friedrich August Stüler. Auch die beteiligten Bildhauer Bernhard Afinger und Wilhelm Stürmer waren seinerzeit sehr gefragte Künstler.

Als die Hochschule ihr 550. Gründungsjubiläum vorbereitete, war das Denkmal in die Jahre gekommen und einsturzgefährdet. Es wurde von der Berliner Spezialfirma Haber & Brandner für etwa 200.000 Euro bis zum April 2006 restauriert. Die Figur des Medizinprofessors Friedrich August Berndt (1793-1854) wurde im Dienste der Werkstoffwissenschaften noch zwei weitere Jahre für ein Forschungsprojekt der Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Potsdam zurückbehalten. Experten erprobten an der Figur neue Konservierungstechniken, da schon damals eine Vielzahl an gefährdeten Zinkdenkmälern auf eine Schönheitskur wartete.

Vor dem Rubenowdenkmal probten Schüler für den Abiball

Vor dem Rubenowdenkmal probten Schüler für den Abiball

Eckhard Oberdörfer

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